Chemie & Nanotechnologie  

 EU-News
 Factsheets
 Europa-Info
 Dossiers
 Links



 

EU-News

19.08.2015

Chemie & Nanotechnologie

REACH: Unternehmen sind bei Registrierung nachlässig

Über die Hälfte der Unternehmensanträge für wirtschaftlich wichtige Chemikalien enthalten unzureichende Informationen, um mögliche Risiken für Mensch und Umwelt zu bewerten. Das ist das Ergebnis einer Studie vom deutschen Bundesumweltamt (UBA) und dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

58 Prozent der 1.814 geprüften Anträge für die Registrierung beim EU-Chemikalienregister REACH für wirtschaftlich wichtige Chemikalien erfüllen mindestens eine von sieben Anforderungen nicht, 27 Prozent sogar zwei oder mehr. Zu diesen Anforderungen zählen Informationen zum Abbau in der Umwelt oder zu Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit.



Wenn Unternehmen eine Chemikalie auf den Markt bringen wollen, müssen sie für ECHA ein Registrierungsdossier mit wichtigen Informationen erstellen. Fünf Prozent davon überprüft die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) auf Vollständigkeit. Das ist zu wenig, findet Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Die ECHA benötigt zusätzliche Ressourcen für die Prüfung der Registrierungen. Die Situation wird sich nur verbessern, wenn ausreichend Dossiers geprüft und unzureichende Registrierungen nicht akzeptiert werden.“



„Um die Qualität der Registrierungsdossiers zu verbessern, müssen fehlende oder ungenügende Daten zu den toxikologischen und ökotoxikologischen Endpunkten unbedingt ergänzt werden“, fordert auch der Präsident des BfR Andreas Hensel.



Die Europäische Kommission hat im Juni vorgeschlagen, das Ablaufdatum sowie das letzte Antragsdatum für 23 Substanzen einer bestimmten Chemikaliengruppe des REACH-Registers für drei Jahre zu verlängern. Dies soll für Chemikalien gelten, die als Ersatzkomponenten für Produkte fungieren, die bereits auf dem Markt sind, aber dessen Produktion vor dem Ablaufdatum enden wird. RepräsentantInnen von Mitgliedsländern sehen diesen Vorschlag als eine falsche Anreizsetzung für Unternehmen, die den Autorisierungsanforderungen bereits hinterherhinken. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: REACH: Unternehmen sind bei Registrierung zu nachlässig
 Zusammenfassung der Studie vom UBA
 Vollständige Studie (Englisch)
 Vorschlag der EU-Kommission (engl.)


10.08.2015

Chemie & Nanotechnologie, Gentechnik

Glyphosat verändert Erbgut – EU muss WHO-Studie überprüfen

Das weltweit am meisten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht nur "wahrscheinlich krebserregend", sondern verändert auch das Erbgut. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) muss die Marktzulassung für Glyphosat nun neu untersuchen.

Die WissenschaftlerInnen der IARC haben ihren vollständigen Bericht veröffentlicht und begründen ausführlich ihr Urteil vom März 2015. Aufgrund der neuen Erkenntnis des erbgutverändernden Potenzials des Stoffes können die WissenschaftlerInnen keinen für die Gesundheit unbedenklichen Grenzwert festlegen. Der Mensch sollte bestenfalls gar nicht mit Glyphosat in Berührung kommen.

Die EFSA gab bekannt, dass sie die Ergebnisse der IARC in der Begutachtung des Berichtes des deutschen Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) berücksichtigen werde. Das BfR arbeitet für die EU und ist zuständig für die Neuzulassung von Glyphosat. Es hatte das Herbizid als nicht krebserregend bezeichnet. Umweltverbände wie der NABU und der BUND fordern ein sofortiges Verbot von Glyphosat.

„Es ist unverantwortlich, Glyphosat weiter als unbedenklich einzustufen. Das Bewertungsdossier des BfR kann nicht als Grundlage für das weitere Verfahren um Glyphosat dienen und muss zurückgezogen werden. Die Zulassung von Glyphosat muss ausgesetzt werden, um Schäden von Mensch und Umwelt fernzuhalten. Außer möglichen gesundheitlichen Risiken ist zweifelsfrei belegt, dass Glyphosat zum weiteren Rückgang der Artenvielfalt beiträgt und zahlreiche Boden- und Wasserorganismen schädigt“, sagt der Pestizidexperte Tomas Brückmann des BUND.

Die EFSA wird ihre Ergebnisse Ende des Jahres veröffentlichen. Dann liegt es an der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten zu entscheiden, ob Glyphosat auf dem Markt bleibt. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: Glyphosat verändert Erbgut – EU muss WHO-Studie überprüfen
 IARC-Bericht (Englisch)
 EFSA Pressemitteilung (Englisch)
 BUND Stellungnahme


10.08.2015

Chemie & Nanotechnologie

Neue BMLFUW-Publikation: Achtung CLP 2015

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (BMLFUW) hat eine neue Broschüre veröffentlicht, die sich an Unternehmen richtet, die Gemische mit gefährlichen Chemikalien herstellen, diese zusammenmischen, abfüllen, importieren oder innerhalb der EU vertreiben. Diese Chemikalien müssen seit dem 1. Juni 2015 nach der CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet sein.

Die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von gefährlichen Chemikalien in der Europäischen Union beruht auf einem weltweit anerkannten System (GHS). Es erleichtert den internationalen Handel und sorgt für eine einheitliche Kommunikation chemischer Gefahren im Sinne einer besseren Gesundheit und von mehr Sicherheit und Umweltschutz. Durch Einhaltung dieser weltweit gültigen Regeln soll das öffentliche Vertrauen in die sichere Anwendung von Chemikalien gestärkt werden. Durch die Vorgaben in der Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP) wird gewährleistet, dass ArbeitnehmerInnen und VerbraucherInnen klar über die von den Chemikalien ausgehenden Gefahren informiert werden.

Die bisherigen Einstufungskriterien könnten sich durch diese EU-Verordnung geändert haben. Die Broschüre steht auf der Webseite des BMLFUW gratis als Download zur Verfügung.

 BMLFUW-Broschüre: Achtung CLP 2015


05.08.2015

Chemie & Nanotechnologie

Strengere Regeln für Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingartenbereich

Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingartenbereich dürfen bald nur noch von speziell ausgebildeten Personen verkauft werden. Das sieht eine Novelle zur Pflanzenschutzmittelverordnung vor, informiert das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW).

HobbygärtnerInnen können Pflanzenschutzmittel künftig nur mehr im Fachhandel erwerben. Eine Abgabe im Lebensmitteleinzelhandel oder in Form der Selbstbedienung ist nicht erlaubt. Die Mittel müssen eigens für die Verwendung im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sein und dürfen keine schwerwiegenden gefährlichen Eigenschaften aufweisen.
Pflanzenschutzschutzmittel für den Haus- und Kleingartenbereich müssen so beschaffen sein, dass sie ohne spezifische Kenntnisse sicher verwendet werden können. Diese Mittel müssen speziell für die Verwendung im Haus- und Kleingartenbereich gekennzeichnet sein.

Ab 26. November 2015 müssen alle Personen, die im Fachhandel Pflanzenschutzmittel verkaufen oder Kunden beraten, eine fachspezifische Ausbildung absolviert haben und über eine entsprechende Bescheinigung verfügen. In jedem Fall muss eine entsprechend ausgebildete Person im Unternehmen während der Geschäfts- und Betriebszeiten anwesend sein. So soll gewährleistet werden, dass alle HobbygärtnerInnen bestmöglich über die sachgerechte Anwendung sowie die Risiken der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln aufgeklärt werden. Ziel ist auch eine Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten bezüglich der Verwendung solcher Produkte.

Um eine flächendeckende Schulung aller Pflanzenschutzmittelverkäufer in Bau- und Gartenmärkten zu gewährleisten, hat das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) bereits 2014 ein umfassendes Schulungsprogramm mit Direktkursen sowie „Train-the-Trainer“-Ausbildungen entwickelt. Auch ein „E-Learning-System“ steht zur Verfügung. Dadurch war es dem BAES möglich, bisher mehr als 2.500 Personen über die Rechtsgrundlagen und Risiken von Pflanzenschutzmitteln zu schulen.

 BMLFUW Pressemitteilung


28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Rat der Europäischen Union will keine giftige Kleidung

Der Rat der Europäischen Union hat sich einstimmig darauf geeinigt, die giftige Substanz Nonylphenolethoxylat (NPE) in Textilien zu verbieten. Dadurch wollen die Mitgliedstaaten besonders im Wasser lebende Arten schützen.

Zwar wurde in der Europäischen Union NPE bereits vor zehn Jahren in der Produktion sowie bei dem Import von Textilien verboten, die Chemikalie gelangt allerdings weiterhin in die Umwelt und reichert sich besonders im Meer an. Greenpeace hat in einer Studie in zwei Dritteln der untersuchten Kleidung NPE gefunden. Besonders bei den ersten Waschgängen wird der Stoff freigesetzt. Obwohl die festgestellte Konzentration von NPE gering war, ist die Gefahr durch die Chemikalie nicht zu unterschätzen.

Die hormonverändernde Wirkung von NPE beeinflusst bei Fischen das Wachstum und schränkt ihre Fruchtbarkeit ein. 

Der Rat legt jetzt in dem neuen Verbot striktere Konzentrationen von 0,01 Prozent fest. Bereits im August 2015 wird die Regelung in das Chemikalienregister REACH aufgenommen, nachdem sie die EU-Kommission bereits vor fünf Jahren verabschiedet hatte. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: Rat will giftfreie Kleidung
 Beschlussentwurf und REACH-Annex (Englisch)


28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Universität Innsbruck: Dem Winzigkleinen auf der Spur

Sie sind fast überall enthalten: In Kosmetik, Kleidung und Verpackungen stecken Nanopartikel, die letztlich in unseren Gewässern, auch in den Badeseen, landen. Ein internationales Team unter Beteiligung der Universität Innsbruck untersucht jetzt die Auswirkungen von Nanomaterialien auf das Ökosystem See. Das Projekt soll den Verbleib und die Auswirkungen von Nanopartikeln auf die aquatische Nahrungskette aufklären, um die Risiken der Nutzung von Nanoteilchen für Mensch und Umwelt abschätzen zu können.

Die Nanopartikel gelangen über die Körperpflege oder die Wäsche in Kläranlagen und von dort in die Gewässer. Was aber ist auf dem Weg dorthin mit den Nanopartikeln passiert? Wie haben sich die Kleinstteilchen verändert und was bedeutet das für unsere Umwelt und unsere Gesundheit? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die ForscherInnen des Forschungsinstituts für Limnologie der Universität Innsbruck am Mondsee und internationale Partner im Rahmen des Projekts „FENOMENO“. Der Mondsee ist auch jenes Gewässer, an dem die Forscherinnen und Forscher die Auswirkungen von Nanopartikeln direkt untersuchen.

FENOMENO ist ein europäisches Projekt im Rahmen des SIINN ERA-NET Programms, das unter Leitung der Universität Siegen (Deutschland) mit dem Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck am Mondsee (Österreich), dem Fraunhofer-Institut IME (Deutschland), sowie der Universität Aveiro (Portugal) durchgeführt wird.

 Universität Innsbruck: Dem Winzigkleinen auf der Spur


28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln - Bestandsaufnahme der EFSA für 2014

Die Lebensmittelbehörde der Europäischen Union (EFSA) hat eine Bestandsaufnahme über Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln durchgeführt. Die erstellte Datenbank enthält 633 Einträge und listet 55 verschiedene Nanomaterialien aus 12 unterschiedlichen Anwendungsbereichen.

Das Wageningen-Forschungsinstitut (Rikilt/NL) sowie das "Joint Research Center" der Europäischen Union (JRC, Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz/Ispra, IT) führten im Auftrag der EFSA eine wissenschaftliche Literaturrecherche sowie eine Internet-Recherche durch und versendeten mehr als 1.000 Fragebögen an Unternehmen, Forschungsinstitute, Behörden und andere ExpertInnen.

Das Spektrum der Nanomaterialien ist vielfältig und reicht von Metalen, Metalloxiden, Tone und Kohlenstoffmaterialien bis hin zu organischen Verkapselungsmaterialien und Nano-Verbundmaterialien. Weniger als 20% der verschiedenen Nanomaterialien werden in mehr als 80% der Anwendungen eingesetzt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass vor allem lösliche Verkapselungs- und Trägersysteme, etwa für Vitamine oder Farbstoffe, in Lebensmitteln eingesetzt werden. Weiters findet auch nanopartikuläres Siliziumdioxid (SiO2) als Lebensmittelzusatzstoff Verwendung. Verschiedene Nanomineralien (z.B. Calcium, Magnesium), Nanosilber oder nanopartikuläres Selen werden in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.
Am häufigsten werden Nanomaterialien im Lebensmittelbereich jedoch für Verpackungsmaterialien verwendet, so z.B. Nanosilber oder Nano-Zinkoxid aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung, Nano-Titandioxid (TiO2) als UV-Schutz oder Nano-SiO2 als Gas-Barriere in Oberflächenbeschichtungen von Verpackungen.
Es konnten nur wenige Beispiele für eine Anwendung von Nanomaterialien im Futtermittelbereich recherchiert werden, etwa bestimmte Vitaminmischungen für die Geflügel- und Viehzucht.

