91 giftige Substanzen auf der ECHA-Liste
Chemie & Nanotechnologie
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Ende Oktober die Namen von 91 Stoffen veröffentlicht, die im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung REACH geprüft werden sollen. Es handelt sich um den Entwurf des ersten dreijährigen fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft (CoRAP).Der CoRAP enthält Substanzen, die langlebig (persistent) sind, sich in Organismen anlagern (bioakkumulativ) oder giftig (toxisch) sind. Darüber hinaus geht es um Stoffe, die hormonähnlich wirken (endokrine Disruptoren), krebserregend, gen- oder fortpflanzungsschädigend sind und eine weite Verbreitung haben.
Der Entwurf sieht die Prüfung dieser Substanzen durch die Mitgliedstaaten in den Jahren 2012-2014 vor, also etwa 30 Chemikalien pro Jahr. Die Mitgliedstaaten können den Entwurf kommentieren, eine Veröffentlichung des endgültigen CoRAP ist für Ende Februar 2012 vorgesehen.
Die Stoffbewertung soll klären, ob ein bestimmter Stoff ein Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellt, sofern die vorliegenden Informationen nicht ausreichen.
Nach Veröffentlichung des endgültigen CoRAPs haben die zuständigen Mitgliedstaaten ein Jahr Zeit, "ihren" Stoff zu prüfen. Im ECHA-Entwurf sind bisher aber nur die Stoffe, deren internationale CAS-Register-Nummern sowie das Prüfjahr veröffentlicht.
Die Stoffe auf der Liste waren in den letzten Monaten von einzelnen Mitgliedstaaten vorgeschlagen worden. Für 2012 plant ECHA unter anderem die Prüfung von Zinkdimethyldithiocarbamat (Ziram), Methanol (Methylalkohol) und Toluol.
Ziram ist umweltgefährlich, sehr giftig und kann das zentrale Nervensystem negativ beeinflussen.
Methanol selbst ist von geringer Giftigkeit, wird aber leicht aufgenommen und durch den Stoffwechsel in gefährliche Abbauprodukte umgewandelt, die in bestimmten Mengen tödlich wirken.
Toluol kann Nieren-, Nerven- und Leberschäden verursachen, es wirkt fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend. [DNR, Red.]
DNR: 91 giftige Substanzen auf der ECHA-Liste
ECHA - CoRAP (pdf)
Selektionskriterien für ausgewählte Stoffe