Chemie & Nanotechnologie  

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EU-News

27.08.2014

Chemie & Nanotechnologie

Plastik: Tägliche Dosis Gift

Die schwedische Chemiebehörde Kemi hat 62 Hausratsgegenstände aus Plastik unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In rund der Hälfte der Produkte konnte die Behörde Substanzen nachweisen, die nach EU-Recht verboten sind.

40 Prozent der untersuchten Gegenstände enthielten kurzkettige Chlorparaffine (SCCP). In 16 Produkten – darunter Geldbörsen, Handtaschen und Handyhüllen – war die SCCP-Konzentration sogar so hoch, dass die Kemi versehentliche Verunreinigungen ausschließt. In der EU verbietet die Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POP-Verordnung) den Einsatz von SCCP, die vor allem als Weichmacher und Flammschutzmittel dienen. Chlorparaffine sind extrem langlebig und reichern sich im Fettgewebe, Nieren und Leber an. Darüber hinaus gelten sie als möglicherweise krebserregend.

In knapp der Hälfte der untersuchten Gegenstände konnte die Kemi außerdem das Phthalat DEHP in einer Konzentration von über 0,1 Prozent nachweisen. Derartige DEHP-Konzentrationen sind in Spielzeug und Babyartikel verboten, nicht aber in den untersuchten Produkten. Kinder könnten sich diese dennoch in den Mund stecken und DEHP aufnehmen, warnt die Kemi. DEHP kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen sowie Hoden, Nieren und Leber schädigen. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: Plastik: Tägliche Dosis Gift
 Kemi


27.08.2014

Chemie & Nanotechnologie

Forschungsprojekte über Nanosicherheit der EU: Österreichische Beteiligung in europäischen Projekten

Das NanoInformationsPortal listet Forschungsprojekte der Europäischen Union auf, die mit österreichischer Beteiligung im Bereich Nanosicherheit umgesetzt werden.

Auch im Bereich Nanotechnologien und Nanowissenschaften, wissensbasierte multifunktionale Werkstoffe und neue Produktionsverfahren und -anlagen (NMP) des 6. bzw. 7. EU-Rahmenprogramms sind österreichische ForscherInnen beteiligt.
Der österreichische Rückfluss betrug im 6. EU-Rahmenprogramm in Summe 39,8 Millionen Euro. Der Anteil für den Themenbereich "Nanotechnologien und Nanowissenschaften" betrug zirka 34 Prozent (13,6 Millionen Euro).

Projekte mit österreichischer Beteiligung sind zum Beispiel die Projekte DIPNA, NANOCAP (6. Rahmenprogramm) bzw. MARINA und NanoLyse (7. Rahmenprogramm).

Auf der Webseite des NanoinformationsPortals wird eine Zusammenfassung der Forschungsprojekte über Nanosicherheit der EU (NanoSafetyCluster 2014) zur Verfügung gestellt.

 NanoInformationsPortal: Österreichische Nano-Forschungsprojekte


25.06.2014

Chemie & Nanotechnologie

Deutsche Unfallversicherung veröffentlicht Arbeitsschutz-Portal zu Nanomaterialien

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat Ende März ein Arbeitsschutz-Portal zu Nanomaterialien veröffentlicht. Es ist das weltweit erste interaktive Portal zum Arbeitsschutz beim Umgang mit Nanomaterialien. Es richtet sich laut Angaben der DGUV „sowohl an Präventionsfachleute als auch Beschäftigte ohne Fachkenntnisse in der Nanotechnologie. Das Portal wurde im Rahmen eines von der DGUV unterstützten Projekts von der Innovationsgesellschaft, St. Gallen entwickelt.“

Zur Qualifizierung von Beschäftigten entstehen auf dem Portal drei E-Learning "Nanorama"-Lernmodule. Man betritt dabei einen virtuellen Raum und bewegt sich darin. „Durch das Bearbeiten der "Nanoramen" erfahre der Nutzer einerseits, welche Nanomaterialien und -produkte in der jeweiligen Branche verwendet würden, Andererseits ermöglichten die "Nanoramen" es, die Exposition einzuschätzen sowie die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Nanomaterialien kennen zu lernen“, informiert die DGUV.

Gegenwärtig steht mit dem "Nanorama Bau" das erste Modul kostenlos zur Verfügung. Das "Nanorama Bau" informiert über die Verwendung von und über den Umgang mit Nanomaterialien in der Bauwirtschaft. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) erstellt.

In den kommenden Monaten werden das "Nanorama Chemie" und das "Nanorama Holz und Metall" erstellt.

 DGUV Pressemitteilung
 DGUV Nanorama Baumwirtschaft


11.06.2014

Chemie & Nanotechnologie

Endokrine Disruptoren: Schweden klagt gegen EU-Kommission

Wann gelten chemische Substanzen als hormonell wirksam und wann greifen entsprechende Verbote für diese Stoffe? Seit einem halben Jahr bleibt die EU-Kommission Antworten auf diese Fragen schuldig. Schweden will die Kommission deshalb jetzt vor den europäischen Gerichtshof bringen.

Bis Dezember 2013 sollte die EU-Kommission Kriterien für die Definition und Einordnung endokriner Disruptoren (EDC) vorlegen. So steht es in der europäischen Pestizidverordnung von 2009 und in der 2012 in Kraft getretenen EU-Biozidverordnung. Dieser Verpflichtung ist die Kommission bislang aber noch nicht nachgekommen und auch die vorgeschaltete Folgenabschätzung wird wohl nicht vor Ende des Jahres vorliegen.

Mit seiner Klage will Schweden nun den Druck auf die Kommission erhöhen. "Die einheitliche Definition und Regulierung von EDC ist eine wichtige Angelegenheit – insbesondere mit Blick auf den Gesundheitsschutz für Kinder", erklärte Schwedens Umweltministerin Lena Ek.

Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass die Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission den strengen, gefahrenbasierten Ansatz aus der Pestizidverordnung abschwächen möchte. Dieser hätte zur Folge, dass gesundheitsgefährdende Substanzen komplett verboten und nicht nur eingeschränkt würden. [Quelle, DNR]

 Quelle: Website DNR
 Statement der schwedischen Regierung (Englisch)


04.06.2014

Chemie & Nanotechnologie

Farben und Lacke: Untersuchungsergebnisse zur Partikelfreisetzung an Oberflächen

In Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband der Mineralfarbenindustrie e.V. wurde untersucht, inwieweit EndanwenderInnen bei typischer Handhabung von pigmentierten Produkten in unterschiedlichen Stadien des Life-Cycle-Prozesses einer möglichen Exposition von luftgetragenen Lack- und Kunststoffbestandteilen ausgesetzt werden können.

Die Ergebnisse der Studie „Partikelfreisetzung aus Oberflächen“ von Daniel Göhler, Michael Stintz, Kathrin Kutlescha und Heike Liewald wurde im November 2013 in der Zeitschrift Farbe und Lack“ veröffentlicht und stehen jetzt auf der Webseite NanoInformationsPortal, an dem auch das EU-Umweltbüro beteiligt ist, zur Verfügung.

Es zeigte sich, dass das Probenmaterial, die Probenzusammensetzung (Pigmentierung), der Probenzustand (Bewitterungszustand/Alter) und die Art der Beanspruchung die Höhe partikulärer Emissionen beeinflussen. Pigmente können die Widerstandsfähigkeit von Lacken und Kunststoffen gegenüber Witterungseinflüssen und mechanischer Beanspruchung erhöhen. In REM-, TEM- und EDX-Analysen konnten keine freien Pigment-Nanopartikel beobachtet werden.

 Studie „Partikelfreisetzung aus Oberflächen“


21.05.2014

Chemie & Nanotechnologie

Konsultation zu Transparenzmaßnahmen für Nanomaterialien im europäischen Markt

Die Europäische Kommission hat bis zum 5. August 2014 eine öffentliche Konsultation zu Transparenzmaßnahmen für Nanomaterialien auf dem europäischen Markt geschaltet.

Ziel ist es, die Transparenz und die Regulierungsaufsicht für Nanomaterialien sicherzustellen und zu verbessern.
Die Industrie benutzt Nanomaterialien in den verschiedensten Produkten wie in Sonnencremen oder in Lithiumionenbatterien für Elektroautos. Nach derzeitigem Wissen der wissenschaftlichen und beratenden Komitees der EU und unabhängiger WissenschafterInnen sind einige der Nanomaterialien giftig, andere wiederum nicht.

