Chemie & Nanotechnologie  

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EU-News

28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Rat der Europäischen Union will keine giftige Kleidung

Der Rat der Europäischen Union hat sich einstimmig darauf geeinigt, die giftige Substanz Nonylphenolethoxylat (NPE) in Textilien zu verbieten. Dadurch wollen die Mitgliedstaaten besonders im Wasser lebende Arten schützen.

Zwar wurde in der Europäischen Union NPE bereits vor zehn Jahren in der Produktion sowie bei dem Import von Textilien verboten, die Chemikalie gelangt allerdings weiterhin in die Umwelt und reichert sich besonders im Meer an. Greenpeace hat in einer Studie in zwei Dritteln der untersuchten Kleidung NPE gefunden. Besonders bei den ersten Waschgängen wird der Stoff freigesetzt. Obwohl die festgestellte Konzentration von NPE gering war, ist die Gefahr durch die Chemikalie nicht zu unterschätzen.

Die hormonverändernde Wirkung von NPE beeinflusst bei Fischen das Wachstum und schränkt ihre Fruchtbarkeit ein. 

Der Rat legt jetzt in dem neuen Verbot striktere Konzentrationen von 0,01 Prozent fest. Bereits im August 2015 wird die Regelung in das Chemikalienregister REACH aufgenommen, nachdem sie die EU-Kommission bereits vor fünf Jahren verabschiedet hatte. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: Rat will giftfreie Kleidung
 Beschlussentwurf und REACH-Annex (Englisch)


28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Universität Innsbruck: Dem Winzigkleinen auf der Spur

Sie sind fast überall enthalten: In Kosmetik, Kleidung und Verpackungen stecken Nanopartikel, die letztlich in unseren Gewässern, auch in den Badeseen, landen. Ein internationales Team unter Beteiligung der Universität Innsbruck untersucht jetzt die Auswirkungen von Nanomaterialien auf das Ökosystem See. Das Projekt soll den Verbleib und die Auswirkungen von Nanopartikeln auf die aquatische Nahrungskette aufklären, um die Risiken der Nutzung von Nanoteilchen für Mensch und Umwelt abschätzen zu können.

Die Nanopartikel gelangen über die Körperpflege oder die Wäsche in Kläranlagen und von dort in die Gewässer. Was aber ist auf dem Weg dorthin mit den Nanopartikeln passiert? Wie haben sich die Kleinstteilchen verändert und was bedeutet das für unsere Umwelt und unsere Gesundheit? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die ForscherInnen des Forschungsinstituts für Limnologie der Universität Innsbruck am Mondsee und internationale Partner im Rahmen des Projekts „FENOMENO“. Der Mondsee ist auch jenes Gewässer, an dem die Forscherinnen und Forscher die Auswirkungen von Nanopartikeln direkt untersuchen.

FENOMENO ist ein europäisches Projekt im Rahmen des SIINN ERA-NET Programms, das unter Leitung der Universität Siegen (Deutschland) mit dem Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck am Mondsee (Österreich), dem Fraunhofer-Institut IME (Deutschland), sowie der Universität Aveiro (Portugal) durchgeführt wird.

 Universität Innsbruck: Dem Winzigkleinen auf der Spur


28.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln - Bestandsaufnahme der EFSA für 2014

Die Lebensmittelbehörde der Europäischen Union (EFSA) hat eine Bestandsaufnahme über Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln durchgeführt. Die erstellte Datenbank enthält 633 Einträge und listet 55 verschiedene Nanomaterialien aus 12 unterschiedlichen Anwendungsbereichen.

Das Wageningen-Forschungsinstitut (Rikilt/NL) sowie das "Joint Research Center" der Europäischen Union (JRC, Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz/Ispra, IT) führten im Auftrag der EFSA eine wissenschaftliche Literaturrecherche sowie eine Internet-Recherche durch und versendeten mehr als 1.000 Fragebögen an Unternehmen, Forschungsinstitute, Behörden und andere ExpertInnen.

