EU-News
12.06.2013
Landnutzung
Nachlese: „Landgrabbing in Afrika: Fette Renditen für Europa“
Das Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) hat im April 2013 gemeinsam mit FIAN (FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk) eine Veranstaltung zum Thema „Landgrabbing in Afrika: Fette Renditen für Europa“ durchgeführt. Für interessierte LeserInnen wurden dazu jetzt Dokumente als Nachlese auf der Webseite von VIDC zur Verfügung gestellt.
Agnes Kirabo, die Koordinatorin der ugandischen Food Rights Alliance, machte auf die menschenrechtlichen Auswirkungen des Landgrabbing in Uganda aufmerksam. Yvan Maillard Ardenti (Brot für Alle, Schweiz) erörterte die Rolle von Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen (Development Finance Institutions, DFIs) am Beispiel der Aktivitäten des Schweizer Agrotreibstoff-Herstellers Addax Bioenergy in Sierra Leone. Philip Seufert (FIAN International) sprach über die Beteiligung europäischer InvestorInnen am Landgrabbing in Afrika.
Alle Unterlagen (Kurzbericht, Dokumentationen, Fotos, Video, etc.) stehen auf der Webseite von VIDC zur Verfügung.
24.04.2013
Landnutzung
Diskussionsveranstaltung: Globaler Hunger nach Land: Kampf um Boden in Tansania, Ungarn, Rumänien und Österreich
Heute, Mittwoch, 24. April 2013, findet um 19.00 Uhr im
Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Globaler Hunger nach Land: Kampf um Boden in Tansania, Ungarn, Rumänien und Österreich“ statt.
An der Diskussion werden Beatha Fabian, Haki Ardhi, und
Aaron Buya, ADP Mbozi, beide aus Tansania, teilnehmen. Auch Franziskus Forster, von AgrarAttac, Robert Fidrich, MTVSZ/Friends of the Earth Hungary, und Attila Szocs, von EcoRuralis in Rumänien, werden an der Diskussion teilnehmen.
Veranstalter dieser Diskussionsrunde ist die NGO „FIAN - Food First Informations- und AktionsNetzwerk für das Menschenrecht sich zu ernähren“.
Eine internationale Studie der Europäischen Koordination Via Campesina ECVC und dem Hands off the Land-Netzwerk, dem FIAN angehört, zeigt, dass Land Grabbing nicht nur ein Problem des globalen Südens ist, sondern auch in Europa um sich greift. Drei Prozent der Grundbesitzer kontrollieren laut Angaben von FIAN die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in Europa. „Diese „Landeliten“ werden im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) aktiv durch öffentliche Gelder gefördert. Kleinbäuerliche Betriebe hingegen erhalten immer weniger Förderungen und werden zunehmend verdrängt. Die Studie befasst sich mit der enormen Landkonzentration in Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich und behandelt Fallbeispiele für Land Grabbing in Rumänien, Ungarn, der Ukraine, Bulgarien und Serbien“. Sie steht als Download auf der Webseite von FIAN gratis zur Verfügung.
07.11.2012
Landnutzung
Studie: Gegen Landraub und Vertreibung
„Gegen Landraub und Vertreibung“ argumentiert die Wissenschafterin Natalie Bugalski in ihrer gleichnamigen Studie, die jetzt auf Deutsch vorliegt und von der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht wurde.
„Achtzig Prozent der kambodschanischen Bevölkerung leben noch immer auf dem Land, viele von ihnen sind Kleinbauern. Doch in den letzten Jahren hat die Regierung an private Investoren Konzessionen für große Landflächen vergeben. In der Folge wurden viele Bauern von ihren Feldern vertrieben. Inzwischen sind über 2 Millionen Hektar Land an private Investoren übertragen worden – mit Hilfe einer Justiz, die auch illegale Landnahmen nachträglich legitimiert und Gewaltanwendung nicht strafrechtlich verfolgt.“
Die Studie liefert Denkanstöße, auf deren Grundlage Schritte zur Verbesserung der Situation in Kambodscha entwickelt werden können. Mit ihren Lösungsansätzen weist die Studie zudem über das Fallbeispiel Kambodscha hinaus.
Die Studie „Gegen Landraub und Vertreibung“ von Natalie Bugalski steht auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung gratis als Download zur Verfügung.
