Natur und Biodiversität  

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EU-News

24.04.2013

Natur und Biodiversität, Umweltrecht

EuGH stärkt Natura-2000-Gebiete

Bedrohte Habitate des Natura-2000-Netzwerks dürfen für Entwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen nicht beschädigt werden. Dies urteilte vor Kurzem der Europäische Gerichtshof (EuGH). Ausnahmen gelten nur bei außerordentlichem öffentlichen Interesse.

Die Entscheidung des EuGH geht auf eine durch einen irischen Umweltschützer initiierte Anfrage des irischen Gerichtshofes zurück. In Irland wurde eine Autobahn geplant, die über die Hälfte des „Limestone-Pavements“ zerstört hätte, eines als priorisiertes Natura-2000-Gebiet ausgewiesenen irischen Karsts. Auf die Anfrage, ab wann ein Bauprojekt die Intaktheit eines Natura-2000-Gebiets gefährde, urteilte der EuGH, dass in solchen Fällen das Vorbeugeprinzip zu gelten habe. Projekte, die den irreparablen Verlust eines Teils eines Natura-2000-Gebietes bedeuten, dürfen nicht authorisiert werden.

Die Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen für die Umsetzung der EU-Habitat-Richtlinie haben. "Das ist ein großer Sprung für den irischen und europäischen Naturschutz", sagte Andrew Jackson, von der irischen Umweltorganisation An Taisce, "Projekte, die Gebiete des Natura-2000-Netzwerkes beschädigen würden, dürfen nur noch unter sehr eingeschränkten Umständen durchgeführt werden. Das Urteil wird positive Auswirkungen auf den Naturschutz in ganz Europa haben". [DNR, red.]

 DNR: EuGH stärkt Natura-2000-Gebiete
 EuGH-Entscheidung
 Reaktion An Taisce


24.04.2013

Meere und Fischerei, Natur und Biodiversität

Ölrausch im Mittelmeer: Seismischer Lärm gefährdet Wale und Delphine

Am 20. April 2013 jährte sich die Deepwater-Horizon-Katastrophe zum dritten Mal. Die Schweizer Meeresschutzorganisation OceanCare ruft anlässlich des Jahrestages die Ölindustrie und Politik zum verantwortungsvollen Handeln beim Erschließen der Ölressourcen auf.

„Der Verdacht, dass der verantwortungslose Run auf die Öl- und Gasvorkommen im Mittelmeer unter dem Druck der Eurokrise vorangetrieben wird, ist nicht von der Hand zu weisen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Durch die Explosion auf der BP-Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko flossen rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer, sagt OceanCare. „Damals wollte die EU die gefährliche Praxis der Tiefseebohrungen überdenken. Heute, drei Jahre später, scheint diese Absicht vergessen – obwohl seither sieben weitere Öl-Katastrophen die Meere erschüttert haben.“

Lüber fürchtet um den Fortbestand bedrohter Wal- und Delphinarten im Mittelmeer. Denn die Öl- und Gasförderung erzeugt Schallwellen, die so laut sind wie Düsenjets oder Weltraumraketen. Der Schalldruck ist mehr als 10.000 Mal so groß wie der eines Presslufthammers in einem Meter Abstand. Die enthaltene Schallintensität ist sogar über 100 Millionen Mal grösser.

Bereits die Suche nach neuen Vorkommen mittels seismischen Tests bedroht die Meeressäuger akut mit Unterwasserlärm, informiert OceanCare. „Was für die Menschen die Augen sind, sind für die Wale und Delphine das Gehör. Lärmverschmutzung macht die Tiere, die sich unter Wasser akustisch orientieren, orientierungslos. Die Folgen sind innere Verletzungen – immer mehr Tiere stranden und sterben.“

OceanCare fordert deshalb die Errichtung von Schutzgebieten. Sensible Lebensräume der Meeresssäuger im Mittelmeer sollen für seismische Tests sowie für die Öl- und Gasförderung tabu sein. 19 Gebiete im Mittelmeer hat ACCOBAMS, das Abkommen zum Schutz der Waltiere im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, seinen Mitgliedern als Meeresschutzgebiete empfohlen. Darunter den Hellenischen Graben, der südwestlich des Peloponnes bis nach Kreta verläuft. Mit bis zu 5.300 Metern Tiefe ist er einer der wichtigsten Lebensräume für bedrohte Wal- und Delphinarten. Als solcher ist er unter anderem entscheidend für den Fortbestand des Pottwals, der als Tieftaucher auf Unterwassercanyons angewiesen ist, berichtet OceanCare.

