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EU-News

13.05.2015

Chemie & Nanotechnologie, Konsumentenschutz, Wasser

Mikroplastikkonferenz in Brüssel: Europäische Antworten gefordert

Mikroplastik ist eine Bedrohung für die Umwelt, die nicht an nationalen Grenzen halt macht. Es findet sich in Konsumgütern wie Zahnpasta und Duschgels, entsteht aber auch bei der Zersetzung von anderen Plastikgütern, wie z. B. Kunstfasern, Autoreifen und Plastiktaschen, und wird über Abwasser, Flüsse und Luft in der Umwelt verteilt.

Daher fordert eine Initiative, an der das österreichische Umweltministerium maßgeblich beteiligt ist, ein koordiniertes Vorgehen der EU zur Vermeidung von Mikroplastik-Verschmutzung. Diese Woche trafen sich VertreterInnen von Industrie, europäischer Umweltagenturen, der EU-Kommission und NGOs bei der ersten Mikroplastik.Konferenz in Brüssel, um konkrete Schritte zu diskutieren.

VertreterInnen mehrerer Umweltagenturen, darunter Karl Kienzl vom österreichischen Umweltbundesamt (UBA), präsentierten die neuesten Studien zu Mikroplastik-Verschmutzung. Während Einigkeit über das enorme Ausmaß des Problems herrscht, besteht im Detail noch großer Forschungsbedarf. So beschäftigt sich etwa der Großteil der bisherigen Untersuchungen mit Verschmutzung in maritimen Gewässern, während über jene in Böden und Flüssen noch wenig bekannt ist.

Außerdem sind die Daten einzelner Studien aufgrund der methodischen Unterschiede der Untersuchungen bisher kaum vergleichbar. Als entscheidender Punkt wurde daher eine europaweite Harmonisierung der Messstandards gefordert.

Als Maßnahmen zur Bekämpfung von Mikroplastik-Verschmutzung wurde neben effizientem Recycling vor allem auch die Vermeidung von Plastik, insbesondere in Gegenständen zum einmaligen Gebrauch, diskutiert. Uneinigkeit bestand über die Erreichung dieser Ziele. Während VertreterInnen der Industrie freiwillige Selbstverpflichtungen als ausreichend sahen und die Verantwortung der VerbraucherInnen betonten, verlangten NGOs wie „Seas at Risk“ rechtlich verpflichtende Vorgaben zur Reduktion der Produktion von Plastikgütern.

Auf der Konferenz bekannten sich unter anderem EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und der österreichische Umweltminister Andrä Rupprechter klar zu dem Ziel der Vermeidung von Mikroplastik-Verschmutzung. Kommissar Vella kündigte an, dass der für den Herbst erwartete neue Vorschlag der Kommission zur Kreislaufwirtschaft (‚Circular Economy Package‘) auch „ehrgeizige Ziele“ für das Recycling von Plastikgütern enthalten werde.

Außerdem stellte das Europäische Netzwerk der Leiter der Umweltschutzagenturen (EPA) die Einrichtung einer Arbeitsgruppe in Aussicht, die möglichst viele Stakeholder aus Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammenbringen soll. Ein Beschluss über die Errichtung der Arbeitsgruppe soll bei der EPA-Konferenz im September erfolgen.

Ende des Jahres wird eine weitere Konferenz zum Thema Mikroplastik in Meeren im Rahmen der Konvention zum Schutz der Nord-Ostsee (OSPAR) abgehalten werden.

 Umweltministerium: Pressemitteilung
 OSPAR: Marin Litter Regional Action Plan
 EPA


15.04.2015

Wasser

Umweltdachverband-Seminar: Maßnahmen im Zuge des 2. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans

Der Umweltdachverband lädt zu einem Seminar über den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan ein.