29.08.2012
Internationales, Landnutzung
USA verhaftet Aktivisten gegen Tar Sands Pipeline
Sieben AktivistInnen wurden gestern, Dienstag, in Texas verhaftet, als sie versuchten, die Bauarbeiten der Keystone XL Pipeline zu stoppen.
Die AktivistInnen sind Mitglieder der „Tar Sands Blockade“, unter den Inhaftierten befinden sich laut Angaben der Internetplattform „TreeHugger“ auch ein Priester, eine Großmutter und ein Bauer. Sogar streng konservative Mitglieder der „Tea Party“ seien Teil der Protestaktion gewesen und verhaftet worden.
Die Keystone XL Pipieline ist ein Projekt der Firma TransCanada, und diese würde sogar Grundstücksbesitzer enteignen lassen, um die Pipeline bauen zu können, berichtet TreeHugger.
Der Abbau von Ölsanden gilt als besonders umweltschädlich und der Bau der Keystone Pipeline ist heftig umstritten.
Die AktivistInnen haben eine eigene Webseite erstellt, um auf ihrer Protestaktionen aufmerksam zu machen.
18.07.2012
Luft, Natur und Biodiversität, Landnutzung
Umweltbundesamt: Umwelt auf einen Klick
Das Umweltbundesamt hat ein neues Internet-Portal veröffentlicht, auf dem alle Daten, die das Umweltbundesamt zur Verfügung stellt, gebündelt abrufbar sind. Bisher waren die Daten in unterschiedlichen Bereichen auf der Webseite des Umweltbundesamtes für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Open Data Portal soll den Zugang der Öffentlichkeit zu den Daten vereinfachen. Derzeit können dort Angaben über Naturschutz, Landbedeckung und Luft abgerufen werden. Das Datenangebot soll in den kommenden Monaten laufend erweitert werden.
Seit Beschluss des Umweltinformationsgesetzes (UIG) 1993 haben BürgerInnen ein Recht auf Umweltinformation. Die EU-Umweltinformationsrichtlinie (2003/4/EG) sieht erhebliche Verbesserungen des Zugangs zu Umweltinformationen vor und verpflichtet die Mitgliedsstaaten, die Öffentlichkeit aktiv und umfassend über die bei den informationspflichtigen Stellen vorhandenen Daten zu informieren. Diese Auskunftspflichten sollen vorrangig über elektronische Medien erfüllt werden. Österreich hat die Richtlinie mit der Novelle des UIG 2004 (BGBl. I Nr. 6/2005) in nationales Recht umgesetzt.
09.05.2012
Europäische Institutionen, Klima, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Ressourcen, Landnutzung
EU-Kommissare können sich nicht auf Nachhaltigkeitskriterien für Agrosprit einigen
Bei ihrer Sitzung am 2. Mai 2012 haben die EU-Kommissare eine Einigung über Nachhaltigkeitskriterien für Agrotreibstoffe verpasst. Umweltverbände zeigten sich enttäuscht.
Agrotreibstoffe gelten als ein wichtiges klimapolitisches Instrument der EU im Verkehrsbereich, durch die indirekte Änderung der Landnutzung (ILUC) hat Agrosprit aus Biomasse aber eine negative Klimabilanz. Die bestehenden Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe greifen Treibhausgasemissionen durch die indirekte Zerstörung von Wäldern, Torfmooren und anderen natürlichen Lebensräumen in keiner Weise auf.
Vor dem Arbeitstreffen der 27 Kommissare hatten rund 100 europäische Umweltverbände in einem offenen Brief an die EU-Kommission appelliert, die Nutzung extrem klimaschädlicher Agrotreibstoffe zu verhindern. Die Verbände forderten, dazu sogenannte ILUC-Faktoren bei der Berechnung des CO2-Rucksacks der Kraftstoffe in die Kraftstoffqualitätsrichtlinie und die Erneuerbare Energien Richtlinie aufzunehmen.
Auch die EU-Kommissare stimmten der Notwendigkeit solcher ILUC-Faktoren zu, betonte Klima-Kommissarin Connie Hedegaard nach der Sitzung. Eine Entscheidung konnte bisher aber noch nicht getroffen werden.
