50.000 bei Menschenkette gegen Atomkraftwerk Tihange

30. Juni 17

50.000 Menschen haben am vergangenen Sonntag mit einer 90 Kilometer langen Menschenkette gegen das umstrittene Atomkraftwerk Tihange demonstriert. In dessen Reaktor waren vor kurzem Mikrorisse entdeckt worden. Die Forderung der Demonstranten war eindeutig: Die sofortige Abschaltung von Reaktor 2 in Tihange bei Lüttich sowie von Reaktor 3 in Doel an der niederländisch-belgischen Grenze. Die Menschenkette reichte von Tihange über Lüttich und das niederländische Maastricht bis nach Aachen.

Obwohl der Betrieb von Tihange und Doel in der Vergangenheit bereits aufgrund von Mikrorissen unterbrochen gewesen war, wurden diese 2015 wieder hochgefahren. Zudem wurde die Laufzeit von zwei Doel-Reaktoren 2015 um zehn Jahre verlängert. Internationale ExpertInnen hatten 70 neue Risse in Thiange 2 entdeckt, gab der belgische Innenminister Jan Jambon zu. Allerdings sei die Sicherheit nicht gefährdet und die Anlage würde weiterlaufen. Auch in Doel 3 waren im November Mikrorisse gefunden worden. Neben den Protestierenden hat sich auch die deutsche Umweltministerin Hendricks für einen Stopp der belgischen Reaktoren ausgesprochen.

EurActiv: 50.000 Teilnehmer bei Menschenkette gegen belgische Atomkraftwerke