OceanCare fordert außerdem, das Mittelmeer vor Tiefseebohrungen zu verschonen und in der Seismik ausschließlich lärmschonende Technologien zu erlauben.

 OceanCare Pressemitteilung


10.04.2013

Natur und Biodiversität

Netzwerk Land: Kulturlandschaftspreis 2013

Das Netzwerk Land schreibt im Auftrag des Lebensministeriums heuer zum zweiten Mal den Kulturlandschaftspreis aus. Ziel des Preises ist es, den Wert von Biodiversität und Kulturlandschaft in den Blickpunkt zu rücken.

Projekte können in drei Kategorien eingereicht werden. In der ersten Kategorie werden Projekte prämiert, die „das Thema Kulturlandschaft und biologische Vielfalt in den Mittelpunkt stellen und zu einer positiven Entwicklung des ländlichen Raumes beitragen. Die Projekte müssen im Programm für Ländliche Entwicklung gefördert werden.“ In der zweiten Kategorie werden „KulturlandschaftsheldInnen“ gesucht. In der dritten Kategorie können Kurzvideos eingereicht werden, „welche die Besonderheiten der heimischen Kulturlandschaft und des Reichtums an Arten und Lebensräumen dokumentieren“.
Pro Kategorie werden fünf Beiträge nominiert und geehrt, die SiegerInnen der jeweiligen Kategorie erhalten 1.500 Euro Preisgelder. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Jahreskonferenz von Netzwerk Land im Herbst 2013 statt.

Die genauen Einreichbedingungen und Einreichformulare finden Sie auf der Webseite von Netzwerk Land.

 Umweltdachverband Pressemitteilung
 Netzwerk Land: Kulturlandschaftspreis 2013


03.04.2013

Natur und Biodiversität, Umweltrecht

Baugenehmigung am Piz Val Gronda verstößt gegen EU-Recht

"Die in dieser Woche erteilte seilbahnrechtliche Genehmigung für die skitechnische Erschließung des Piz Val Gronda in der Seilbahnmetropole Ischgl ist nicht nur eine gewaltige Ohrfeige für alle naturschutzfachlichen Bemühungen der NGOs und der EU-Kommission, diesen wertvollen Lebensraum langfristig zu sichern, sondern auch ein unfassbarer gesetzeswidriger Verwaltungsakt von Verkehrsministerin Doris Bures gegen die geltende EU-Rechtslage", urteilen Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, und Peter Haßlacher vom Oesterreichischen Alpenverein über die nun erfolgte seilbahnrechtliche Bewilligung für das heftig umstrittene Groß-Bauprojekt in Tirol.

Die EU-Kommission wies in ihrem Brief Ende 2012 eindeutig auf die Gefährdung des prioritären Lebensraumtypus "7240 - Alpine Pionierformationen des Caricion bicoloris-atrofuscae" an den Hängen des Piz Val Gronda durch den geplanten Seilbahnbau und die Erweiterung des Skigebiets Ischgl hin, informiert der Umweltdachverband. Bundesministerin Bures sei vor einigen Wochen eindrücklich ersucht worden, das seilbahnrechtliche Verfahren am Piz Val Gronda bis zur rechtsverbindlichen Klärung des weiteren Ausweisungsbedarfs als Natura 2000-Gebiet auszusetzen.

"Wir haben Bures ausdrücklich und schriftlich auf die Konsequenzen ihres rechtswidrigen Handels hingewiesen. Die Ministerin hat in ihrer einsamen technokratischen Entscheidung jedoch in keiner Weise auf die Proteste der NGOs reagiert und verweigert jegliches Gespräch. Da Bures mit ihrem rechtswidrigen Seilbahn-Baubescheid gegen die ständige Judikatur des EuGH verstoßen hat, ist sie zur Verantwortung zu ziehen", sagt Heilingbrunner, der mit EU-Schadenersatzzahlungen gegen die Republik Österreich rechnet.