Die Unterlagen stehen nur in englischer Sprache zur Verfügung. [ih, Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: Konsultation zu Transparenzmaßnahmen für Nanomaterialien im europäischen Markt
 Konsultation zu Transparenzmaßnahmen für Nanomaterialien (Englisch)


27.03.2014

Chemie & Nanotechnologie

Lobbyisten machen Druck gegen EU-Kennzeichnungspflicht für Nano-Lebensmittel

Die Europäische Union plant eine Kennzeichnungspflicht für Nanostoffe in Lebensmitteln. Doch Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie versuchen laut Brüsseler Lobbykritikern die Regulierung so weit zu verwässern, dass sie praktisch unwirksam wird, informiert das „nano.magazin“. Damit seien sie jetzt zwar am Europaparlament gescheitert, doch das könnte sich noch als Erfolg erweisen, schreibt Journalist Christian J. Meier.

In Brüssel „tobt eine Lobbyschlacht um dieses Labelling. Aktivisten der lobbykritischen Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) stellen die Lebensmittelindustrie an den Pranger: sie versuche, die Kennzeichnungspflicht zu verwässern. Bei der EU-Kommission hatten die Lobbyisten offenbar Erfolg. Sie wollte die Definition, welche Stoffe überhaupt als "Nano" betrachtet und somit gekennzeichnet werden müssen, stark einengen.“

Beobachter wundern sich kaum über den großen Einfluss von Industrielobbyisten auf die EU-Kommission, schreibt Meier. „In den Expertengruppen, die die Kommission zu ihrer Beratung um die Regulierung der Nanotechnologie heranzieht, gibt es mehr Industrie-Experten als solche von gesellschaftlichen Organisationen wie dem European Environmental Bureau (EEB).“

Vollends von Industrievertretern dominiert sei eine Expertengruppe gewesen, die im Mai letzten Jahres über die Definition des Begriffs "Nanomaterial" in der neuen Regulierung zur Lebensmittelkennzeichnung beriet.

Das Ende vom Lied: die EU-Kommission, die die Kompetenz hat, die Definition zu präzisieren, schlug Ende 2013 die genannte Einengung vor.

Wie es nun weiter geht, sei unklar. „Ohne eine klare Definition von "Nano" jedenfalls dürfte die geplante Kennzeichnungspflicht ein Papiertiger werden. Die Lobbyisten könnten dann doch noch feiern.“

 nano.agazin: Lobbyisten: Die Chefköche in Brüssel?


19.03.2014

Chemie & Nanotechnologie, EU-Wahl 2014

Nanolebensmittel: EU-Parlament fordert strengere Definitionen

Das Europäische Parlament hat am 12. März 2014 im Plenum eine Definition der EU-Kommission von Nanomaterialien abgelehnt.

Zurzeit gelten in der EU alle künstlich hergestellten Materialien, die kleiner als 100 Nanometer sind, als Nanomaterialien. Die Kommission hat vorgeschlagen, dass Stoffe in Zukunft nur als Nanomaterialien ausgezeichnet werden müssen, wenn sie mindestens zur Hälfte aus Nanopartikeln bestehen, die eine Größe zwischen 1 und 100 Nanometern haben.

Die EU-Abgeordneten haben diese Definition abgelehnt, weil Lebensmittel-Zusatzstoffe in Nanogröße, die bereits auf dem Markt sind, nicht unter diese Definition fallen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat etwa vorgeschlagen, dass jeder Stoff, der zu mindestens 10 Prozent aus Nanopartikeln besteht, als Nanomaterial deklariert werden sollte. Die EU-Abgeordneten haben die Kommission jetzt aufgefordert, neue Regeln vorzulegen, welche die Position des Parlaments berücksichtigen.

 EU-Parlament Pressemitteilung


12.03.2014

Chemie & Nanotechnologie

AGES-Forschungsprojekt: Nano-Metalle in Verpackungen

Das NanoInformationsPortal, in dem auch das EU-Umweltbüro mitarbeitet, informiert über ein Projekt der AGES, das sich mit Nanomaterialien und Lebensmittelsicherheit befasst.

Das Projekt „Nano-Metalle in FCM“ (Food Contact Materials – Lebensmittelkontaktmaterialien), das im Rahmen des österreichischen Nano-Environment, Health and Safety Programms (eine der zentralen Maßnahmen des Österreichischen Aktionsplans Nanotechnologie) finanziert wird, beschäftigt sich mit Verpackungsmaterialien auf Kunststoffbasis, die Nanomaterialien enthalten. Zurzeit ist noch nicht vollständig geklärt, ob es unter bestimmten Bedingungen zu einem Übergang der Nanopartikel aus der Verpackung in Lebensmittel oder Getränke kommen kann.

