Mo 19. November 2007
KLIMA : WANDEL - STRATEGIE : ANPASSUNG
Vom Umgang mit dem Unvermeidbaren


Fachveranstaltung mit Diskussion

Der Klimawandel ist Realität - wie aber gehen wir damit um und was erfordert das an Anpassungsmaßnahmen? Dazu hat die Europäische Kommission im Juni 2007 ihr Grünbuch "Anpassung an den Klimawandel" vorgelegt. Dieses war am 19. November 2007 Ausgangspunkt der Veranstaltung des EU-Umweltbüro in Kooperation mit der Initiative Risiko:dialog. In den neu gestalteten Räumen des Albert Schweitzer Hauses folgten rd. 100 TeilnehmerInnen zunächst drei ExpertInnenvorträgen, dann einem Dialog mit Betroffenen sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion mit EntscheidungsträgerInnen und InteressensvertreterInnen.

Programm [pdf 120 kb]
Zusammenfassung [pdf 170 kb]
Weiterführende Links


PROGRAMMÜBERBLICK

14:30 Begrüßung
Birgit REINER, EU-Umweltbüro
Karl KIENZL, Umweltbundesamt

14:45 WANDEL : ANPASSUNG
Der fachliche Hintergrund
Wandel: Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität in Ö | Sabine MAYER, Umweltbundesamt, Präsentation [pdf, 450 kb]
Wandel: wirtschaftliche Aspekte für Ö | Karl STEININGER, Wegener Center für Klima und Globalen Wandel, Graz, Präsentation [pdf, 710 kb]
Anpassung: EU-Grünbuch und Pläne Österreichs | Barbara KRONBERGER-KIESSWETTER, Lebensministerium, Präsentation [pdf, 320 kb]
Moderation: Monika MÖRTH, Umweltbundesamt

16:30 DIALOG : BETROFFENE
Johanna RUZICKA im Dialog
Nicht nur Verlierer in der Landwirtschaft? | Ilse MAIER, Biowinzerin, Weingut Geyerhof
Urlaub in Österreich - bald ganz anders? | Eleonore GUDMUNDSSON, Österreich Werbung
Hat Klimawandel Einfluss auf den Lebensstil? | Harald PITTERS, Karmasin Marktforschung

17:00 ANPASSUNG : ANFORDERUNGEN AN DIE POLITIK
Am Podium sowie mit dem Publikum diskutieren
Silva HERRMANN, Klimareferentin GLOBAL 2000
Günter LIEBEL, Sektionschef Lebensministerium
Karl STEININGER, Stv. Leiter Wegener Center für Klima und Globalen Wandel, Graz
Andrea STOCKINGER, Geschäftsführerin Dachverband Energie-Klima, WKÖ
Moderation: Johanna RUZICKA, Wirtschaftsredakteurin Der Standard

18:30 Ende der Diskussion

Ort: Albert Schweitzer Haus, Großer Saal, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Veranstalter: EU-Umweltbüro in Kooperation mit der Initiative Risiko:dialog

Mit freundlicher Unterstützung durch das Lebensministerium



WEITERFÜHRENDE LINKS

ÖSTERREICH

Lebensministerium zu
Klimaschutz und Anpassung
Vorbereitungen für eine nationale Anpassungsstrategie [Workshop Sept. 07]
Worshop Sept. 07 Präsentationen Teil 1
Worshop Sept. 07 Präsentationen Teil 2

Risiko:dialog zu Klimawandel und Anpassung

Umweltbundesamt zu Klima

Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel - Universität Graz

Das Österreichische Klimaportal des österr. Klimabeirates

Klimaforschungsinitiative AustroClim


EUROPÄISCHE UNION

Europäische Kommission
Website zu Klimawandel [en)
Website zu Anpassung [en]
Grünbuch der Kommission "Anpassung an den Klimawandel in Europa - Optionen für Maßnahmen der EU" [Juni 2007, pdf 365 kb]

Europäische Umweltagentur zu Klimawandel [en]

Euractiv Informationsdienst zu Anpassung [en]

Finnische Anpassungsstrategie [en, inkl. Link zum Download]

Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung KomPass [Umweltbundesamt Deutschland]


GLOBAL

UNFCCC United Nations Framework Convention on Climate Change [en]

IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change [en]














































Do 4. Oktober 2007
HANDEL(N) FÜR DIE (UM)WELT
Die neue EU-Handelsstrategie und was das mit uns und der Umwelt zu tun hat

Fachseminar und Podiumsdiskussion

Das Thema Handel und Umwelt lockte rund 50 Interessierte aus NGO, Verwaltung und Wissenschaft zu diesem Fachseminar in die Diplomatische Akademie. Anlass war die neue EU-Handelsstrategie vom Oktober 2006, Ziel war unter anderem die Formulierung möglichst konkreter Forderungen aus Umweltsicht.

Programm [pdf 120 kb]
Zusammenfassung [pdf 88 kb]
Weiterführende Links

Am Podium und mit dem Publikum diskutierten:
Stefan Giljum, Sustainable Europe Research Institute SERI [Vortrag, pdf 390 kb]
Suzanne Pichl, Ständige Vertretung Österreichs bei der EU
Eva Dessewffy, AK Wien
Alexandra Strickner, Institute for Agriculture and Trade Policy IATP und Attac

Als "advocata diaboli" war Gabriele Pekny, Nachhaltigkeitsexpertin beim Ökobüro, jederzeit am Wort: Was hat das alles mit mir als Umwelt- und Nachhaltigkeitsexpertin zu tun?


Veranstalter: EU-Umweltbüro
In Kooperation mit AK Wien und dem Sustainable Europe Research Institute SERI
Mit freundlicher Unterstützung durch das Lebensministerium



WEITERFÜHRENDE LINKS ZU DEN THEMEN DER VERANSTALTUNG:

Positionspapiere und Studien

Global Europe
Mitteilung der Kommission über ein wettbewerbsfähiges Europa in einer globalen Welt COM(2006)567 [pdf 280 kb]

What contribution can trade policy make towards combatting climate change?
Ecologic-Studie für das Europäische Parlament über Handelspolitik und deren möglichen Beitrag zum Klimaschutz [en pdf 1,1 mb]

Rethinking the Trading System
Hintergrundpapier des Dialogue on Globalization der Friedrich Ebert Stiftung, das sich insbesondere auch mit Alternativen zum derzeitigen Handelssystem befasst [en pdf 482 kb]

Freier Handel - nachhaltiger Handel. Ein Widerspruch?
SERI (2002), World Summit Papers No. 21, Heinrich Böll Stiftung Berlin [pdf 420 kb]

Factor X and the European Union
How to make Europe the most resource and energy efficient economy in the world, SERI (2006), Aachener Stiftung Kathy Beys, Deutschland (en)

One Planet Business
Creating value within planetary limits, WWF UK et al. (2007), Surrey UK (en)

www.einefueralle.at
Website der Plattform Footprint mit deutschsprachigen Hintergrundinformationen zum ökologischen Fuþabdruck


Websites der EU

Website der GD Handel der Europäischen Kommission (en)

Kommissionswebsite zu den Verhandlungen mit Korea (en)

Kommissionswebsite GSP (General System of Preferences/Allgemeines Präferenzsystem) (en)

Kommissionswebsite Handel und Umwelt (en)

Kommissionswebsite Sustainability Impact Assessments (SIAs) (en)

Kommissionswebsite Civil Society Dialogue (en)


Websites der WTO

WTO (en)

WTO-Environment (en)


Websites anderer internationaler Organisationen

OECD: Environment-Environment and Trade; Online Bookshop (en)

UNEP- Environmental Assessments (en)

UNCTAD - Trade and Commodities - Trade, Environment and Development (en)

UNEP-UNCTAD Capacity-Building Task Force on Trade, Environment and Development (en)












































Mo 29. Jänner 2007
WIE UMWELT IST DAS WACHSTUM?
Nachhaltigkeit und Lissabon-Strategie im Wettbewerb