 Umweltdachverband Pressemitteilung


20.03.2013

Natur und Biodiversität

CITES-Konferenz schützt Haie, kein Verbot der Eisbärenjagd

Auf der 16. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoners Artenschutzübereinkommens in Bangkok wurden Einschränkungen für den Handel mit mehr als 200 bedrohten Arten beschlossen. Dies war das vierzigste Treffen, des auch als CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) bekannten Abkommens. Bisher schützt das Regelwerk circa 5.000 Tier- und 29.000 Pflanzenarten.

Neben dem durch Überfischung stark gefährdeten Mantarochen werden fünf neue Haiarten im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet. Darunter der Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhai-Arten und der Heringshai. Deren Fleisch und Flossen sind in Asien als Delikatessen begehrt. Der Sägefisch wurde, da sein Rückgang nicht gestoppt werden konnte, vom Anhang II auf den Anhang I hochgestuft.

Für Arten, die auf dem Anhang I gelistet sind, gilt ein absolutes Handelsverbot. Für bedrohte Arten im Anhang II sind die CITES-Vertragsstaaten verpflichtet, den Handel zu regulieren und zu kontrollieren. In den internationalen Handel dürfen diese Arten nur, wenn sie aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen und ein Unbedenklichkeitsattest nachgewiesen werden kann. Nach der Listung einer neuen Art in einen Anhang müssen die Vertragsstaaten die Handelsbeschränkungen innerhalb von 18 Monaten umsetzen.

Außerdem haben die Vertragsstaaten den Schutz von 50 Schildkröten- und neun Geckoarten beschlossen. Diese werden unter anderem durch den internationalen Haustierhandel bedroht. Strengere Auflagen gelten nun auch für den Handel mit 128 Tropenholzarten.

Schlechte Nachrichten gibt es indes für Eisbären. Diese dürfen weiter gejagt und gehandelt werden. Die Aufnahme von Eisbären in die höchste Schutzstufe wurde von den Vertragsstaaten mehrheitlich abgelehnt. Auch die EU brachte keine einstimmige Position zu ihrem Schutz zustande. In den vergangenen Jahren erreichten die Preise für Eisbären-Felle Rekordhöhe, die Zahl der gehandelten Exemplare explodierte und die Jagdquoten wurden erhöht. Zur Zeit existieren noch 20.000 bis 25.000 Tiere.

Zwar wurde auch die Wilderei von Elefanten und Nashörnern besprochen, jedoch bleiben vorhandene Schlupflöcher zu deren Jagd bestehen. „CITES muss endlich Zähne zeigen, um die Wildereikrise zu beenden. Wenn China und Thailand ihre Elfenbeinmärkte nicht freiwillig schließen, muss die Staatengemeinschaft Handelssanktionen erlassen, um diese Länder zur Einsicht zu bewegen“, so die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife.

Grundsätzlich nahmen Umweltverbände die Beschlüsse jedoch positiv auf. „Natürlich haben wir ein paar Rückschläge hinnehmen müssen, aber alles in allem ist das trotzdem eine der erfolgreicheren CITES-Konferenzen, die wir bisher erlebt haben. Zum 40-jährigen Jubiläum präsentiert sich das Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Hochform“, resümierte Heike Finke, Artenschutzexpertin des Naturschutzbundes Deutschland. [DNR, i.h.]

 DNR: CITES-Konferenz schützt Haie, kein Verbot der Eisbärenjagd
 Cites-Konferenz
 Bilanz des NABU
 Bilanz Pro Wildlife


27.02.2013

Natur und Biodiversität

LIFE+ 2013: Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen

Die Europäische Kommission hat am 19. Februar den Aufruf für die Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des LIFE+ - Programmes für das Jahr 2013 veröffentlicht.

Der Aufruf bezieht sich auf die Themen „Natur und biologische Vielfalt“, „Umweltpolitik und Verwaltungspraxis“ (mit den Hauptzielen Klimawandel, Wasser, Luft, Boden, Städtische Umwelt, Lärm, Chemikalien, Umwelt und Gesundheit, Natürliche Ressourcen und Abfall, Wälder, Innovation und Strategische Ansätze), und „Information und Kommunikation“.

Weitere Informationen und die Antragsformulare finden Sie auf der LIFE+ - Webseite. Einreichfrist ist der 25. Juni 2013.

 LIFE+ Einreichungen für 2013
 Veröffentlichung Amtsblatt (deutsch)


27.02.2013

Natur und Biodiversität

CIPRA-Video: Was Gemeinden für Berghexen und Feuersalamander tun können

Die internationale Alpenschutzkommission CIPRA wirbt mit einem Video für den Erhalt der biologischen Vielfalt in den Alpen. Das Video richtet sich an GemeindevertreterInnen und zeigt auf, was diese tun können, um die Natur in den Alpen zu schützen.

„Die Vielfalt an Tieren und Pflanzen ist im Alpenraum besonders groß und wertvoll. Sie kann nur weiter bestehen, wenn die Lebensräume erhalten und miteinander verbunden bleiben. Gemeinden haben hierbei viele Möglichkeiten mitzuwirken“, schreibt CIPRA in einer Pressemitteilung.

Berghexe, Feuersalamander, Tamariske und Co: In den Alpen leben rund 43.000 Tier- und Pflanzenarten. Um zu gedeihen und sich fortzupflanzen, müssen sie sich frei bewegen können, informiert CIPRA.
„Will beispielsweise eine Gemeinde aus Biomasse Energie gewinnen, so bauen Landwirte möglicherweise nun auf bisherigen Wiesen intensive Kulturen an. Rehe finden auf solchen kahlen Feldern kaum mehr Deckung, um diese sicher überqueren zu können. So und auf viele andere Arten werden vielerorts in den Alpen funktionierende Verbindungen von Lebensräumen durchtrennt, oft unbedacht und meistens dauerhaft. Der Lebensraum der Tiere wird löchrig und die Vielfalt an Arten nimmt ab – manche Arten verschwinden sogar.“

Es gibt einen kurzen, rund 2-minütigen Trailer, sowie den 16-minütigen Kurzfilm, die beide auf der Webseite „Ecological Networks in the European Alps“ angesehen werden können. Auf dieser Webseite finden Gemeinden neben dem Film weitere Hilfsmittel für ihre Arbeit zur ökologischen Vernetzung sowie einen Katalog mit möglichen Umsetzungsmaßnahmen, eine Expertendatenbank und eine interaktive Karte, mit der sich das Vernetzungspotenzial eines beliebigen Gebietes darstellen lässt.

 CIPRA Pressemitteilung
 CIPRA Kurzfilm und Trailer, Informationsmaterial


20.02.2013

Chemie & Nanotechnologie, Landwirtschaft, Natur und Biodiversität

Pflanzenschutzmittel: Tödliche Gefahr für Frösche und Kröten

Amphibien sind die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere, und auch in Deutschland steht mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, berichtet der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) deuten jetzt darauf hin, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft mitverantwortlich für den Rückgang der Amphibien ist. „In Versuchen führten Pflanzenschutzmittel bei Grasfröschen schon in anwendungsüblichen Mengen zum Tod vieler Tiere“, berichtet der NABU.

Bei Vögeln und Säugetieren gibt es seit längerer Zeit die Diskussion, ob Pestizide über die Haut aufgenommen werden und wie groß die dadurch bedingte Gefahr ist. Die feuchte Haut von Amphibien absorbiert Stoffe in noch viel größeren Mengen, da sie im direkten Kontakt mit der Umwelt steht. Daher sei die Gefahr der „dermalen Exposition“ hoch.

„Amphibien nutzen landwirtschaftliche Flächen als Lebensraum und überqueren sie auf ihren Wanderungen zu den Laichgewässern“, sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth. „Die Studie zeigt Handlungsbedarf auf. Das Umweltbundesamt hält es für erforderlich, den Schutz der Amphibien in der Produktzulassung, aber auch in der landwirtschaftlichen Praxis stärker zu berücksichtigen.“


 NABU Pressemitteilung


13.02.2013

Natur und Biodiversität

Studie: Biodiversität schützt gegen ansteckende Krankheiten

Zwischen dem Verlust von Biodiversität und der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten unter den Menschen dürfte ein Zusammenhang bestehen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Impacts of biodiversity on the emergence and transmission of diseases“, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde. An der Studie war ein großes Team von amerikanischen und britischen WissenschafterInnen verschiedener Universitäten beteiligt. Die AutorInnen sind der Meinung, dass in vielen Fällen der Ausbruch und die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten bei den Menschen durch den Schutz einer vielfältigen Biodiversität reduziert werden könnte. Es gäbe immer mehr Beweise dafür, dass der Schutz und die Bewahrung von Ökosystemen in ihrem natürlichen Zustand die Häufigkeit von Infektionskrankheiten reduzieren könne.