Seit zwei Jahren befassen sich ExpertInnen der AGES (Daten, Statistik, Risikobewertung sowie Lebensmittelsicherheit) und der Universität Wien (Department für Umweltgeowissenschaften) gemeinsam mit zwei Industriepartnern mit diesen Verpackungsmaterialien. Das zentrale Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Nachweis- und Bestimmungsmethode von bestimmten Nanometallen zur Beurteilung der Sicherheit solcher Produkte.

Auf Basis der Information über eine mögliche Freisetzung von Nanopartikeln werden Schlussfolgerungen für die Exposition und gesundheitliche Bewertung der VerbraucherInnen und die Beurteilung der Sicherheit solcher Lebensmittelkontaktmaterialien gezogen.

 NanoInformationsPortal: Forschungsprojekt der AGES


19.02.2014

Chemie & Nanotechnologie

Lebensministerium verschickt aktuelle Ausgabe der Chem-News

Ein Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der Chem-News ist die OECD-Länderprüfung, welche Österreich im vergangenen Jahr durchlief und bei der die Chemiepolitik im Focus stand. Dies sei seit fast zwei Jahrzehnten die erste derartige Bestandsaufnahme in einem hochentwickelten industrialisierten Staat.

Viele Inhalte des OECD-Berichtes sind ebenfalls Gegenstand der Chem-News wie etwa die Entwicklungen im internationalen Bereich (so auch die Verhandlungen zum EU-US Freihandelsabkommen) oder österreichische Initiativen im Rahmen der EU-Chemikalienpolitik.

Im Besonderen wird auch auf die Broschüre „Daten und Fakten“ verwiesen. Mit dieser Broschüre soll „für die interessierte Öffentlichkeit eine möglichst kompakte und anschauliche Darstellung wichtiger Themenfelder der Chemikalienpolitik" wiedergegeben werden. Für eine regelmäßige Überarbeitung und Aktualisierung ist Feedback erwünscht.

Die Chem-News und die Broschüre „Daten und Fakten“ stehen auf der Website des Lebensministeriums zum Download zur Verfügung.

 Download Chem-News
 Download Broschüre “Daten und Fakten”



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Factsheets

Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials
Was ist eigentlich Nanotechnologie? Wo wird sie eingesetzt? Sind die Risiken bekannt? Welche Testverfahren werden zur Zeit angewendet?
In diesem Factsheet finden Sie 12 Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem brisanten Thema.
 Download Factsheet "Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials" (pdf, 78 Kb)

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EUropa-Info

Umwelt & Nanotechnologie
Was versteht man unter Nanomaterial? Wo wird Nanotechnologie bereits eingesetzt? Wie sehen derzeit die europäischen und nationalen politischen Rahmenbedingungen aus? Diese Ausgabe informiert über die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie.
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Dossiers

Electrical and electronic equipment: restriction of the use of certain hazardous substances. Recast. Repealing Directive 2002/95/EC 2000/0159(COD)
Veröffentlichung Amtsblatt
Making available on the market and use of biocidal products. Repealing Directive 98/8/EC 1993/0465(COD)
Veröffentlichung Amtsblatt
Detergents: use of phosphates and other phosphorous compounds. Amending Regulation (EC) No 648/2004 2002/0216(COD)
Veröffentlichung Amtsblatt
Control of major-accident hazards involving dangerous substances. Repealing Directive 96/82/EC, Seveso II 1994/0014(SYN)
Veröffentlichung Amtsblatt
Export and import of hazardous chemicals. Recast. Repealing Regulation (EC) No 689/2008 2006/0246(COD)
Veröffentlichung Amtsblatt
Water policy: priority substances. Amending Directive 2000/60/EC 1997/0067(COD) Amending Directive 2008/105/EC 2006/0129(COD)
Stand des Gesetzgebungsverfahrens
Making available on the market and use of biocidal products: conditions for access to the market. Amending Regulation (EU) No 528/2012 2009/0076(COD)
Stand des Gesetzgebungsverfahrens

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Links

 Die LINKE.Ökologische Plattform
Deutsche Plattform für eine ökologische, nachhaltige Zukunft

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