„Im zweiten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (2. NGP), der Ende Dezember 2015 verordnet werden wird, werden die zu erreichenden Erhaltungs- und Sanierungsziele für die heimischen Gewässer sowie die Maßnahmen, mit denen diese Ziele zu erreichen sind, festgelegt. Diese Maßnahmen dienen der Erhaltung bzw. Erreichung eines guten chemischen und ökologischen Zustandes bzw. Potenzials der Gewässer und somit der Erreichung der durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgegebenen Ziele bis 2021 bzw. längstens 2027.“

Die vierte Seminarreihe „Maßnahmen im Zuge des 2. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans“ bietet Raum für die Präsentation und Diskussion der in den einzelnen Bundesländern geplanten Gewässersanierungsmaßnahmen in der Periode 2015 – 2021, und versteht sich gleichzeitig als Beitrag zur Unterstützung des Stellungnahmeprozesses zum Entwurf des 2. NGP im ersten Halbjahr 2015.

Die Seminare sind eine Veranstaltungsreihe des Umweltdachverbandes und des Österreichischen Fischereiverbandes in Zusammenarbeit mit dem BMLFUW im Rahmen des LE-Projektes „Gemeingut Wasser im Spannungsfeld der Interessen: Umsetzung des NGP. Wir informieren SIE – SIE bilden sich Ihre Meinung“.

Die Seminare finden an vier Terminen im Mai in ganz Österreich statt. Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenlos.

 Umweltdachverband


18.03.2015

Wasser

BMLFUW: 10 Punkte-Maßnahmenprogramm gegen Plastik in Gewässern

„Plastik in unseren Gewässern ist ein Problem – egal ob in Meeren, Flüssen oder Seen. Das gehen wir aktiv an“, sagte Bundesminister Andrä Rupprechter anlässlich der Präsentation zweier Studien über die Qualität des Wassers in der Donau am 12. März 2015 in Wien.

Die europaweit einzigartige Untersuchung „Plastik in der Donau“ zeigt, dass jährlich zirka 40 Tonnen Plastik über die Donau aus Österreich abtransportiert werden. Der Großteil stammt aus „diffusen“ Quellen. „Jetzt haben wir aussagekräftige Daten auf dem Tisch. Mit einem 10-Punkte-Maßnahmenprogramm setze ich mich auf europäischer und nationaler Ebene für saubere Gewässer ein. So brauchen wir beispielsweise europaweit einheitliche Messstandards und Grenzwerte genauso wie die Weiterführung des Messprogramms an ausgewählten Flüssen“, sagte Minister Rupprechter. Gemeinsam mit der Kunststoffindustrie hat das BMLFUW die „Zero Pellets Loss Initiative“ ins Leben gerufen. Geplant sind technologische Verbesserungen, um Umweltbelastungen weiter zu reduzieren.

Bei der Studie wurden das Vorkommen von kleinen Kunststoffpartikeln in der Donau untersucht, Informationen über mögliche Eintragspfade gesammelt und Auswirkungen auf Ökosysteme geprüft. Die Arbeiten erfolgten unter Federführung des Umweltbundesamtes gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur und der ViaDonau im Auftrag des BMLFUW und der Bundesländer OÖ, NÖ und Wien.

Im September 2013 fand die weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition mit den bisher umfangreichsten Untersuchungen der gesamten Donau statt. Ein internationales Team aus 20 WissenschafterInnen hat sechs Wochen lang 2.400 km Donaustrecke an 68 Probenstellen in 14 Donauländern untersucht. 800 einzelne Parameter wurden dabei unter die Lupe genommen und neue Methoden getestet. Festgestellt wurde ein erfreulich hohes Maß an biologischer Vielfalt mit insgesamt 1300 Arten, darunter 67 Fischarten. Nährstoffbelastungen durch Stickstoff und Phosphor sind gesunken, mehrere 100 neuaufkommende Substanzen wurden dokumentiert, zumeist in extrem niedrigen Konzentrationen. Verbesserungswürdig sind Lebensraumstrukturen, die Wandermöglichkeiten für Fische, Überflutungsräume und die Anbindung der Auen.