Der Verlust von Biodiversität würde sich auf unterschiedliche Weise auswirken, schreiben die WissenschafterInnen. So würde zum Beispiel der Verlust von bestimmten Tierarten, die Krankheitsüberträger sind, dazu führen, dass die Krankheiten dann über andere Tiere schneller auf die Menschen übertragen werden, als das sonst der Fall wäre. In den USA verbreitet sich jetzt zum Beispiel die Lyme-Borreliose wegen der starken Ausrottung der Beutelratten – den ursprünglichen „Wirten“ für die Zecken – jetzt über Mäuse schneller. Die Beutelratten töteten nämlich die Zecken selber, was die Mäuse nicht tun. Dadurch stieg die Übertragungsrate dieser Krankheit auf die Menschen stark an.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse in englischer Sprache wurde von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission im Rahmen der „Science for Environment Policy“ -Reihe zusammengestellt. Der Zugriff auf den Volltext des Artikels ist der Fachzeitschrift „Nature“ ist kostenpflichtig.

 Science für Environment Policy: Link between biodiversity and human disease
 „Nature“: Impacts of biodiversity on the emergence and transmission of diseases (kostenpflichtig)


06.02.2013

Natur und Biodiversität, Umweltrecht

Umweltdachverband und Alpenverein fordern „Good Governance“ für Natura 2000-Gebiete

Die EU-Kommission forderte von Österreich erst vor Kurzem die Schaffung von rund 150 neuen Natura-2000 Gebieten ein. Sie kritisierte außerdem den mangelhaften Schutz der bestehenden Natura 2000-Gebiete. „Die vorliegenden Informationen bestätigen, dass das Natura 2000 Netzwerk in Österreich noch immer unvollständig ist. Sie belegen auch eindrucksvoll, dass die Tragweite der Unvollständigkeit der FFH-Gebietsmeldung durch die Republik Österreich offenbar viel gravierender ist als der Kommission bisher bekannt war“, schreibt die Kommission in ihrem Brief an die Republik Österreich.

„Diese Sichtweise der EU Kommission belegt nur, was ausnahmslos alle Naturschutzorganisationen in Österreich bereits seit rund 15 Jahren sagen: Natura 2000 wird seitens der Naturschutzbehörden der österreichischen Bundesländer, insbesondere aber auch der zuständigen politischen Referenten, nicht ernst genommen. Das vorliegende Schreiben ist nun die Rechnung, die dafür zu begleichen ist“, erklärte Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, während einer gemeinsamen Pressekonferenz des Umweltdachverbandes und des Alpenvereins am vergangenen Montag, bei der die Organisationen eine „Good Governance“ der Natura 2000-Gebiete forderten.

Es sei klar, dass die Ignoranz der Naturschutzverwaltung der Bundesländer massive wirtschaftliche Konsequenzen haben wird. „Die Kommission bittet die österreichischen Stellen nun um Mitteilung, wie sie beabsichtigen sicherzustellen, dass die für eine Vervollständigung des Natura 2000 Netzwerks in Österreich geeignetsten Gebiete trotz ihres aktuell unzureichenden gesetzlichen Schutzes vor einer Verschlechterung (im Sinne einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen und/oder Arten, für die diese Gebiete als FFH-Gebiete hätten gemeldet werden sollen) bewahrt werden sollen“, so die Kommission in einem weiteren Punkt des offiziellen Schreibens.