Das Spektrum der Nanomaterialien ist vielfältig und reicht von Metalen, Metalloxiden, Tone und Kohlenstoffmaterialien bis hin zu organischen Verkapselungsmaterialien und Nano-Verbundmaterialien. Weniger als 20% der verschiedenen Nanomaterialien werden in mehr als 80% der Anwendungen eingesetzt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass vor allem lösliche Verkapselungs- und Trägersysteme, etwa für Vitamine oder Farbstoffe, in Lebensmitteln eingesetzt werden. Weiters findet auch nanopartikuläres Siliziumdioxid (SiO2) als Lebensmittelzusatzstoff Verwendung. Verschiedene Nanomineralien (z.B. Calcium, Magnesium), Nanosilber oder nanopartikuläres Selen werden in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.
Am häufigsten werden Nanomaterialien im Lebensmittelbereich jedoch für Verpackungsmaterialien verwendet, so z.B. Nanosilber oder Nano-Zinkoxid aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung, Nano-Titandioxid (TiO2) als UV-Schutz oder Nano-SiO2 als Gas-Barriere in Oberflächenbeschichtungen von Verpackungen.
Es konnten nur wenige Beispiele für eine Anwendung von Nanomaterialien im Futtermittelbereich recherchiert werden, etwa bestimmte Vitaminmischungen für die Geflügel- und Viehzucht.

Die StudienautorInnen ziehen aus den Resultaten der Untersuchung den Schluss, dass Anwendungen in den Bereichen "Neuartige Lebensmittel", Zusatzstoffe für Futtermittel, Biozide und Pestizide sich derzeit noch im Entwicklungsstadium befinden. In naher Zukunft sei zu erwarten, dass vor allem Anwendungen von organischen Verkapselungs- und Trägersystemen für Vitamine und Nährstoffe sowie zur Einkapselung von Pestiziden und Düngemitteln zunehmen werden. Weitere absehbare Anwendungsbereiche sind etwa Absorptionsmittel in Nanogröße in Futtermitteln zur Entfernung von Krankheitserregern und Schimmelpilzgiften.

 NanoInformationsPortal


08.07.2015

Chemie & Nanotechnologie

Studie: Glyphosat in der Muttermilch

Die deutsche Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat von einem Labor in Leipzig Milchproben von 16 verschiedenen Müttern auf das Pestizid Glyphosat analysieren lassen. Es fand Belastungen in der Größenordnung von 0,2 bis 0,4 Nanogramm je Milliliter (ng/ml oder µg/l). Diese Werte liegen deutlich über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Pestizidrückstände von 0,1 ng/ml, berichtet die Internet-Plattform "Genfood? Nein Danke".

Die teilnehmenden Frauen seien alle keine Anwenderinnen von Glyphosat gewesen und hätten sich überwiegend von konventionellen Lebensmitteln ernährt. Der grüne Abgeordnete Harald Ebner erklärte: "Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Glyphosat ist allgegenwärtig. Dass in jeder untersuchten Muttermilchprobe mehr Glyphosat gemessen wurde, als für Trinkwasser zulässig ist, macht den dringenden Handlungsbedarf deutlich. Wir fordern ein umfassendes Human-Biomonitoring."

Irene Witte, Professorin am Institut für Toxikologie der Universität Oldenburg, sagt: "Ich hätte nicht mit solch hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist." Der Deutschen Presse-Agentur sagte die Wissenschaftlerin, aus 16 Proben könne man keine endgültigen Schlüsse ziehen, aber sie seien ein erster Hinweis. Sie forderte, die Untersuchungen dringend auf mehr Frauen auszuweiten und dabei auch deren Ernährungsgewohnheiten zu betrachten.

 Genfood? Nein Danke: Studie der Bundestags-Grünen weist Glyphosat in der Muttermilch nach


23.06.2015

Chemie & Nanotechnologie

Studie: Azadirachtin-Pestizid auch in geringen Dosen für Hummeln schädlich

Pestizide mit dem Wirkstoff Azadirachtin sind für Hummeln auch in sehr geringen Dosen schädlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die den Einfluss von Azadirachtin auf Hummeln untersucht. Das Pestizid ist laut Studie auch in Mengen gefährlich, die bis zu 50 Mal geringer sind als die für Bauern empfohlene Dosis.

Im Laborversuch schlüpften in Hummel-Kolonien, die mit Azadirachtin behandeltem Futter in der "empfohlenen Dosis" gefüttert wurden, keine mänlichen Hummeln.

Auch in Kolonien, die eine 50 Mal geringere Azadirachtin-Dosis in ihrem Futter erhielten, schlüpften merklich weniger männliche Tiere als in Kolonien, die Futter ohne Azadirachtin erhielten. Die wenigen männlichen Hummeln, die dennoch schlüpften, waren oft deformiert.

Die Studie "Lethal and sublethal effects of azadirachtin on the bumblebee Bombus terrestris (Hymenoptera: Apidae)" wurde in der Fachzeitschrift "Ecotoxicology" veröffentlicht. Der Zugriff auf den Volltext des englischsprachigen Artikels über die Studienergebnisse ist online über ResearchGate kostenlos möglich.

 Science for Environment Policy: Bumblebee survival and reproduction impaired by pesticide azadirachtin even at recommended concentrations (en)
 ResearchGate: Lethal and sublethal effects of azadirachtin on the bumblebee Bombus terrestris (Hymenoptera: Apidae, en)


23.06.2015

Chemie & Nanotechnologie

Umweltbundesamt-Studien: Belastung der ÖsterreicherInnen mit Phtalaten, Bisphenol A und HCB

Das Umweltbundesamt hat in einer umfangreichen Studie die Belastung der ÖsterreicherInnen mit zwei der meist verbreiteten Industriechemikalien, Phthalaten und Bisphenol A, untersucht. Bei allen 600 StudienteilnehmerInnen wurden Phthalate nachgewiesen. Nur wenige Personen sind mit Bisphenol A belastet. Insgesamt sind die gefundenen Konzentrationen geringer als im internationalen Vergleich.

Insgesamt wurden 14 Stoffwechselprodukte der Substanzgruppe der Phtalate im Harn analysiert. Kinder sind die am stärksten belastete Gruppe; nur Monoethylphthalat ist bei Erwachsenen in wesentlich höheren Konzentrationen zu finden. Frauen weisen höhere Konzentrationen als Männer auf. Bei den meisten StudienteilnehmerInnen wurden nicht nur ein Stoffwechselprodukt, sondern gleich mehrere unterschiedliche nachgewiesen.

Phthalate werden als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt und gelten als höchst gesundheitsgefährdend; sie beeinflussen das Hormonsystem und die Reproduktionsfähigkeit und können den Fötus im Mutterleib schädigen. Sie werden vorwiegend mit der Nahrung, aber auch über Luft und Haut aufgenommen.

Nur wenige StudienteilnehmerInnen (16 Prozent) sind mit Bisphenol A belastet. Die Konzentration sinkt mit zunehmendem Alter. Bisphenol A wird u.a. für die Herstellung von Polykarbonaten, Epoxidharzen, Thermopapier und PVC verwendet. Die Substanz ist endokrin wirksam und beeinflusst das Hormonsystem und die Fruchtbarkeit. Studien zeigen u.a. Zusammenhänge mit kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes.

Die Umweltbundesamt-Studie ist Teil einer Dissertation zum Thema "Human Biomonitoring of Phthalates and Bisphenol A Exposure in Austria", deren Ergebnisse im "International Journal of Hygiene and Environmental Health" veröffentlicht wurde. Sie basiert auf der Datengrundlage des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien im Rahmen der vom Gesundheitsministerium finanzierten Studie zum österreichischen Ernährungsbericht, und wurde durch ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie durch das BMFLUW finanziert.

Erstmals wurden in einer weiteren Studie auch Referenzwerte für Hexachlorbenzol (HCB) bestimmt. Sie spiegeln die Belastung wieder, die bei 95 Prozent der österreichischen Bevölkerung vorliegt. HCB wurde als Fungizid in der Landwirtschaft zur Saatgutbehandlung und in Holzschutzmitteln sowie als Zusatzstoff in PVC-Produkten und Klebstoffen eingesetzt. Zusätzlich kann die Substanz als Nebenprodukt in der Kunststoff- und Lösemittelherstellung entstehen. HCB ist ubiquitär verbreitet, persistent in der Umwelt und kann über die Nahrungskette akkumulieren. Die Aufnahme kann oral, dermal und über die Lunge erfolgen. Zusätzlich gelangt es über die Muttermilch in den Säugling. HCB ist ein potenzielles Karzinogen.

 Umweltbundesamt Pressemitteilung


17.06.2015

Chemie & Nanotechnologie

Informationsdienst Gentechnik: Frankreich geht gegen Glyphosat vor

Französische Gartencenter sollen glyphosat-haltige Unkrautvernichter wie "Roundup" nicht mehr frei an PrivatgärtnerInnen verkaufen, berichtet der Informationsdienst Gentechnik.

Ab 2017 sollen Pestizide aus öffentlichen Grünanlagen verbannt werden, ab 2022 sollen Privatleute sie nicht mehr einsetzen dürfen.

"Ich habe die Gartencenter aufgefordert, den freien Verkauf von Roundup einzustellen", sagt die französische Umweltministerin Ségolène Royal. "Laut Website des Ministeriums sieht ein Gesetz vor, dass ab Jänner 2017 keine Pflanzenschutzmittel mehr in öffentlichen Grünanlagen, Wäldern und entlang Promenaden eingesetzt werden dürfen", schreibt der Informationsdienst Gentechnik.

