40 Jahre Zwentendorf
9. Nov 18
Am Montag jährte sich zum vierzigsten Mal die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk Zwentendorf. Sie legte den Grundstein für ein Österreich ohne Atomkraftwerke und mit hohen Ablehnungswerten gegenüber Atomkraft.
Anlässlich dieses Jubiläums hat Greenpeace ein Sonnen-Transparent mit 25 Metern Durchmesser auf dem Atomkraftwerk Zwentendorf entfaltet. Mit dem Spruch „Solarkraft - ja bitte!“ bezieht sich die Umweltschutzorganisation auf das bekannte “Atomkraft? Nein Danke” der Anti-Atomkraft-Bewegung – denn der Kampf gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien ist in Europa noch nicht gewonnen. Aktuell laufen in der EU Verhandlungen zu staatlichen Beihilfen für Atom- und Kohlekraftwerke, die deren Laufzeit verlängern und einen Umstieg auf Energien aus Sonne und Wind blockieren. Greenpeace fordert von der österreichischen Bundesregierung, sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für eine starke Beschränkung dieser Beihilfen einzusetzen und so den europaweiten Ausstieg aus Kohle und Atom zu beschleunigen.
„Wir Österreicherinnen und Österreicher haben vor 40 Jahren der Atomkraft eine Absage erteilt. Doch nach wie vor sind wir von gefährlichen AKWs in unseren Nachbarländern eingekesselt“, sagt Adam Pawloff, Klima- und Atomexperte von Greenpeace in Österreich. “Atomenergie ist nicht nur die teuerste, sondern auch die gefährlichste Form der Stromerzeugung überhaupt. Es kann nicht sein, dass Regierungen in der EU Milliarden an Steuergeldern in Schrottreaktoren pumpen, anstatt sie vom Netz zu nehmen”, sagt Pawloff.
Die IG Windkraft kritisierten anlässlich des Jubiläums, dass 40 Jahre nach der Abstimmung gegen die Atomkraftnutzung in Österreich noch immer zwischen 6 und 16 Prozent des Stromverbrauchs mit verstecktem Atomstrom gedeckt werden. „Wir brauchen viel mehr erneuerbare Kraftwerke, um Österreich zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom zu versorgen“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und weist auf die Notwendigkeit stabiler funktionierender Rahmenbedingungen für den Ausbau hin. „Österreich muss sich mit sauberem Strom aus erneuerbaren Energien selbst versorgen. Das ist der wichtigste Beitrag für eine atomstromfreie Zukunft“, so Moidl.
40 Jahre Zwentendorf: Greenpeace setzt Zeichen für Solarkraft auf AKW
IG Windkraft: 40 Jahre nach Zwentendorf-Abstimmung ist Österreich noch immer nicht atomstromfrei