„Das heißt natürlich, dass Planungen und Projekte, die bisher in den nun von der Kommission eingeforderten Gebieten angegangen wurden, wieder in Frage gestellt werden müssen, unabhängig davon, ob es für die entsprechenden Projekte bereits aufrechte Bewilligungen gibt oder nicht. Die bisher aufgewendeten Mittel von privater oder öffentlicher Hand werden somit möglicherweise in den Sand gesetzt“, so Peter Haßlacher, Leiter der Abteilung Raumplanung und Naturschutz beim Österreichischen Alpenverein und Vizepräsident des Umweltdachverbandes.

Weitere Informationen sowie alle Unterlagen zur Pressekonferenz vom Montag finden Sie auf der Webseite des Umweltdachverbandes.

 Umweltdachverband: Good Governance für Natura 2000



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Factsheets

Das 7. Umweltaktionsprogramm
Dieses Factsheet informiert Sie über die zentralen Themen des 7. Umweltaktionsprogrammes mit Links zu den Dokumenten.
 Download Factsheet "Das 7. Umweltaktionsprogramm" (pdf, 414 Kb)
Übersicht über die EU Agrarpolitik ab 2011(DNR Factsheet)
Das Factsheet des Deutschen Naturschutzrings beinhaltet wichtige Informationen und Quellen sowie AnsprechpartnerInnen im Bezug auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
 Download Factsheet "Übersicht über die EU Agrarpolitik ab 2011(DNR Factsheet)" (pdf, 86 Kb)

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EUropa-Info

Ernährung & Umwelt
Produktion und Verarbeitung, Vermarktung und Konsum - das sind die Themenschwerpunkte dieser neuen Spezialausgabe zu Ernährung und die Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit.
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Wald & Umwelt
Wälder haben viele Funktionen. Sie dienen einserseits als Erholungsraum, sind wichtige Bewahrer von Biodiversität und sind andererseits Lieferant für Wirtschaft und Industrie. Anlässlich des Jahres der Wälder behandelt diese Ausgabe verschiedene Spektren rund um die Ressource Wald.

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Umwelt & Geld
Interessante Beiträge über grüne Veranlagungen und grüne Investitionspolitik zeigen Wege auf, wie in Zukunft Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Produktion und Gesellschaft forciert werden kann.
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Biodiversität
2010 war das Jahr der Biodiversität. Was wurde erreicht und was ist noch zu tun? Unsere AutorInnen aus dem In- und Ausland gehen diesen Fragen nach.
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EU-Förderungen für die Umwelt
Diese Ausgabe befasst sich mit den verschiedenen EU-Förderprogrammen für Natur und Umwelt. Ein Leitfaden mit allen wichtigen Kontaktadressen und Linktipps.
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Klimawandel & Sicherheit
Die Sicherheit der Lebensgrundlagen aller Menschen sollte uns ein großes Anliegen sein, denn die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebenssituation anderer Menschen werden uns in Zukunft beschäftigen, dies machen die Beiträge unser Autorinnen und Autoren deutlich.
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Dossiers

Placing on the market and use of biocidal products (repeal. Directive 98/8/EC)
Stand des Gesetzgebungsverfahrens
Genetically modified organisms GMOs: possibility for the Member States to restrict or prohibit the cultivation of GMOs in their territory (amend. Directive 2001/18/EC)
Stand des Gesetzgebungsverfahrens
Obligations of operators who place timber and timber products on the market
Procedure completed Veröffentlichung Amtsblatt
Sustainable EU policy for the High North
Procedure completed Entschließung

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Veranstaltungen

10th World Wilderness Congress WILD 10

Datum: 04.10.2013 - 10.10.2013
Ort: 37001 Salamanca/ES
Veranstalter: Secretariat of the Convention on Biological Diversity, Montreal QC H2Y 1N9 Canada
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Seminar Purpose and process of Management Planning for protected Areas

Datum: 02.09.2013 - 05.09.2013
Ort: 23777 Heringsdorf/D, Seminarzentrum Gut Siggen
Veranstalter: EUROPARC Federation, D-93047 Regensburg
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WRF World Resources Forum 2013

Datum: 14.06.2013 - 14.06.2013
Ort: 7270 Davos/CH, Congress Centre
Veranstalter: Conference Secretariat; CH-9014 St. Gallen
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Symposium zur Forschung in Schutzgebieten

Datum: 10.06.2013 - 12.06.2013
Ort: 5730 Mittersill/Tirol, Nationalpark Hohe Tauern
Veranstalter: Konferenzsekretariat Hohe Tauern National Park, A-5730 Mittersill
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5th Symposium for Research in Protected Areas