 BMLFUW Pressemitteilung
 Joint Danube Survey 3


18.03.2015

Wasser

Bericht über die Umsetzung des EU-Wasserrechts: Fortschritte, aber weiterer Handlungsbedarf

Die EU-Kommission hat am 9. März 2015 ihre erste Mitteilung und zwei dazugehörige Berichte veröffentlicht, in denen sie darzulegen versucht, wie die Wasserpolitik zum grünen und blauen Wirtschaftswachstum beitragen kann.

Aufgrund jahrzehntelanger Schädigung und ineffizienter Bewirtschaftung liegt das Ziel eines guten Umweltzustands für alle EU-Gewässer laut Angaben der Kommission noch in weiter Ferne. Dies wiederum verursacht zusätzliche Kosten bei der Wasseraufbereitung und Risiken für die menschliche Gesundheit. Besonders große Probleme entstehen unter anderem durch die übermäßige Wasserentnahme zur Bewässerung im Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer, die weitverbreitete Belastung durch Düngemittel aus der Landwirtschaft und Eingriffe in Flussläufe infolge schlecht geplanter Wasserkraft- oder Hochwasserschutzanlagen sowie Maßnahmen zur Förderung der Schifffahrt.

Ein wichtiges Ziel des EU-Wasserrechts, nämlich die Herstellung eines guten ökologischen Zustands bis 2015, wurde bei fast der Hälfte aller EU-Oberflächengewässer noch nicht erreicht. Besonders ausgeprägt sind die Lücken bei der Überwachung des chemischen Zustands der Oberflächengewässer. 40 % der Gewässer sind noch nicht erfasst.

Ergänzt wird die Mitteilung der EU-Kommission durch zwei Hintergrundpapiere, in denen die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Hochwasserrichtlinie untersucht wird und den Mitgliedstaaten entsprechende Empfehlungen gegeben werden. In fünf weiteren Berichten werden die Bewirtschaftungspläne für die Flusseinzugsgebiete der Mitgliedstaaten bewertet, die bei der Bewertung der Kommission von 2012 nicht berücksichtigt wurden.

 EU-Kommission Pressemitteilung
 Water Framework Directive – Implementation Reports (Englisch)


04.03.2015

Umweltrecht, Wasser

Natura 2000: Tiroler Landesregierung weist Flussgebietssystem Isel als Natura 2000-Gebiet aus

Der Umweltdachverband zeigt sich erfreut über die Entscheidung der Tiroler Landesregierung, die Isel als Natura 2000-Gebiet auszuweisen. „Damit ist jetzt die Basis dafür geschaffen, dass dieser letzte große frei fließende und ökologisch funktionsfähige Gletscherfluss der Ost-Alpen in seiner Dynamik bewahrt wird und einer der wenigen verbliebenen, repräsentativen Lebensräume der Deutschen Tamariske für zukünftige Generationen erhalten bleibt“, betont Franz Maier, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, in einer ersten Reaktion.

Gleichzeitig wurde mit dieser Entscheidung sichergestellt, dass die Kraftwerkspläne an der Isel ad acta zu legen sind. Mit dem Prädikat Natura 2000 und der EU als Garant für den Erhalt dieses wertvollen Gletscherflusses wird gewährleistet, dass die gesamte Isel in ihrer urtypischen und natürlichen Gewässerdynamik als ökologisches Rückgrat für die derzeitigen und künftigen Tamariskenpopulationen erhalten bleibt. Das letzte Wort bezüglich der Ausweisung der Zubringerbäche Tauernbach, Schwarzach und Kalserbach ist allerdings noch nicht gesprochen – diesbezüglich muss noch nachjustiert werden.

„Es gilt weiterhin Vorsicht walten zu lassen und ein Auge auf diverse Kraftwerksplanungen zu haben. Schlussendlich zeigt die Causa Isel, dass sich jahrzehntelanges hartes und konsequentes Arbeiten auszahlt. Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben: dem Alpenverein, den Naturfreunden, dem Netzwerk Wasser Osttirol, den Iselfrauen, und allen anderen Naturschutzorganisationen – sie sind die wahren Naturschutzhelden und -heldinnen des Tages“, so Maier abschließend.

