2011: Über 9.000 Verstöße gegen Lebensmittelrecht in der EU
Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)
Die Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz der EU hat den Jahresbericht 2011 des „Rapid Alert System for Food and Feed“ veröffentlicht.Laut Angaben der EU-Kommission gab es im letzten Jahr insgesamt 9.157 Verstöße gegen das Lebensmittelrecht, wobei es in 617 Fällen um schwerwiegende Risiken ging.
Bei den meisten Fällen handelte es sich um Folgemeldungen (5.345), aber es gab auch 3.812 neue Verstöße gegen das EU-Lebensmittelrecht. 3.139 der neuen Verstöße betrafen Lebensmittel, 361 Futtermittel und 312 Lebensmittelkontaktmaterialien.
Zu den häufigsten Verstößen gehörten Aflatoxine in Futtermitteln und in getrockneten Früchten und Nüssen. Ein weiteres Problem war die Freisetzung chemischer Stoffe aus Küchenutensilien aus China.
Österreich war in mehreren Fällen betroffen, unter anderem auch durch die weit verbreitete E.Coli-Verseuchung (HUS-Epidemie) von Gemüse im Juni 2011, bei der in Deutschland mehr als 50 Menschen starben.
In einem Fall wurde Wasserstoffperoxid in aus Deutschland stammendem Grießpudding gefunden, in einem weiteren Fall wurde eine zu hohe Konzentration an Selen in Nahrungsergänzungsmitteln aus Großbritannien festgestellt. Weitere Fälle betrafen tiefgefrorenes Obst, Tomaten und Bockshornklee-Samen.
Die österreichischen Behörden meldeten insgesamt 65 Verstöße gegen das EU-Lebensmittelrecht. Die meisten Verstöße wurden durch chinesische (558), indische (337) und türkische (318) Produkte festgestellt. Gegen österreichische Produkte gab es 2011 insgesamt 21 Meldungen.