Umweltverbände begrüßten zwar die grundsätzliche Bereitschaft der EU-Kommission zur Einführung von ILUC-Faktoren, fürchten nun aber, dass es vor der Sommerpause keine Einigung mehr zu diesem Thema geben wird. "Die EU-Kommission kann sich immer noch nicht dazu überwinden, den Bullen endlich bei den Hörnern zu packen und schlüssige Maßnahmen zu ergreifen", kritisierte der Greenpeace Referent für Waldpolitik, Sebastien Risso. [DNR, i.h.]
05.04.2012
Landnutzung
Studie: Verseuchung der europäischen Böden durch Antibiotika
Eine neue Studie analysiert die Verseuchung der europäischen Böden durch Antibiotika. Diese werden in der Massentierhaltung in großem Umfang eingesetzt, und die Antibiotika gelangen auf die Felder, wenn die Gülle der Tiere als Dünger auf den Feldern verteilt wird.
Die StudienautorInnen haben die europäischen Flächen in kleine, zehn Kilometer lange und breite Zonen eingeteilt und für diese die Verseuchung der Böden errechnet. Der Grad der Verseuchung hängt dabei nicht nur von der Menge der Antibiotika ab, sondern auch von deren Art: manche sind nur schwer abbaubar und haften länger und stärker als andere an den Böden.
Die WissenschafterInnen konzentrierten sich in ihrer Studie auf zwölf unterschiedliche Antibiotika, die als Futterbeigaben für Schweine und Kühe verwendet werden. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die landwirtschaftlichen Flächen in Belgien, Irland, Dänemark, Deutschland, Großbritannien und in den Niederlanden am meisten verseucht sind. In Bulgarien, Griechenland und in Schweden ist das Risiko geringer.
Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse finden Sie im Newsletter „Science for Environment Policy“ der EU-Generaldirektion Umwelt. Der Zugriff auf den Volltext der Studie ist kostenpflichtig.
07.03.2012
Landnutzung
UNEP-Jahrbuch 2012: Böden und Atomkraftwerke als Sorgenkinder
Die UNEP, das United Nations Environment Programme, hat ihr Jahrbuch für 2012 veröffentlicht. Zwei dominante Themen des heurigen Jahres sind dabei die Bodenqualität und die Stilllegung geschlossener Atomkraftwerke.
Die Qualität der Böden verschlechtert sich immer mehr und große Flächen gehen unwiderruflich verloren. Böden sind einer der größten Co2-Speicher und gesunde Böden sind im Kampf gegen den Klimawandel sehr wichtig. Auch für die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Wasser sind gesunde Böden unverzichtbar.
Seit dem 19. Jahrhundert sind bereits geschätzte 60 Prozent des in den Böden gespeicherten Kohlenstoffes verloren gegangen. Aber immer noch wird der Gesundheit der Böden von WissenschafterInnen, PolitikerInnen und den Medien relativ wenig Aufmerksamkeit gewidmet.
Ein zweites großes Thema des UNEP-Jahrbuches sind Atomkraftwerke. Die AutorInnen machen darauf aufmerksam, dass zu Beginn des Jahres zwar insgesamt 138 Atomkraftwerke in 19 Ländern geschlossen, aber erst 17 davon stillgelegt waren. Die Kosten für die Stilllegung eines Atomkraftwerkes sind enorm. In den USA werden sie auf rund 10-15 Prozent der Baukosten eines Kraftwerks geschätzt, die Stilllegungskosten für den französischen Reaktor Brennilis werden auf rund 60 Prozent der Erbauungskosten des Reaktors geschätzt. Die UNEP fordert, dass die Stilllegungskosten für Atomkraftwerke in Zukunft von Beginn an berücksichtigt werden sollen.
Das Jahrbuch steht auf der Webseite der UNEP gratis als Download zur Verfügung.
15.02.2012
Landnutzung
EU-Kommission fordert stärkere Maßnahmen gegen Bodendegradation
Zwischen 1990 und 2006 gingen durch Flächenversiegelung in der EU jährlich 1.000 Quadratkilometer verloren.
Anlässlich der Publikation zweier neuer Berichte fordert die EU-Kommission verstärkte Maßnahmen gegen die Degradation der Böden.