Ab Jänner 2018 soll der Zugang zu Spritzmitteln für Privatpersonen eingeschränkt werden. Sie dürften dann nur noch von "zertifizierten Verkäufern" abgegeben werden, die gleichzeitig über umwelt- und gesundheitsverträglichere Alternativen aufklären sollen, wie das Landwirtschaftsministerium von Royals Ministerkollegen Stéphane Le Foll mitteilte. Ab 2022 ist der Einsatz in Privatgärten dann gesetzlich untersagt.

Der französische Vorstoß folgt auf eine Neueinstufung Glyphosats, dem meist verkauften Herbizid der Welt. Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC hatte das Mittel, das von Monsanto und anderen Agrochemiefirmen vertrieben wird, im März 2015 als "wahrscheinlich krebserregend für Menschen" eingestuft.

 Informationsdienst Gentechnik: Frankreich geht gegen Glyphosat vor


27.05.2015

Chemie & Nanotechnologie

EU-Gesundheitspolitik unterläuft Arbeit zu Endokrinen Disruptoren

Das Pestizidaktionsnetzwerk (PAN Europe) hat Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie sich die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission gegen die Erstellung eines Kriterienkataloges für hormonell wirksame Chemikalien gestellt hat.

Die Arbeit dazu leitet seit 2010 die Generaldirektion Umwelt, ohne bisher einen finalen Katalog zu Endokrinen Disruptoren (EDC) herausgegeben zu haben. Ein Grund dafür könnten die Versuche der Generaldirektion Gesundheit (GD Sanco) sein, zu signalisieren, dass EDC keine starken gesundheitlichen und umweltschädlichen Auswirkungen hätten sowie die ökonomischen Folgen für die Industrie zu hoch seien.

Zusammen mit den wirtschaftsfreundlichen Generaldirektionen Unternehmen und Handel forderte die GD Sanco eine ökonomische Folgenabschätzung von EDC, die die Gesetzgebung mindestens bis 2016 verzögert. Dies könnte auch die breite Unterstützung der EU-Kommission gefördert haben, Bestimmungen zu Chemikalien in die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) aufzunehmen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat vergangenen Monat offiziell dagegen gestimmt, das Chemikalienregister REACH und seine Umsetzung in die Verhandlungen mit den USA aufzunehmen. Auch viele Umweltorganisationen fordern bereits seit Längerem die Kommission dazu auf, den Chemikalienbereich bei TTIP unangetastet zu lassen.

Aus Sicht des Aktionsnetzwerks PAN Europe hat die GD Sanco ihre Aufgabe die Gesundheit der EU-BürgerInnen zu schützen missachtet. [Quelle, DNR]

 Quelle, DNR: EU-Gesundheitspolitik unterläuft Arbeit zu Endokrinen Disruptoren
 PAN Europe Pressemitteilung (Englisch)
 Hintergrundinformationen von PAN Europe (Englisch)
 Aufruf der Umweltverbände (Englisch)


13.05.2015

Chemie & Nanotechnologie, Konsumentenschutz, Wasser

Mikroplastikkonferenz in Brüssel: Europäische Antworten gefordert

Mikroplastik ist eine Bedrohung für die Umwelt, die nicht an nationalen Grenzen halt macht. Es findet sich in Konsumgütern wie Zahnpasta und Duschgels, entsteht aber auch bei der Zersetzung von anderen Plastikgütern, wie z. B. Kunstfasern, Autoreifen und Plastiktaschen, und wird über Abwasser, Flüsse und Luft in der Umwelt verteilt.

Daher fordert eine Initiative, an der das österreichische Umweltministerium maßgeblich beteiligt ist, ein koordiniertes Vorgehen der EU zur Vermeidung von Mikroplastik-Verschmutzung. Diese Woche trafen sich VertreterInnen von Industrie, europäischer Umweltagenturen, der EU-Kommission und NGOs bei der ersten Mikroplastik.Konferenz in Brüssel, um konkrete Schritte zu diskutieren.

VertreterInnen mehrerer Umweltagenturen, darunter Karl Kienzl vom österreichischen Umweltbundesamt (UBA), präsentierten die neuesten Studien zu Mikroplastik-Verschmutzung. Während Einigkeit über das enorme Ausmaß des Problems herrscht, besteht im Detail noch großer Forschungsbedarf. So beschäftigt sich etwa der Großteil der bisherigen Untersuchungen mit Verschmutzung in maritimen Gewässern, während über jene in Böden und Flüssen noch wenig bekannt ist.

Außerdem sind die Daten einzelner Studien aufgrund der methodischen Unterschiede der Untersuchungen bisher kaum vergleichbar. Als entscheidender Punkt wurde daher eine europaweite Harmonisierung der Messstandards gefordert.

Als Maßnahmen zur Bekämpfung von Mikroplastik-Verschmutzung wurde neben effizientem Recycling vor allem auch die Vermeidung von Plastik, insbesondere in Gegenständen zum einmaligen Gebrauch, diskutiert. Uneinigkeit bestand über die Erreichung dieser Ziele. Während VertreterInnen der Industrie freiwillige Selbstverpflichtungen als ausreichend sahen und die Verantwortung der VerbraucherInnen betonten, verlangten NGOs wie „Seas at Risk“ rechtlich verpflichtende Vorgaben zur Reduktion der Produktion von Plastikgütern.

Auf der Konferenz bekannten sich unter anderem EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und der österreichische Umweltminister Andrä Rupprechter klar zu dem Ziel der Vermeidung von Mikroplastik-Verschmutzung. Kommissar Vella kündigte an, dass der für den Herbst erwartete neue Vorschlag der Kommission zur Kreislaufwirtschaft (‚Circular Economy Package‘) auch „ehrgeizige Ziele“ für das Recycling von Plastikgütern enthalten werde.

Außerdem stellte das Europäische Netzwerk der Leiter der Umweltschutzagenturen (EPA) die Einrichtung einer Arbeitsgruppe in Aussicht, die möglichst viele Stakeholder aus Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammenbringen soll. Ein Beschluss über die Errichtung der Arbeitsgruppe soll bei der EPA-Konferenz im September erfolgen.

Ende des Jahres wird eine weitere Konferenz zum Thema Mikroplastik in Meeren im Rahmen der Konvention zum Schutz der Nord-Ostsee (OSPAR) abgehalten werden.

 Umweltministerium: Pressemitteilung
 OSPAR: Marin Litter Regional Action Plan
 EPA


25.03.2015

Chemie & Nanotechnologie

BMLFUW-Publikation: Biokunststoffe in Österreich

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat eine neue Broschüre veröffentlicht. „Biokunststoffe in Österreich“ gibt einen Überblick über die Einteilung, Marktentwicklung und die wichtigsten Anwendungsbereiche der verschiedenen Biokunststoffe. Sie soll dabei helfen, Biokunststoffe in ökologisch sinnvollen Anwendungen einzusetzen.

„Biokunststoffe haben ein großes Potential, wenn sie aufgrund ihrer Materialeigenschaften neue Marktsegmente erschließen und ihren ökologischen Vorteil im Rahmen einer umweltverträglichen Rohstoffproduktion und -verarbeitung weiter ausbauen.“

Die Broschüre steht als Download gratis auf der Webseite des BMLFUW zur Verfügung.

 BMLFUW-Publikation: Biokunststoffe in Österreich



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Factsheets

Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials
Was ist eigentlich Nanotechnologie? Wo wird sie eingesetzt? Sind die Risiken bekannt? Welche Testverfahren werden zur Zeit angewendet?
In diesem Factsheet finden Sie 12 Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem brisanten Thema.
 Download Factsheet "Questions & Answers: Regulation and Testing of Nanomaterials" (pdf, 78 Kb)

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EUropa-Info

TTIP & Umwelt
Seit Juni 2013 verhandeln die USA und die EU über die Entstehung eines gemeinsamen Binnenmarktes. In dieser Ausgabe wird vesucht, die Komplexität und Vielschichtigkeit des Transatlantischen Handelsabkommens aus der Sicht von ExpertInnen, WissenschafterInnen und PolitikerInnen zu durchleuchten, um den LeserInnen ein wenig Aufklärung über TTIP anzubieten.
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Umwelt & Nanotechnologie
Was versteht man unter Nanomaterial? Wo wird Nanotechnologie bereits eingesetzt? Wie sehen derzeit die europäischen und nationalen politischen Rahmenbedingungen aus? Diese Ausgabe informiert über die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie.
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Dossiers

Making available on the market and use of biocidal products: conditions for access to the market. Regulation 2014/334
Veröffentlichung Amtsblatt

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Deutsche Plattform für eine ökologische, nachhaltige Zukunft

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