 Umweltdachverband Pressemeldung


22.01.2015

Wasser

Mitreden bei der lebenswichtigen Ressource Wasser: Öffentlichkeitsbeteiligung zu wichtigen Wasserthemen wurde mit 21. Jänner 2015 für 6 Monate gestartet

Wie der zukünftige Weg für unsere Gewässer aussehen kann, steht in den Entwürfen des 2. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans und des 1. Nationalen Hochwasserrisikomanagementplans, die seit gestern bis 21. Juli 2015 zur Stellungnahme aufliegen. Der Zustand unserer Gewässer muss in den nächsten Jahren weiter verbessert und nachhaltig gesichert werden. Gleichzeitig soll das Hochwasserrisiko reduziert sowie das Restrisiko bewusster wahrgenommen werden.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert, dass unsere Gewässer ökologisch funktionsfähige Lebensräume für Tiere und Pflanzen sein müssen und gleichzeitig unterschiedliche Nutzungsansprüche der Menschen erfüllen können. Es ist eine unverzichtbare Ressource für die Landwirtschaft, für Freizeit, Tourismus und Energiewirtschaft. Die nationale Umsetzung dieses Zieles erfolgt durch einen Gewässerbewirtschaftungsplan. Dieser legt fest, wie und wann das Ziel des „guten Zustands“ der Gewässer erreicht werden soll. Der erste Bewirtschaftungsplan wurde 2010 veröffentlicht. In der Zwischenzeit wurden viele wertvolle Maßnahmen an unseren Gewässern gesetzt: Fischaufstiegshilfen wurden errichtet, Flüsse und Bäche wurden naturnaher gestaltet, der Ausbau von Kanal und Kläranlagen weiter vorangetrieben und auch diffuse Einträge reduziert.

Die EU-Hochwasserrichtlinie fordert, dass bis 2015 umfassende Maßnahmenprogramme zur Reduktion der Hochwasserrisiken vorgelegt werden. Die Nationale Umsetzung dieses Ziels erfolgt durch den Hochwasserrisikomanagementplan. Dieser legt fest, durch welche Maßnahmen das Ziel der Reduktion von Hochwasserrisiken erreicht werden soll.

Der Umweltdachverband wünscht sich eine ambitioniertere Herangehensweise für die Zielerreichung in der 2. Planungsperiode 2016-2021. "Die Wasserrahmenrichtlinie ist eines der wichtigsten Leitinstrumente des nationalen Gewässerschutzes. Die Anzahl der bisherigen Sanierungsmaßnahmen reicht jedoch nicht aus, um den Zustand unserer Gewässer nachhaltig zu sichern bzw. zu verbessern und damit den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden. Wir erwarten daher von diesem jetzt zur Diskussion stehenden 2. NGP, dass ein ambitionierteres Sanierungsprogramm im Zentrum steht", so Franz Maier, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Die 2013 durchgeführte Bestandsaufnahme der heimischen Gewässer zeigte auf, dass für 2/3 aller Gewässer noch immer das Risiko besteht, bis zur Zwischenetappe 2021 den guten ökologischen Zustand zu verfehlen. "Angesichts dieser prognostizierten Zielverfehlung erweisen sich die bislang gesetzten Maßnahmen als quantitativ nicht hinreichend", ergänzt Manuel Hinterhofer, Geschäftsführer des Österreichischen Fischereiverbandes und Vizepräsident des Umweltdachverbandes.

 BMLFUW Pressemitteilung
 Umweltdachverband Pressemitteilung
 Viele nützliche Infos auf www.wasseraktiv.at
 Entwürfe und weitere Information zur Öffentlichkeitsbeteiligung
 Broschüre zum 2. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan
 Broschüre zum 1. Nationalen Hochwasserrisikomanagementplan


03.12.2014

Nachhaltigkeit und Ressourcen, Wasser

30 Jahre Hainburg: Au-Wanderung & Festakt "Hainburger Erklärung"

Sie haben vor 30 Jahren selbst Ihr Lager in der Stopfenreuther Au aufgeschlagen, um den Bau des Kraftwerks Hainburg zu verhindern? Und/Oder Sie würden gerne wissen, welche umwelt- und demokratiepolitischen Herausforderungen heute (immer noch) anstehen?

