Thomas Waitz


Foto: © Mikulitsch

Logo Gruene PNG

Umweltcheck - 5 Fragen

1. Was sind in Ihren Augen die größten umweltpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren?

Momentan werden in der EU die Weichen für eine neue GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) gestellt. Diese Diskussion ist schon voll im Gange und wird in der nächsten Legislaturperiode zu einer neuen Art der Verteilung der Europäischen Agrarsubventionen führen. Derzeit werden diese Subventionen hektarbasiert ausbezahlt. Das begünstigt große und industrialisierte landwirtschaftliche Betriebe mit allen negativen Auswirkungen auf unser Klima, das Tierwohl, die Artenvielfalt und Lebensmittelgesundheit. Wir wollen einen neuen Fokus auf biologische, gentechnikfreie und regionale Landwirtschaft.

Pflanzenschutzmittel und Pestizide sind hauptverantwortlich für das bedrohliche weltweite Insektensterben. Das Europäische Parlament hat Anfang dieses Jahrs einen großen Erfolg gegen Monsanto und Co. errungen und einen Bericht angenommen, der vorsieht, dass Studien zur Zulassung von Pestiziden von nun an durch unabhängige Behörden durchgeführt werden müssen und, dass Biodiversität zu einem Kriterium bei der Zulassung wird. Nun fordern wir die Europäische Kommission auf, in der nächsten Legislaturperiode ein EU-weit verbindliches Ziel für die Reduktion von Pestiziden vorzuschlagen. 

Die größte globale Herausforderung der Gegenwart und Zukunft ist die Klimakrise. Europa muss als eine der reichsten Regionen weltweit die Vorreiterrolle einnehmen und eine ambitionierte Klimapolitik betreiben. Die derzeitige Performance der Europäischen Union dazu ist enttäuschend. Wir müssen wesentlich ambitionierter vorgehen, wenn wir im Kampf gegen den Klimawandel noch eine Chance haben wollen.

2. Und was sind die größten globalen Herausforderungen in den nächsten 5 Jahren?

Der IPCC-Report war ganz klar in seiner Warnung an die Weltgemeinschaft. Wir müssen es schaffen, den weltweiten Treibhausgasausstoß so weit zu reduzieren, dass sich unsere Erde nicht über 1,5 Grad Celsius erwärmt. Momentan sind wir auf bestem Wege zu einer Erwärmung von 3 Grad oder mehr und die Folgen wären katastrophal. Wenn wir unseren Kindern einen lebenswerten Planeten übergeben wollen, müssen wir in den nächsten 5 Jahren eine radikale Energiewende schaffen und unseren Treibhausgasausstoß Richtung Null zu senken.

 

Millionen von Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Besonders bedrohlich ist dabei das Insektensterben, denn Insekten sind die Basis unserer Nahrungsmittelproduktion und damit unseres Überlebens.  Das Massensterben der Insekten hat keine natürlichen Ursachen, sondern geschieht einzig und alleine durch menschliches Handeln. In Europa sind Pestizide die Hauptursache für den Rückgang der Insektenpopulation und die Vernichtung der Biodiversität. Wir müssen die große und kleine biologische Vielfalt schützen. Es ist an der Zeit, den von der Agrochemieindustrie verursachten Schaden zu stoppen und weltweit gegen das Artensterben vorzugehen.

 3. Wohin soll Ihrer Meinung nach die Reise Europas gehen?

Weißbuch zur Zukunft Europas: Fünf Szenarien

Für uns Grüne ist klar: Die Klimakrise, die größte Herausforderung der Zukunft, können die Europäischen Staaten nur gemeinsam lösen. Aus den fünf Szenarien der Europäischen Kommission für die zukünftige Gestaltung der EU, gibt es für uns nur eine echte Möglichkeit: Viel mehr gemeinsames Handeln. Die Mitgliedsstaaten müssen beschließen, auf allen Politikfeldern viel mehr zusammenzuarbeiten. Die Europäische Integration muss weiter gehen. Nur gemeinsam können wir in die Zukunft gehen.

4. Müssen die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen Grundlage für die Prioritäten der nächsten EU-Kommission werden?

Ja! Die SDGs hätten schon längst oberste Priorität sein müssen. Als Vorreiter im Umweltschutz und Demokratie, wie sich Europa gerne bezeichnet, muss die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele eine absolute Grundvoraussetzung für die Politik der Europäischen Union sein.

 

5. Weiters möchten wir gerne von Ihnen wissen, ob Sie bereits an folgenden EU-weiten Umweltkampagnen teilgenommen haben?

 
TEILGENOMMEN                   -   #Protect Water – Fitnesscheck Wasserrahmenrichtlinie       

TEILGENOMMEN                   -   Konsultation zur Zukunft Europas

TEILGENOMMEN                   -   Europäische Woche der Abfallvermeidung  

NICHT TEILGENOMMEN   -   Nature Alert Kampagne

NICHT TEILGENOMMEN   -   Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden

Straßburg

Parlement européen
Bât. Louise Weiss T05117
1, avenue du Président Robert Schuman
CS 91024
F-67070 Strasbourg Cedex 
Tel.: +33 (0)388/1 75395
Fax: +33 (0)388/1 79395 

 



Österreich

Büro Tom Waitz
Wiedner Hauptstraße 40/1
Gartenstiege, TOP 14
1040 Wien
Tel: +43 (0)699/11 82 76 34
Email: irmi.salzer@gruene.at