Die fünf erfolgreichsten Umweltsteuern in Europa

30. Nov 17

Steuern und Abgaben sind ein wichtiges Tool, um umweltschädliche Emissionen und Abfälle zu vermeiden. In den letzten Jahren häufen sich die Rufe nach einer Umverteilung  der Steuerbelastung weg von den ArbeitnehmerInnen hin zu denjenigen, die Ressourcen verbrauchen und die Umwelt beeinträchtigen. METAmag, der Nachrichtenkanal des Europäischen Umweltbüros (EEB), identifizierte nun auf Basis einer Studie des „Institute for European Environmental Policy“ (IEEP) die bisher erfolgreichsten Umweltsteuern in Europa.

1. Mit dem Ziel Abfall zu reduzieren, führte Irland 2002 eine Abgabe auf Plastiksackerl ein. Zunächst 15 Cent und seit 2017 22 Cent müssen pro Plastiksackerl gezahlt werden. Mit Erfolg: Der Anteil der Plastiksackerl am Gesamtabfall reduzierte sich von 5% 2001 auf 0,13% 2015. Die über 200 Millionen €, die bereits dadurch zustande kamen, wurden für die Finanzierung von Umweltprojekten verwendet.

2. Finnland ist bekannt für eines der effektivsten Pfandsysteme Europas. Bereits 1950 gab es ein erstes Pfandsystem für Getränkeverpackungen. Heutzutage inkludiert das System sowohl sog. Einwegflaschen als auch wiederbefüllbare Glas- und Plastikflaschen. 2015 wurden 95% der Wegwerfflaschen zurückgegeben.

3. 1996 wurde im Vereinigten Königreich eine Deponieabgabe eingeführt, um Abfälle zu vermeiden und Recycling anzukurbeln. Von 2001 bis 2015 konnte dadurch die Menge der Abfälle, die auf Deponien gebracht wurden, von 50 auf 12 Millionen Tonnen reduziert werden.

4. In Schweden gibt es seit 1992 eine Steuer auf Stickoxide (NOx). Stickoxide entstehen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, schädigen die Atmungsorgane und sind mitverantwortlich für den Sauren Regen. Die Produzenten müssen umgerechnet 5 Euro pro Kilogramm ausgestoßener Stickoxide zahlen. Die Steuer wird wieder in die Kraftwerke für Maßnahmen zur Emissionsreduktion „re-investiert“. Die Stickoxid-Emissionen konnten so um 30-40% reduziert werden.

5. Wegen schwindender Lachsbestände verdoppelte die irische Regierung 2007 die Kosten für die Lizensen des privaten und kommerziellen Lachsfangs. Die höheren Einnahmen kamen Projekte zugute, die sich für den Schutz der Lebensräume einsetzen. Dadurch konnten nicht nur die Lachsbestände gesichert werden, sondern auch den Zustand der Flussufer mit den damit verbundenen Umweltverbesserungen erreicht werden.

 

The 5 most successful environmental taxes in Europe

New suite of 40 case studies on environmental fiscal reform