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des „Sternmarsches“ am 8.12.1984 laden die Au-AktivistInnen Freda Meissner-Blau, Bernd Lötsch, Doris Holler-Bruckner, Günter Schobesberger, Wolfgang Rehm und Gerhard Heilingbrunner – stellvertretend für tausende weitere BesetzerInnen – alle Hainburg-„VeteranInnen“ und -Interessierte am Montag, den 8. Dezember 2014 zu einer Au-Wanderung und anschließendem Festakt mit Präsentation der „Hainburger Erklärung“ zum Forsthaus in Stopfenreuth.

11:30 Uhr - Geführte Wanderung vom Bahnhof Bad Deutsch-Altenburg nach
Stopfenreuth
13:30 Uhr - Festakt in Stopfenreuth (Forsthaus) mit „Hainburger
Erklärung“
15:00 Uhr - Filmvorführung im Forsthaus: „Hainburg – eine Bewegung
setzt sich durch“

Die Veranstaltung – inklusive Wanderung – findet bei jeder Witterung statt. Der Eintritt ist frei!
Bei Teilnahme an der Wanderung bitten wir um Anmeldung.

Nähere Infos zu An- und Abreise, zur Wanderroute sowie zum gesamten Tagesprogramm finden Sie in der Einladung.

 Einladung
 Anmeldung


26.11.2014

Natur und Biodiversität, Umweltrecht, Wasser

Umweltdachverband: Tiroler Naturschutzgesetz-Novelle hebelt Umwelt- und Naturschutz zugunsten von Vorhaben der Energiewende aus

Das Fazit zur vorliegenden Novelle des Tiroler Naturschutzgesetzes, welche auf die rechtliche Legitimierung zur verstärkten Nutzung der Wasserkraft abzielt, fällt ernüchternd aus, kritisiert der Umweltdachverband in einer Pressemitteilung: „Wir lehnen die in der Novelle vorgesehenen, überschießenden Begünstigungen von Vorhaben unter dem Deckmantel der Energiewende, vor allem im Bereich der Wasserkraft, dezidiert ab, da diese weder energiepolitisch sinnvoll, noch mit den Vorgaben der Natura 2000-Richtlinien vereinbar sind“, sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Die derzeit im Tiroler Oberland geplanten Projekte – darunter die Großkraftwerke Kaunertal und Kühtai – würden zu erheblichen Beeinträchtigungen für Lebensräume von Vögeln und anderen Arten von europäischer Bedeutung führen und damit die Schutzbestimmungen der Fauna-Flora-Habitat- sowie der Vogelschutz-Richtlinie (Natura 2000) unterlaufen, so der Umweltdachverband. Zudem soll auch der Schutzstatus von Ruhegebieten zugunsten der Errichtung dieser Großkraftwerke stark aufgeweicht werden.

Außerdem wurden die Parteistellungrechte von Umwelt-NGOs wurden nach wie vor nicht in der Novelle verankert, obwohl die EU-Kommission bereits im Juli diesen Jahres ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der fehlenden Beschwerderechte von NGOs in Umweltverfahren gegen die Republik Österreich eröffnet hat, da dies gegen die Aarhus-Konvention und gegen europarechtliche Verpflichtungen verstößt.