Etwa 70 Interessierte aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und NGO folgten der Einladung von EU-Umweltbüro und Informationsbüro des Europäischen Parlaments, um über das Zusammenspiel von Lissabon-Strategie und Nachhaltigkeit zu diskutieren: Wie vertragen sich (Wirtschafts-)Wachstum und Lebensqualität? Was trägt die Lissabon-Strategie mit der Fokussierung auf Wachstum und Beschäftigung zur Überlebensfähigkeit des Planeten bei? Welche Instrumente brauchen wir für eine Trendwende - und werden vorhandende Instrumente ausreichend genutzt? Diesen und anderen Fragen gingen die TeilnehmerInnen zunächst in einem einführenden Workshop und dann in einer Podiumsdiskussion nach.

Programm [pdf 120 kb]
Zusammenfassung [pdf 100 kb]
Weiterführende Links

PROGRAMM
14.00 Uhr Einführung
DER JAHRESZYKLUS DER LISSABON-STRATEGIE:
Nationales Programm - Kommissionsbericht - Frühjahrsgipfel
mit
Michael LOSCH, Sektionsleiter BM für Wirtschaft und Arbeit, Präsentation [pdf, 410 kb]
Norbert TEMPL, Referent Abtlg. EU und Internationales, AK Wien
Rita TRATTNIGG, EU-Nachhaltigkeitsexpertin, Lebensministerium
Antonia WENISCH, Geschäftsführerin Österr. Ökologie-Institut
Moderation: Birgit REINER, Leiterin EU-Umweltbüro

16.00 Uhr Podiumsdiskussion
WIE UMWELT IST DAS WACHSTUM?
mit
Elisabeth FREYTAG, Leiterin EU-Koordination Umwelt, Lebensministerium
Daniela KLETZAN, Umweltökonomin, WIFO
Georg PAMMER, Mitglied Forum Nachhaltiges Österreich / Geschäftsführer Porr Solutions
Karin SCHEELE, Abgeordnete Europäisches Parlament, SPÖ

Moderation: Johannes KAUP, Wissenschaftsredakteur ORF Radio Ö1

Veranstalter: EU-Umweltbüro in Kooperation mit Informationsbüro des Europäischen Parlaments für Österreich
Mit freundlicher Unterstützung durch das Lebensministerium.



WEITERFÜHRENDE LINKS ZU DEN THEMEN DER VERANSTALTUNG:

PORTAL der Europäischen Kommission zur nachhaltigen Entwicklung
mit Links zu Nachhaltigkeitsstrategie und Lissabon-Strategie
Website der Kommission


EU-NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE
Website der Kommission
(Erneuerte) EU-Nachhaltigkeitsstrategie [2006 vom Rat angenommen, pdf 220 kb]


LISSABON-STRATEGIE "Wachstum und Beschäftigung"
Die Lissabon-Strategie wurde im März 2000 verabschiedet und soll die EU bis 2010 zum dynamischsten und wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt machen. Die Strategie umfasst eine ganze Reihe politischer Bereiche, die u.a. von Forschung, Bildung über Umwelt bis hin zu Beschäftigung reichen.
Website des BMWA zur Lissabon-Strategie
Website der Kommission

Im Jahr 2005 wurde die Strategie beim Frühjahrsgipfel unter dem Motto "Wachstum und Beschäftigung" neu gestartet:
Mitteilung der Kommission "Zusammenarbeit für Wachstum und Arbeitsplätze - Ein Neubeginn für die Strategie von Lissabon" [pdf, 500 kb]
1. Umsetzungsberichte der Mitgliedstaaten [Herbst 2006|
1. Umsetzungsbericht Österreich [Sept. 2006, 90 S., pdf, 725 kb]

Jährlicher Fortschrittsbericht der Kommission inkl. Analyse der nationalen Pläne [Dez. 2006]:
Website der Kommission
Bericht [en, pdf 88 kb]
Pressemitteilung der Kommission [12.12.2006]
Kommissionsanalyse des Nationalen Reformprogramms Österreichs [en, 8 S., pdf 50 kb]


Weitere ARTIKEL / POSITIONEN / DOKUMENTE:
Übersichtsartikel Euractiv "Neubelebung der Lissabon-Strategie" [Stand Aug. 06]