Die StudienautorInnen ziehen aus den Resultaten der Untersuchung den Schluss, dass Anwendungen in den Bereichen "Neuartige Lebensmittel", Zusatzstoffe für Futtermittel, Biozide und Pestizide sich derzeit noch im Entwicklungsstadium befinden. In naher Zukunft sei zu erwarten, dass vor allem Anwendungen von organischen Verkapselungs- und Trägersystemen für Vitamine und Nährstoffe sowie zur Einkapselung von Pestiziden und Düngemitteln zunehmen werden. Weitere absehbare Anwendungsbereiche sind etwa Absorptionsmittel in Nanogröße in Futtermitteln zur Entfernung von Krankheitserregern und Schimmelpilzgiften.

 NanoInformationsPortal


08.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Studie: Glyphosat in der Muttermilch

Die deutsche Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat von einem Labor in Leipzig Milchproben von 16 verschiedenen Müttern auf das Pestizid Glyphosat analysieren lassen. Es fand Belastungen in der Größenordnung von 0,2 bis 0,4 Nanogramm je Milliliter (ng/ml oder µg/l). Diese Werte liegen deutlich über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Pestizidrückstände von 0,1 ng/ml, berichtet die Internet-Plattform "Genfood? Nein Danke".

Die teilnehmenden Frauen seien alle keine Anwenderinnen von Glyphosat gewesen und hätten sich überwiegend von konventionellen Lebensmitteln ernährt. Der grüne Abgeordnete Harald Ebner erklärte: "Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Glyphosat ist allgegenwärtig. Dass in jeder untersuchten Muttermilchprobe mehr Glyphosat gemessen wurde, als für Trinkwasser zulässig ist, macht den dringenden Handlungsbedarf deutlich. Wir fordern ein umfassendes Human-Biomonitoring."

Irene Witte, Professorin am Institut für Toxikologie der Universität Oldenburg, sagt: "Ich hätte nicht mit solch hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist." Der Deutschen Presse-Agentur sagte die Wissenschaftlerin, aus 16 Proben könne man keine endgültigen Schlüsse ziehen, aber sie seien ein erster Hinweis. Sie forderte, die Untersuchungen dringend auf mehr Frauen auszuweiten und dabei auch deren Ernährungsgewohnheiten zu betrachten.

 Genfood? Nein Danke: Studie der Bundestags-Grünen weist Glyphosat in der Muttermilch nach


23.06.2015

Chemie & Nanotechnologie

Studie: Azadirachtin-Pestizid auch in geringen Dosen für Hummeln schädlich

Pestizide mit dem Wirkstoff Azadirachtin sind für Hummeln auch in sehr geringen Dosen schädlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die den Einfluss von Azadirachtin auf Hummeln untersucht. Das Pestizid ist laut Studie auch in Mengen gefährlich, die bis zu 50 Mal geringer sind als die für Bauern empfohlene Dosis.

Im Laborversuch schlüpften in Hummel-Kolonien, die mit Azadirachtin behandeltem Futter in der "empfohlenen Dosis" gefüttert wurden, keine mänlichen Hummeln.

Auch in Kolonien, die eine 50 Mal geringere Azadirachtin-Dosis in ihrem Futter erhielten, schlüpften merklich weniger männliche Tiere als in Kolonien, die Futter ohne Azadirachtin erhielten. Die wenigen männlichen Hummeln, die dennoch schlüpften, waren oft deformiert.

Die Studie "Lethal and sublethal effects of azadirachtin on the bumblebee Bombus terrestris (Hymenoptera: Apidae)" wurde in der Fachzeitschrift "Ecotoxicology" veröffentlicht. Der Zugriff auf den Volltext des englischsprachigen Artikels über die Studienergebnisse ist online über ResearchGate kostenlos möglich.

 Science for Environment Policy: Bumblebee survival and reproduction impaired by pesticide azadirachtin even at recommended concentrations (en)
 ResearchGate: Lethal and sublethal effects of azadirachtin on the bumblebee Bombus terrestris (Hymenoptera: Apidae, en)


23.06.2015

Chemie & Nanotechnologie

Umweltbundesamt-Studien: Belastung der ÖsterreicherInnen mit Phtalaten, Bisphenol A und HCB

Das Umweltbundesamt hat in einer umfangreichen Studie die Belastung der ÖsterreicherInnen mit zwei der meist verbreiteten Industriechemikalien, Phthalaten und Bisphenol A, untersucht. Bei allen 600 StudienteilnehmerInnen wurden Phthalate nachgewiesen. Nur wenige Personen sind mit Bisphenol A belastet. Insgesamt sind die gefundenen Konzentrationen geringer als im internationalen Vergleich.