Zur Erreichung einer autarken Stromversorgung im gesamten Landesgebiet bis 2030 soll das Regierungsübereinkommen den weiteren Ausbau der Wasserkraft legitimieren. Dabei produzierten laut Energiebilanz Tirol der Statistik Austria die Tiroler Wasserkraftwerke bereits 2012 mehr Energie für die Stromversorgung als das Land verbraucht. Dazu kommt, so der Umweltdachverband, dass rund 75 % des bestehenden Wasserkraftpotenzials Österreichs bereits ausgeschöpft sind. Ein weiterer Ausbau würde also weder zu den in der „Novelle formulierten Autarkiezielen beitragen noch Klimaschutz noch Energieimportabhängigkeit wesentlich beeinflussen.“

Aus Sicht des Umweltdachverbandes konterkarieren die geplanten Projekte die Zielvorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie bzw. des 1. Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans – und das, obwohl die Wasserkraftnutzung hauptverantwortlich für den schlechten ökologischen Zustand der heimischen Flüsse ist. „Das übergeordnete öffentliche Interesse für die Ausnahme vom Verschlechterungsverbot ist mit dem Motiv des Beitrags der neuen Projekte zum Erreichen der Energieziele nicht nachvollziehbar begründet, die Prüfung von energiewirtschaftlichen Alternativen fehlt“, kritisiert der Umweltdachverband.

 Umweltdachverband Pressemitteilung


12.11.2014

Umweltrecht, Wasser

EuGH erschwert Flussvertiefungen

Laut dem Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), Niilo Jääskinen, muss der Grund für eine Flussvertiefung von übergeordnetem öffentlichem Interesse sein. Es genüge nicht, wenn ausschließlich wirtschaftliche Belange Beachtung fänden. Wasserqualität hätte oberste Priorität.

Die deutsche Umweltorganisation BUND klagte gegen den Ausbau der Weser zwischen der Mündung und Bremen für größere Containerschiffe, da der EuGH über Vorlagefragen des Bundesverfassungsgerichts zu entscheiden habe. Nach geltendem EU-Recht, insbesondere der Wasserrahmenrichtlinie, darf sich der Zustand von Gewässern nicht verschlechtern, auch dann nicht, wenn eine Verschlechterung innerhalb einer der fünf Kategorien (von sehr gut bis schlecht) festzustellen ist, sich die Einstufung aber nicht verändert.

Dazu, ob die Weservertiefung von übergeordnetem Interesse ist, äußerte sich Jääskinen nicht. Das Gutachten dient meistens als Vorlage für den EuGH. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet. Es wird auch Auswirkungen auf die Elbvertiefung bei Hamburg haben. Der BUND zeigt sich in seiner Pressemitteilung kämpferisch: „Wenn der Europäische Gerichtshof demnächst auf der vorgezeichneten Linie des Generalanwalts entscheiden sollte, ist das Verschlechterungsverbot im europäischen Wasserrecht nicht länger ein zahnloser Tiger.“ [Quelle, DNR]

 Quelle: Website DNR
 Schlussantrag des Generalanwalts Niilo Jääskinen
 BUND Pressemitteilung


24.09.2014

Wasser

Einreichfrist für Neptun Wasserpreis 2015 angelaufen

Die Einreichfrist für den Neptun Wasserpreis ist anglaufen, bis zum 15. Oktober können in den Kategorien WasserFORSCHT, WasserGLOBAL und WasserKREATIV eingereicht werden.

Der seit 1999 alle zwei Jahre verliehene Neptun Wasserpreis stellt vorbildliche Initiativen, lokales Engagement, aktuelle Innovationen und Forschungsergebnisse sowie kreative Herangehensweisen zum Thema Wasser in den Mittelpunkt. Diese werden im März 2015 rund um den Weltwassertag ausgezeichnet. Die unterschiedlichen Kategorien sind mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Einreichen können Einzelpersonen, Kreative, Unternehmen, Verbände und Gemeinden. Das aktualisierte Onlinetool macht die Teilnahme heuer deutlich schneller und einfacher.

Bundesminister Rupprechter wird die Preise im März 2015 im Rahmen der Neptun-Wasserpreis Abschlussveranstaltung übergeben. Gesucht wird ab heuer erstmals auch die Neptun WasserpreisGEMEINDE 2015. In Wien wird in der Publikumskategorie „Mein schönster Wasserplatz“ gesucht.

Der Neptun Wasserpreis 2015 wird getragen vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) sowie dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV).