Ein neuer gemeinsamer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) und der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission (JRC) mit dem Titel „The State of Soil in Europe - A contribution of the JRC to the European Environment Agency's Environment State and Outlook Report - SOER 2010“ zeigt auf, dass sich die Qualität der Böden weiterhin rasant verschlechtert und große Flächen durch Versiegelung verloren gehen.
Am Montag präsentierte die Kommission dazu ihren Bericht über die „Umsetzung der Thematischen Strategie für den Bodenschutz und laufende Maßnahmen“. Auch hier ist das Ergebnis ernüchternd. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass es „auch fünf Jahre nach Annahme der thematischen Strategie für den Bodenschutz noch keine systematische Überwachung und keinen systematischen Schutz der Bodenqualität in Europa gibt“. Dies bedeutet, „dass die bestehenden Maßnahmen nicht ausreichen, um ein angemessenes Schutzniveau für alle Böden in Europa zu gewährleisten.“
16.11.2011
Landnutzung
Landdiebstahl mit Schuld an Ernährungsproblemen in Entwicklungsländern
Nicht nur Konzerne sondern auch Staaten sind am Landdiebstahl beteiligt.
„Land grabbing“ - Landdiebstahl - ist kein neues Phänomen, aber das Problem hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
Mit Landdiebstahl bezeichnet man entweder den Verkauf von Land oder langfristige Nutzungsverträge, die es ausländischen Regierungen oder privaten Konzernen erlauben, große Flächen an Ackerland zu bewirtschaften. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse - oft Lebensmittel oder Biotreibstoffe - werden anschließend exportiert.
Die lokale Bevölkerung verliert bei solchen Deals das Recht und die Möglichkeit das Land selbst zu bewirtschaften und sich so zu ernähren. Auch der Zugriff auf Trinkwasser kann damit beschränkt werden. Dadurch trägt Landdiebstahl eine Mitschuld an der oft mangelhaften Versorgungssituation vieler Entwicklungsländer und trägt mit Schuld an der Entstehung von Hungersnöten in diesen Ländern.
Die österreichische Wissenschafterin Ute Reisinger recherchierte das Thema Landdiebstahl in der afrikanischen Sub-Sahara für ihre Diplomarbeit. Laut Reisinger erwarb zum Beispiel die chinesische Regierung von der Regierung im Kongo das Recht, drei Millionen Hektar Land 99 Jahre lang zu bewirtschaften. Geplant sei der Anbau von Palmenöl, das fast komplett für den Export nach China bestimmt ist. Es sei unklar, was mit der Bevölkerung passiert, die auf diesem Land lebt und es bewirtschaftet, schreibt Reisinger.
In den afrikanischen Ländern der Sub-Sahara seien laut Medienberichten bereits rund 60 Millionen Hektar Fläche durch Landdiebstahl verloren gegangen, eine Fläche so groß wie Frankreich, Deutschland und Italien. Jedes Jahr gehen weitere 30 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche verloren.
Die Rechercheergebnisse von Ute Reisinger zum Thema Landdiebstahl stehen online auf der Webseite des Center for Economic and Social Rights (CESR) zur Verfügung (Quelle: Diplomarbeit: „Land Grabbing in Sub Saharan Africa - A Human Rights Framework to address State and Extraterritorial Obligations. The case of China in the D. R. of the Congo”, European Inter University Center, Venice, Italy; 2011).
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Ernährung & UmweltProduktion und Verarbeitung, Vermarktung und Konsum - das sind die Themenschwerpunkte dieser neuen Spezialausgabe zu Ernährung und die Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit.
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Datum: 02.09.2013 - 05.09.2013
Ort: 23777 Heringsdorf/D, Seminarzentrum Gut Siggen
Veranstalter: EUROPARC Federation, D-93047 Regensburg
Datum: 21.06.2013 - 21.06.2013
Ort: 4591 Molln/A, Nationalparkzentrum Molln
Veranstalter: Umweltdachverband, A-1080 Wien
Links
Internationale Alpenschutzkommission (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) - zur Erhaltung von Natur- und Kulturerbe im Alpenraum
IUCN, the International Union for Conservation of Nature, helps the world find pragmatic solutions to our most pressing environment and development challenges.