Insgesamt wurden 14 Stoffwechselprodukte der Substanzgruppe der Phtalate im Harn analysiert. Kinder sind die am stärksten belastete Gruppe; nur Monoethylphthalat ist bei Erwachsenen in wesentlich höheren Konzentrationen zu finden. Frauen weisen höhere Konzentrationen als Männer auf. Bei den meisten StudienteilnehmerInnen wurden nicht nur ein Stoffwechselprodukt, sondern gleich mehrere unterschiedliche nachgewiesen.

Phthalate werden als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt und gelten als höchst gesundheitsgefährdend; sie beeinflussen das Hormonsystem und die Reproduktionsfähigkeit und können den Fötus im Mutterleib schädigen. Sie werden vorwiegend mit der Nahrung, aber auch über Luft und Haut aufgenommen.

Nur wenige StudienteilnehmerInnen (16 Prozent) sind mit Bisphenol A belastet. Die Konzentration sinkt mit zunehmendem Alter. Bisphenol A wird u.a. für die Herstellung von Polykarbonaten, Epoxidharzen, Thermopapier und PVC verwendet. Die Substanz ist endokrin wirksam und beeinflusst das Hormonsystem und die Fruchtbarkeit. Studien zeigen u.a. Zusammenhänge mit kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes.

Die Umweltbundesamt-Studie ist Teil einer Dissertation zum Thema "Human Biomonitoring of Phthalates and Bisphenol A Exposure in Austria", deren Ergebnisse im "International Journal of Hygiene and Environmental Health" veröffentlicht wurde. Sie basiert auf der Datengrundlage des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien im Rahmen der vom Gesundheitsministerium finanzierten Studie zum österreichischen Ernährungsbericht, und wurde durch ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie durch das BMFLUW finanziert.

Erstmals wurden in einer weiteren Studie auch Referenzwerte für Hexachlorbenzol (HCB) bestimmt. Sie spiegeln die Belastung wieder, die bei 95 Prozent der österreichischen Bevölkerung vorliegt. HCB wurde als Fungizid in der Landwirtschaft zur Saatgutbehandlung und in Holzschutzmitteln sowie als Zusatzstoff in PVC-Produkten und Klebstoffen eingesetzt. Zusätzlich kann die Substanz als Nebenprodukt in der Kunststoff- und Lösemittelherstellung entstehen. HCB ist ubiquitär verbreitet, persistent in der Umwelt und kann über die Nahrungskette akkumulieren. Die Aufnahme kann oral, dermal und über die Lunge erfolgen. Zusätzlich gelangt es über die Muttermilch in den Säugling. HCB ist ein potenzielles Karzinogen.

 Umweltbundesamt Pressemitteilung



 zum Seitenanfang


 

Factsheets

Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials
Was ist eigentlich Nanotechnologie? Wo wird sie eingesetzt? Sind die Risiken bekannt? Welche Testverfahren werden zur Zeit angewendet?
In diesem Factsheet finden Sie 12 Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem brisanten Thema.
 Download Factsheet "Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials" (pdf, 78 Kb)

 zum Seitenanfang


 

EUropa-Info

Mikroplastik & Umwelt
Bei Mikroplastik handelt es sich um unter 5 mm kleine Plastikpartikeln, die bei der Zersetzung von größeren Plastikteilen entstehen. Sie gelangen in die Umwelt und führen zu schwer abschätzbaren Folgen für Lebewesen und Umwelt. Nachdem Österreich heuer im Mai eine Konferenz in Brüssel zu diesem brisanten Thema initiiert hat, wird in dieser Ausgabe der aktuellen Stand der Situation von vielen Seiten beleuchtet.
 Download PDF
TTIP & Umwelt
Seit Juni 2013 verhandeln die USA und die EU über die Entstehung eines gemeinsamen Binnenmarktes. In dieser Ausgabe wird vesucht, die Komplexität und Vielschichtigkeit des Transatlantischen Handelsabkommens aus der Sicht von ExpertInnen, WissenschafterInnen und PolitikerInnen zu durchleuchten, um den LeserInnen ein wenig Aufklärung über TTIP anzubieten.
 Download PDF
Umwelt & Nanotechnologie
Was versteht man unter Nanomaterial? Wo wird Nanotechnologie bereits eingesetzt? Wie sehen derzeit die europäischen und nationalen politischen Rahmenbedingungen aus? Diese Ausgabe informiert über die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie.
 Download PDF

 zum Seitenanfang


 

Dossiers

Making available on the market and use of biocidal products: conditions for access to the market. Regulation 2014/334
Veröffentlichung Amtsblatt

 zum Seitenanfang


 

Links

 Die LINKE.Ökologische Plattform
Deutsche Plattform für eine ökologische, nachhaltige Zukunft

 zum Seitenanfang