 Neptun Wasserpreis Anmeldung



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Factsheets

Das 7. Umweltaktionsprogramm
Dieses Factsheet informiert Sie über die zentralen Themen des 7. Umweltaktionsprogrammes mit Links zu den Dokumenten.
 Download Factsheet "Das 7. Umweltaktionsprogramm" (pdf, 414 Kb)
Übersicht über die EU-Wasserpolitik 2011+ (DNR Factsheet)
Dieses Factsheet bietet eine Übersicht der Pläne im Bereich europäische Wasserpolitik für die kommenden Jahren.
 Download Factsheet "Übersicht über die EU-Wasserpolitik 2011+ (DNR Factsheet)" (pdf, 278 Kb)

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EUropa-Info

Wasser: Umwelt und Ressourcenkosten
Die EU-Mitgliedsstaaten müssen auf Basis des Verursacherprinzips bei der Bepreisung von Wasserdienstleistungen auch Umwelt- und Ressourcenkosten berücksichtigen. Bei der Auslegung des Artikels 9 gehen die Meinungen jedoch auseinander. In dieser Ausgabe beleuchten ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen dieses überaus brisante Thema.
 Download PDF
Ernährung & Umwelt
Produktion und Verarbeitung, Vermarktung und Konsum - das sind die Themenschwerpunkte dieser neuen Spezialausgabe zu Ernährung und die Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit.
 Download PDF

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Veranstaltungen

International Scientific Conference: Our Common Future Under Climate Change

Datum: 07.07.2015 - 10.07.2015
Ort: 75007 Paris/F, UNESCO Headquarter, 7 Place de Fontenoy
Veranstalter: Conference CFCC-2015, Université Pierre et Marie Curie (UPMC), F-75252 Paris
 Details anzeigen
AGAW Symposium Wasserkraft im Wettbewerb

Datum: 25.06.2015 - 26.06.2015
Ort: 6020 Innsbruck/A, Hotel Hilton in Innsbruck
Veranstalter: ARGE Alpine Wasserkraft, AGAW Büro Wien c/o Verein für Ökologie und Umweltforschung, A-1020 Wien
 Details anzeigen
Nature-based solutions for climate change mitigation: from deforestation to forest restoration

Datum: 03.06.2015 - 03.06.2015
Ort: 1000 Brussels/B, Tour et Taxis
Veranstalter: IUCN, UNESCO, Fairventures
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Links

 BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Das "Lebensministerium" informiert über Land, Forst, Umwelt und Wasser ebenso wie Lebensmittel, Bundesgärten und die Spanische Reitschule
 CIPRA International
Internationale Alpenschutzkommission (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) - zur Erhaltung von Natur- und Kulturerbe im Alpenraum
 Die LINKE.Ökologische Plattform
Deutsche Plattform für eine ökologische, nachhaltige Zukunft
 DNR - Deutscher Naturschutzring
Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland
 EEA - Europäische Umweltagentur
Europas Tor zur Umweltinformation
 EEB - European Environmental Bureau
Dachverband für Umweltorganisationen in Europa mit Sitz in Brüssel
 ENDS Europe Daily
Europe´s Environmental News Service: täglicher Nachrichtendienst für umweltrelevante Themen - mit Schwerpunkt Europäische Union (kostenpflichtig)
 Greenpeace Österreich
Schwerpunkte Atom, Chemie, Gentechnik, Klima, Meer, Wald und Wale sowie ökologischer Fußabdruck
 Institut für den Donauraum und Mitteleuropa
Informationsstelle für sämtliche Belange des Donauraumes und der mitteleuropäischen Staaten
 IUCN
IUCN, the International Union for Conservation of Nature, helps the world find pragmatic solutions to our most pressing environment and development challenges.
 Umweltbundesamt
Informationen über die Umweltsituation in Österreich, österreichisches Umweltregister, etc.
 Umweltdachverband
Lobby, Netzwerk und Servicestelle für Natur- und Umweltschutz mit 34 Mitgliedsorganisationen
 Umweltseiten Lebensministerium
Direkter Einstieg zu den Umweltseiten im BMLFUW

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