Datum: 10.06.2013 - 12.06.2013
Ort: 5730 Mittersill/A, NP Hohe Tauern
Veranstalter: Secretary of the Conference Hohe Tauern National Park, A-5730 Mittersill
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Links

 B.U.N.D. - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
eine "Bürgerbewegung" für die Natur, deutsches Mitglied von "Friends of the Earth"
 BirdLife Österreich
bundesweit tätige ornithologische Vereinigung Österreichs
 BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Das "Lebensministerium" informiert über Land, Forst, Umwelt und Wasser ebenso wie Lebensmittel, Bundesgärten und die Spanische Reitschule
 CIPRA International
Internationale Alpenschutzkommission (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) - zur Erhaltung von Natur- und Kulturerbe im Alpenraum
 Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol
regionaler Dachverband mit breiter Themenpalette
 Die LINKE.Ökologische Plattform
Deutsche Plattform für eine ökologische, nachhaltige Zukunft
 Distelverein
Zusammenschluß von Bauern/BäuerInnen, JägerInnen und NaturschützerInnen zur Förderung ländlicher Lebensräume
 DNR - Deutscher Naturschutzring
Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland
 DNR Info-Service
Pressemeldungen zu EU-Umweltpolitik und anderen Themen (für Umweltverbände und Fachleute nach Registrierung)
 EEA - Europäische Umweltagentur
Europas Tor zur Umweltinformation
 EEB - European Environmental Bureau
Dachverband für Umweltorganisationen in Europa mit Sitz in Brüssel
 ENDS Europe Daily
Europe´s Environmental News Service: täglicher Nachrichtendienst für umweltrelevante Themen - mit Schwerpunkt Europäische Union (kostenpflichtig)
 EU-Koordination des DNR
EU-Umweltnachrichten und wöchentlicher Newsletter vom Deutschen Naturschutzring DNR
 European Voice
Informationen rund um die wöchentlich erscheinende Zeitung; regelmäßige Umweltberichterstattung
 Global 2000
Themen wie zB Atom, Gentechnik, Klima, Pestizide, Regenwald, Verkehr oder Wasser; Mitglied von FOE International
 Greenpeace Österreich
Schwerpunkte Atom, Chemie, Gentechnik, Klima, Meer, Wald und Wale sowie ökologischer Fußabdruck
 Institut für den Donauraum und Mitteleuropa
Informationsstelle für sämtliche Belange des Donauraumes und der mitteleuropäischen Staaten
 IUCN
IUCN, the International Union for Conservation of Nature, helps the world find pragmatic solutions to our most pressing environment and development challenges.
 Kuratorium Wald
Informationen zum Thema Wald und Baum - vom Baum des Jahres bis zur Woche des Waldes
 Lexikon Waldschädigende Luftverunreinigungen und Klimawandel
Das Lexikon "Waldschädigende Luftverunreinigungen" von Stefan Smidt enthält über 4300 einschlägige Schlagworte mit Querverweisen und englischen Übersetzungen
 Naturfreunde Österreich
engagieren sich seit mehr als 100 Jahren im Natur- und Umweltschutz
 Naturschutzbund Niederösterreich
verstehen sich als Anwalt der Natur in Niederösterreich
 Naturschutzbund Österreich
setzt sich seit 1913 für Schutz und Erhaltung der österreichischen Natur und ihrer Bewohner ein
 OeAV - Österreichischer Alpenverein
mit eigenem Schwerpunkt zu alpiner Raumordnung, Naturschutz und Alpenkonvention
 Ökobüro
Koordinationsstelle österreichischer Umweltorganisationen
 respect - Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung
außeruniversitäre Forschungs- und Bildungseinrichtung zu Fragen der Nachhaltigkeit im Tourismus
 Umweltbundesamt
Informationen über die Umweltsituation in Österreich, österreichisches Umweltregister, etc.
 Umweltdachverband
Lobby, Netzwerk und Servicestelle für Natur- und Umweltschutz mit 34 Mitgliedsorganisationen
 Umweltseiten Lebensministerium
Direkter Einstieg zu den Umweltseiten im BMLFUW

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