Bettina Vollath


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Umweltcheck - 5 Fragen

1. Was sind in Ihren Augen die größten umweltpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren?

Die größte Herausforderung wird sein, den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien massiv voranzutreiben. Öl und Kohle sind die Vergangenheit, unsere Zukunft liegt in der Kraft der Sonne, des Wassers und des Windes. Wir müssen die Ziele des Pariser Klimaabkommens unbedingt erfüllen und wir haben keine Zeit mehr zu verlieren, denn ExpertInnen aus der Wissenschaft geben uns noch sehr kurz Zeit, den Turnaround zu schaffen. Es braucht daher den politischen Willen und viel Entschlossenheit im Bereich des Kimaschutzes. Der Ausbau des europäischen Schienennetzes und der Einsatz von Highspeed-Zügen sind ebenfalls dringend notwendig, um den Flugverkehr zu reduzieren. Wir müssen auch das Fördersystem in der Landwirtschaft neu aufstellen und an ökologische Kriterien knüpfen. Umweltschädliche Produktionsmethoden dürfen nicht länger mit Steuergeld subventioniert werden. Der entscheidende Punkt wird sein, ob wir entschlossen genug sind, die notwendigen Maßnahmen auch umsetzen. Denn gerade die Branchen, die am meisten Umweltschäden verursachen, geben weltweit Unsummen für Lobbying aus, um jegliche Fortschritte zu blockieren. Dagegen müssen wir uns durchsetzen, es darf nicht sein, dass 7,6 Milliarden Menschen den Preis für die Unersättlichkeit einiger Weniger bezahlen.


2. Und was sind die größten globalen Herausforderungen in den nächsten 5 Jahren?

Es wird nicht reichen, wenn nur Europa die Klimaziele des Pariser Abkommens erfüllt. Die Auswirkungen der Erdüberhitzung betreffen jeden einzelnen Menschen auf dieser Welt, daher kann es nur ein gemeinsames Ziel geben: Die Rettung unseres Planeten. Aus Studien wissen wir, dass die Länder, die auf fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl setzen, die höchsten CO² Ausstöße verursachen. Hier muss die EU ihren Einfluss nutzen, um weltweit ein Umdenken herbeizuführen. In der aktuellen Lage gestaltet sich das sehr schwierig, Donald Trump etwa ist mit den USA aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen. Dennoch gibt es zahlreiche internationale PartnerInnen, mit denen die Zusammenarbeit verstärkt werden kann und muss. Beim Klimaschutz sollte es selbstverständlich sein, einen breiten Konsens geben, wenn man die katastrophalen Auswirkungen der Erdüberhitzung bedenkt. Hungersnöte, Wassermangel, ganze Kontinente, die unbewohnbar werden. All das würde zwangsläufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen um die verbliebenen Ressourcen und die letzten bewohnbaren Orte der Erde führen. Das ist ein Zukunftsbild, das sich niemand wünschen kann. Umweltschutz ist daher auch ein zentrales Thema in der Friedenspolitik, die Europa viel stärker betreiben muss.


3. Wohin soll Ihrer Meinung nach die Reise Europas gehen?

Weißbuch zur Zukunft Europas: Fünf Szenarien 

  • Europa braucht ein stark ausgebautes Schienennetz auf modernstem Standard. In China fahren bereits Züge mit bis zu 400 km/h. Das will ich auch für Europa. Die Menschen haben dadurch eine bessere Alternative zu Flugreisen und Europa würde näher zusammenrücken.
  • Jugendarbeitslosigkeit ist in Europa immer noch ein großes Problem. Die Europäische Union muss ihr Versprechen von Wohlstand für alle Menschen erfüllen. Wir müssen mit der gescheiterten Sparpolitik brechen und dafür sorgen, dass alle Menschen eine Zukunftsperspektive haben.
  • Ich will ein gerechtes Europa, in dem auch die Reichen und Konzerne ihren Beitrag leisten. Die Steuersümpfe müssen endlich trockengelegt werden, den sie sind eine Bedrohung für jede solidarische Gesellschaft.
  • Ich möchte ein Europa, das Frieden schafft, aber ohne Waffen. Die beste Friedens- und Sicherheitspolitik ist und bleibt Sozialpolitik. Ich will daher ein Verbot von Waffenexporten aus der EU und stattdessen eine aktive Friedenspolitik.
  • Wir müssen die Pariser Klimaziele erreichen, daran führt kein Weg vorbei. Ich will, dass künftige Generationen Kohlekraftwerke und Ölfelder nur noch aus Geschichtsbüchern kennen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Menschheit zu sichern.


4. Müssen die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen Grundlage für die Prioritäten der nächsten EU-Kommission werden?

Die Nachhaltigkeitsziele und die Klimaziele des Pariser Abkommens müssen auf jeden Fall die Grundlage sein. Oberste Priorität der nächsten EU-Kommission und eigentlich aller Kommissionen muss sein, dafür zu sorgen, dass die Menschen in Europa ein gutes Leben in Frieden und umgeben von einer gesunden Natur führen können. Wir wissen, welche Maßnahmen wir dafür umsetzen müssen. Ich erwarte mir von der Kommission den Mut und vor allem die Entschlossenheit, das auch zu tun.


5. Weiters möchten wir gerne von Ihnen wissen, ob Sie bereits an folgenden EU-weiten Umweltkampagnen teilgenommen haben?
   
                                                    

NICHT TEILGENOMMEN   -   #Protect Water – Fitnesscheck Wasserrahmenrichtlinie       

NICHT TEILGENOMMEN   -   Konsultation zur Zukunft Europas 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Europäische Woche der Abfallvermeidung 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Nature Alert Kampagne 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden