Julia Herr


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Umweltcheck - 5 Fragen

1. Was sind in Ihren Augen die größten umweltpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren?

Der europäische Strommix besteht immer noch aus 20 Prozent Kohlestrom - dem klimaschädlichsten Energieträger. Hier gilt es endlich aufzuwachen und so schnell wie möglich auszusteigen. Dazu braucht es starke Investitionen in fossilfreie Energien, in Verbindung mit einer Jobgarantie und neuen Arbeitsplätzen in Zukunftsbereichen wie Forschung und Pflege. Gleichzeitig muss dass europäische Bahnsystem modernisiert und ausgebaut werden. Insbesondere wenn die Fahrt über Landesgrenzen gehen soll, gibt es viele technische Hürden. In anderen Teilen der Welt, etwa in China, gibt es Bahnsysteme, die und in nur vier Stunden von Wien nach Paris bringen könnten. Langfristig braucht es den Umbau des Wirtschaftssystem, so dass die Profite von Konzernen nicht mehr über allem stehen.

 

2.  Und was sind die größten globalen Herausforderungen in den nächsten 5 Jahren?


Die Klimakrise ist eine der größten politische Herausforderung unserer Zeit. Ihre Folgen verursachen und verschärfen weltweit Katastrophen, Hunger und bewaffnete Konflikte. Um diese Krise zu bewältigen braucht es sowohl massive Investitionen gegen die Klimaerhitzung, als auch ein dichtes Netzwerk aus internationaler Hilfe zum Schutz vor und Unterstützung bei Klimakatastrophen. Dazu braucht es endlich eine sinnvolle Verteilung von Vermögen. Deshalb ist es notwendig, dass Großkonzerne und Superreiche ihren Teil beitragen. Die weltweite Ungleichheit ist heute so groß wie nie. Die acht reichsten Männer besitzen so viel wie die ärmer Hälfte der Weltbevölkerung. Panama Papers, Paradise Papers, Lux-Leaks und Co führen uns vor Augen, wie wir in großem Stil um Steuergelder betrogen werden. Allein in der EU entgehen uns nach Schätzungen jährlich 1000 Milliarden durch Stuerbetrug. Hier gilt es endlich aufzuwachen. Wir fordern ein internationales Finanzregister, das Transparenz herstellt. Des Weiteren braucht es ein einheitliche Körperschaftssteuer von mindestens 25 Prozent um den Steuerwettlauf nach unten zu stoppen. Obergrenzen für Lizenzgebühren sollen der Gewinnverschiebung einen Riegel vorschieben und digitale Betriebsstätten sollen sicherstellen, dass auch Internet-Konzerne wie Google und Amazon ihren Teil beitragen. Wir Menschen müssen es sein, die die Spielregen für Großkonzerne festlegen, anstatt uns Politik von Google und Co. diktieren zu lassen. Brechen wir die Macht der Konzerne!


3. Wohin soll Ihrer Meinung nach die Reise Europas gehen?

Weißbuch zur Zukunft Europas: Fünf Szenarien

Die EU-Staaten müssen in vielen Bereichen enger zusammenarbeiten. Dazu gehören der Kampf gegen die Klimaerhitzung und der Ausbau von öffentlichem Fernverkehr. Genauso ist eine engere Zusammenarbeit erforderlich beim Vorgehen gegen Steuervermeidung Multinationaler Großkonzerne. Ebenso ist Koordination gefragt, wenn es gilt grenzüberschreitendes Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen. Das beste an Europa ist die Vision davon, wie es sein könnte. Ein Europa im Kampf für globale Gerechtigkeit, für eine umweltfreundliche Zukunft und eine starke Demokratie, in der unsere gemeinsame Stimme mehr zählt, als die Interessen von Konzernen, Banken oder MilliardärInnen.

 

4. Müssen die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen Grundlage für die Prioritäten der nächsten EU-Kommission werden?


Ja, insbesondere die Bekämpfung von Armut, die Errichtung sozialer Infrastruktur und den Schutz des Klimas und der Umwelt müssen in der EU Priorität haben. In der Vergangenheit bedeutete EU-Wirtschaftspolitik oft Kürzungen bei Sozialsystemen, Lohnsenkungen und die Rettung von Banken. In der EU müssen Bildung, Gesundheit und Umweltschutz aber wichtiger sein als die Profite von Konzernen! Es gilt, Superreiche und Konzerne in die Verantwortung zu nehmen und endlich in unsere Zukunft zu investieren!


5. Weiters möchten wir gerne von Ihnen wissen, ob Sie bereits an folgenden EU-weiten Umweltkampagnen teilgenommen haben?                                                          


NICHT TEILGENOMMEN   -   #Protect Water – Fitnesscheck Wasserrahmenrichtlinie       

NICHT TEILGENOMMEN   -   Konsultation zur Zukunft Europas 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Europäische Woche der Abfallvermeidung 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Nature Alert Kampagne 

TEILGENOMMEN                   -   Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden