Monika Vana


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Umweltcheck - 5 Fragen

1. Was sind in Ihren Augen die größten umweltpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren?

Wir stehen vor dem point of no return (Punkt ohne Wiederkehr). Die 20 heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden alle in den vergangenen 22 Jahren gemessen.   Wenn die Erderwärmung in diesem Maße fortschreitet wird dies dramatische Konsequenzen haben. Die EU muss handeln und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Anstatt Milliarden in die Rüstungsindustrie zu versenken (von 2021-2027 will die Kommission in ihrem Bericht zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 13 Milliarden in Rüstungstechnologien investieren) bedarf es Investitionen in den Klimaschutz und in die Menschen selbst. Es bedarf Klima- und Sozialmilliarden um die entscheidenden Schritte zu setzen und eine sozial verträgliche Umsetzung zu garantieren. Das EP hat in seiner Position zum MFR festgehalten, dass mindestens 30% des Budgets für Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden müssen. Wir Grüne fordern eine Anhebung der klimarelevanten Ausgaben auf 50%! Doch wichtig ist, dass diese Maßnahmen umgesetzt werden, denn die EU schafft es wahrscheinlich nicht einmal die angestrebten 20% der Periode 2014-2020 zu erreichen.

Wir brauchen wieder eine langfristige, ambitionierte Strategie wie die EU 2020 Ziele, an welcher Meilensteine gemessen werden und welche auch genau nachvollzogen werden kann. Die SDGs würden sich als Messlatte hierfür gut eignen.

Des Weiteren müssen wir uns natürlich der zwingenden ökologisch verträglichen Reform der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) sowie auch unserer Handelspolitik widmen. Der Fokus der EU muss dezidiert auf Klima- und Artenschutz gerichtet werden.

Dies soll nicht auf EU-Ebene, sondern auch vor Ort an den Wurzeln, bei den BürgerInnen passieren. Wir haben uns in den Ausschüssen für eine ökologische Regionalpolitik starkgemacht. So haben wir es durchgesetzt, dass in der Parlamentsposition zur Dachverordnung der EU-Förderungen ab 2021 das Grundprinzip der Nachhaltigen Investitionen gilt sowie eine Bewertung der EU-Projekte auf deren Klimaverträglichkeit. Zudem soll aus dem Regionalfonds zukünftig keine Investitionen in fossile Brennstoffe getätigt werden. Nur wenn auch die Investition- und Förderpolitik der EU ökologisiert wird, schaffen wir die Herausforderungen der kommenden Jahre.

2. Und was sind die größten globalen Herausforderungen in den nächsten 5 Jahren?

Ein einzelnes Land alleine oder auch die EU kann die Klima- und Biodiversitätskrise nicht alleine bewältigen. Wir müssen globale Allianzen für unser Überleben schaffen. Mit dem Klimaabkommen von Paris und den SDGs haben wir auf internationaler Ebene bereits ein paar diplomatische Meilensteine im Koffer doch diese müssen zu Räder werden und in Bewegung geraten. Der IPCC-Report hat uns bereits vor Augen geführt was geschieht, wenn wir über eine Erwärmung von 1,5 Grad Celsius kommen. Der jüngste Bericht der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) über den dramatischen Rückgang der Biodiversität zwingt uns ebenso zum Handeln. Wenn Tier-, Pflanzen- und Insektenarten reihenweise aussterben so stirbt auch unsere Lebensgrundlage mit ihnen. Wir müssen biologische Vielfalt schützen und Pestizide sowie Herbizide durch nachhaltige Formen der Landwirtschaft verringern. Die EU kann durch ihre Position als Softpower und Wirtschaftsgigant durch ihre Handelspolitik starke Akzente setzen.

 

In einem globalen Kontext sind Frauen anfälliger für die Auswirkungen des Klimawandels als Männer - vor allem, da sie weltweit die Mehrheit der ökonomisch benachteiligten Menschen ausmachen (66%) und für ihren Lebensunterhalt stärker von den natürlichen Ressourcen abhängig sind, die durch den Klimawandel bedroht sind. Frauen und Männer, die in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern leben, sind besonders gefährdet, weil ihr Lebensunterhalt stark von den lokalen, natürlichen Ressourcen abhängig ist. Die Sicherung von Wasser, Lebensmitteln und Brennstoffen zum Kochen und Heizen ist die größte Herausforderung. Frauen in ländlichen Gebieten sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und in Verbindung mit dem ungleichen Zugang zu Ressourcen und Entscheidungsprozessen, überproportional vom Klimawandel betroffen. Daher ist es unerlässlich, geschlechtssensible Strategien zu entwickeln, um auf die durch den Klimawandel verursachten Umwelt- und humanitären Krisen zu reagieren. Kurz gesagt, Frauen sind oft mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Barrieren konfrontiert, die ihre Bewältigungsfähigkeit einschränken. Deshalb ist die Gleichstellung der Geschlechter ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Klimawandel.

 

3. Wohin soll Ihrer Meinung nach die Reise Europas gehen?

Weißbuch zur Zukunft Europas: Fünf Szenarien

Kleinstaaterei wird uns nichts bringen in einer globalisierten Welt kann man nur gemeinsam grenzüberschreitende Probleme lösen. Wir müssen weg vom zerstörerischem Nationalismus und hin zu einer gemeinsamen europäischen- sowie globalen Solidarität anstatt Partikularinteressen und Machtspiele ins Rampenlicht zu stellen.

4. Müssen die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen Grundlage für die Prioritäten der nächsten EU-Kommission werden?

Die SDGs sind die idealen Leitziele für ambitionierte EU- 2030 Ziele. Nach dem Auslaufen der EU2020 Ziele stehen wir orientierungslos sowie ziellos dar. Die EU muss die Herausforderung der drohenden Klima- und Artenkrise wahrnehmen und einen ambitionierten Plan vorlegen. Wir haben bereits viel zu viel Zeit verloren, diese Ziele gehören erreicht und dazu müssen konkrete Maßnahmen umgesetzt werden!

 

5. Weiters möchten wir gerne von Ihnen wissen, ob Sie bereits an folgenden EU-weiten Umweltkampagnen teilgenommen haben?                                                          

NICHT TEILGENOMMEN   -   #Protect Water – Fitnesscheck Wasserrahmenrichtlinie
  
TEILGENOMMEN                   -   Konsultation zur Zukunft Europas

NICHT TEILGENOMMEN   -   Europäische Woche der Abfallvermeidung 

NICHT TEILGENOMMEN   -   Nature Alert Kampagne

NICHT TEILGENOMMEN   -   Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden

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