WIFO-Weißbuch: Mehr Beschäftigung durch Wachstum auf Basis von Innovation und Qualifikation [23.10. 2006]:
Kurzfassung [17 S., pdf 130 kb]
Ausführliche Zusammenfassung [208 S., pdf 1,5 MB]

"Lissabon-Strategie: Österreichischer Umsetzungsbericht enttäuscht", Norbert Templ, AK Wien
In: AK Infobrief EU_Internationales Nr. 4 Oktober 2006 [s. S 7, pdf 152 kb]













































Mo 3. April 2006
Review & Outlook:
The Potential of the EU Sustainable Development Strategy
Das Potenzial der EU-Nachhaltigkeitsstrategie

Conference/Konferenz, Vienna/Wien

Die EU-Nachhaltigkeitsstrategie von 2001 wird derzeit einer Überarbeitung unterzogen und soll unter österreichischer Präsidentschaft vom Europäischen Rat im Juni 2006 verabschiedet werden. Im Rahmen von Vorträgen, Workshops und einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden bei dieser Tagung in der Wiener Urania die wichtigsten nicht-nachhaltigen Trends sowie Fortschritte bei der Überarbeitung und das Potenzial der Strategie thematisiert.

Programme [pdf 240 kb]
Zusammenfassung [d, pdf 185 kb]

Präsentationen:
On the way to a revised EU Sustainable Development Strategy
Introduction by the Austrian Presidency
Elisabeth FREYTAG and Rita TRATTNIGG pdf [390 kb],
Austrian Federal Ministry of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management

Sustainable Development - the current trends
Social dimension: Jens DANGSCHAT pdf [285 kb], Vienna University of Technology
Economic dimension: Christine JASCH pdf [985 kb], Vienna Institute for Environmental Economics and Management
Environmental dimension: Karl KIENZL pdf [615 kb], Umweltbundesamt Austria
Implementation mechanisms: Ingeborg NIESTROY pdf [425 kb], European Environment and Sustainable Development Advisory Councils EEAC

Three parallel WORKSHOPS
1. External Dimension [Chair: Sigrid BOYER, Consultant] Results pdf [145 kb]
2. SDS - Lisbon Strategy [Chair: Mikael KARLSSON, European Environmental Bureau EEB] Results pdf [155 kb]
3. EU strategy - national strategies [Chair: Elisabeth FREYTAG, Austrian Presidency] Results pdf [160 kb]

PODIUMSDISKUSSION / Panel discussion [deutsch - englisch]
Josef PRÖLL, Lebensminister / Austrian Federal Minister of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management
Elisabeth FREYTAG, Lebensministerium / Austrian Federal Ministry of Agriculture, Forestry, Environment and Water Management
Michel SERVOZ, Generalsekretariat der Europäischen Kommission / Secretariat-General of the European Commission
Hubert DÜRRSTEIN, Forum Nachhaltiges Österreich / Forum Sustainable Austria
Mikael KARLSSON, EEB Europäisches Umweltbüro / European Environmental Bureau
Stephan SCHWARZER, Wirtschaftskammer Österreich / Austrian Federal Economic Chamber

Moderation: Eva PFISTERER, Wirtschaftsredakteurin ORF / Austrian Broadcasting Company

Weiterführende Links zum Thema der Veranstaltung:

Europäische Kommission
Website Nachhaltige Entwicklung
Website EU-Nachhaltigkeitsstrategie
Aktionsprogramm Vorschlag der Kommission zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsstrategie (Dezember 2005, pdf 440 kb)

Stellungnahmen zum Vorschlag der Kommission
EEAC-Stellungnahme "Getting it straight and keeping up the pressure" (2006, pdf 135 kb)
"Green 10"-Stellungnahme "A programme for the Sustainable Development of the European Union" (2006, pdf 845 kb)


Veranstalter / Organizers: EU-Umweltbüro, Forum Nachhaltiges Österreich, Ökobüro

Mit freundlicher Unterstützung durch das / With the support of Lebensministerium
















































Mo 27. Februar 2006
Umwelt & Öffentlichkeit in der EU
Kommunikation und Partizipation als Schlüssel?

Zusammfassung
Dokumente und weiterführende Links


Zusammenfassung

Am 27.2.2006 kamen in der Wiener Urania auf Einladung des EU-Umweltbüro etwa 75 Interessierte aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und NGOs zusammen, um über "Europäische Öffentlichkeit" zu reden: Ist die Entstehung einer solchen Öffentlichkeit überhaupt wünschenswert, was wären Vorteile daraus? Wie kann zu ihrer Entstehung beigetragen werden, welche Rolle spielen Zivilgesellschaft, Transparenz, Kommunikation und Partizipation?
Zu Beginn befasste sich ein Workshop intensiver mit Begriffsdefinitionen und verschiedenen Vorstellungen rund um den wenig greifbaren Begriff der "Europäischen Öffentlichkeit".

Politischen Streit ermöglichen, Identität bilden

Inhaltlichen Input gab zunächst Monika Mokre vom
Institut für Europäische Integrationsfragen (EIF) an der österreichischen Akademie der Wissenschaften: Demnach ist der entscheidende Ausgangspunkt, dass Demokratie Öffentlichkeit braucht. Transparenz und Information sind dazu notwendige, aber keine hinreichenden Bedingungen ‚ ganz entscheidend ist hier die Debatte. Das Ergebnis einer solchen Debatte wurde bisher "Öffentliche Meinung" genannt, derzeit versteht man unter diesem Begriff aber eher das Ergebnis von Meinungsumfragen ‚ eine Entwicklung, die von Mokre kritisiert wird.
Warum aber ist Öffentlichkeit so wichtig für Demokratie? Nach Ansicht von Monika Mokre aus drei Gründen: Weil dadurch der politische Streit ermöglicht wird, weil sich eine europäische Identität bilden kann, und weil für PolitikerInnen Responsibilität entsteht - also eine Rückmeldung, was die Bevölkerung eigentlich will.

Martina Handler von der ÖGUT und Rita Trattnigg von der Abteilung EU-Koordination des Umweltministeriums (Autorinnen des Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung) gingen dann in die Praxis und definierten Rahmenbedingungen für die Entstehung von Öffentlichkeit und BürgerInnenbeteiligung: Zum einen braucht es natürlich rechtliche Rahmenbedingungen wie zB die Agenda 21 oder die Aarhus-Konvention, zum anderen sind auch "weiche" Faktoren relevant: Transparenz (welche Möglichkeiten habe ich?), Vertrauen in die politischen Institutionen (Überzeugung, dass Beteiligung etwas bringt) und Qualitätskriterien (zB klare Ziele und Spielregeln). Wichtig ist weiters der "Übungs-Effekt": Beteiligungsinitiativen auf lokaler Ebene steigern auch die Wahrscheinlichkeit, dass BürgerInnen sich auf EU-Ebene in Beteiligungsverfahren engagieren.

Spannend waren dann die Diskussionen in kleinen Gruppen zu den Fragen "Wozu braucht es eine Europäische Öffentlichkeit, wie kann sie hergestellt und gefördert werden und welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft dabei?"
Antworten darauf waren zB:
Europäiische Öffentlichkeit kann das Machtmonopol der Regierungen brechen; Öffentlichkeit führt zu mehr Verantwortlichkeit der PolitikerInnen; Die EU ist transparent oder sie ist nicht (mehr lange); Europäische Themen statt nationaler Interessen diskutieren; Europäisches Bewusstein in der Schulbildung schaffen! Die Unabhängigkeit und Kritikfähigkeit der NGOs muss bewahrt werden.

Öffentlichkeit und politische Praxis

In der anschließenden Podiumsdiskussion (moderiert von Elisabeth Nöstlinger, Wissenschaftsredakteurin beim ORF-Hörfunk) vertiefte Monika Mokre ihre Ausführungen vom Workshop, es folgten die Darstellung des Problems aus dem Blickwinkel Österreichs, der Kommission und europäischer Umwelt-NGOs.

Georg Rebernig, Leiter des Umweltbundesamtes, der kurzfristig die Vertretung von BM Pröll übernahm, bezeichnete Umwelt als ein Thema, das für europäische Debatten besonders gut geeignet ist, also ein klassisches "Integrationsthema": Es interessiert die BürgerInnen und es ist offensichtlich grenzüberschreitend. Wichtig dafür sind interessierte BürgerInnen - es reicht also nicht, Daten anzubieten, es braucht auch mehrere Zugänge und verschiedene Formate. Das Lebensministerium legt seinen Schwerpunkt hier auf Governance, also die Handhabe von Politik, Methoden für Öffentlichkeitsbeteiligung werden entwickelt und die Beteiligung von NGOs an Prozessen forciert.

Karl Doutlik, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, gab zu, dass in der bisherigen ìKommunikationsarbeit" der EU viel falsch gelaufen ist. Die neue Kommunikationsstrategie setzt auf drei Ebenen an: neue Richtlinien für die Kommunikationsarbeit der Kommission selbst, der "Plan D", der sich auch an Regierungen und EP wendet sowie schließlich das Weißbuch Kommunikation vom Februar 2006, das sich nun auch an Zivilgesellschaft, Sozialpartner und alle gesellschaftlichen Player richtet.

John Hontelez vom Europäischen Umweltbüro EEB schließlich berichtete von den Erfolgen und Schwierigkeiten europäischer NGOs in bezug auf Zugang zu Dokumenten und Beteiligung. Zum Medieninteresse sei zu sagen, dass interessanterweise sich "immer nur" die dänischen Medien beim EEB um Informationen bemühen. Dies liegt nach Ansicht Hontelez daran, dass in Dänemark immer wieder über europäische Themen abgestimmt wird und es in der Öffentlichkeit so zur politischen Debatte über europäische Themen kommt. Streitkultur schafft also auch hier Öffentlichkeit.

(Fotos von oben nach unten: Mokre, Handler, Trattnigg, Nöstlinger, Rebernig, Doutlik, Hontelez. Fotos: EU-Umweltbüro)

Veranstalter: EU-Umweltbüro

Mit freundlicher Unterstützung durch das Lebensministerium





Dokumente und weiterführende Links:

Programm Veranstaltung 27.2.2006 (pdf 120 kb)
Workshop Stichworte Mokre (pdf 196kb)
 
Zusammenfassung Veranstaltung 27.2.2006 (pdf 92kb )

LINKS zu Themen der Veranstaltung:

Aarhus-Konvention
Link Lebensministerium zu Aarhus

Beteilung und Governance
Das Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeitet von Lebensministerium und ÖGUT, 2005 (inkl. Link zu Download)
Europäische Kommission zu Governance
European Governance / Better lawmaking: Participation of civil society
Website Kommission und Zivilgesellschaft (zB Konsultationsstandards)
Transparency and Public Participation Website des EEB European Environmental Bureau

Europäische Öffentlichkeit
"Der europäische Tsunami" Artikel von M. Mokre
"Zur politischen Funktionalität der Rede vom europäischen Öffentlichkeitsdefizit" Artikel von M. Mokre und S. Puntscher-Riekmann
"Massenmedien und Europäische Öffentlichkeit(en)" Beitrag von C. Bärenreuter, ORF ON Science
"Die Referenda über die europäische Verfassung und ihre Bedeutung für die Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit" Forschungsprojekt

Kommunikationspolitik der Europäischen Kommission
Website Kommunikation der Europäischen Kommission
Aktionsplan für eine bessere Kommunikationsarbeit der Kommission (Juli 2005, pdf 265kb)
Plan D für Demokratie, Dialog und Diskussion Beitrag der Kommission in der Zeit der Reflexion und danach (Oktober 2005, pdf 214kb)
Weißbuch über eine europäische Kommunikationspolitik (Februar 2006, pdf 235)

Umwelt und EU als Thema in der Öffentlichkeit
Eurobarometer 64: Meinungsbild zur EU, Dezember 2005 (pdf 884kb)
Eurobarometer spezial: Umwelt, Mai 2005, Zusammenfassung (engl. pdf 507kb)