Abhör-Skandal: Gentechnik-Feld als Aktivisten-Falle

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Man glaubt, sich in einem schlechten Film zu befinden.
Laut Angaben der Internetplattform „Genfood? Nein Danke“ hat das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt ein eigens präpariertes Kartoffelfeld angelegt, um damit „Feldbefreier“ zu fangen. Das ergibt sich aus den Ermittlungsakten, die das Vorgehen der Strafverfolger gegen zwei Gentechnik-Aktivisten beschreiben, berichtet „Genfood? Nein Danke!“

Die Super-Kriminalisten aus Sachsen-Anhalt bleiben mit ihrer Gen-Kartoffel-Feld-Aktion allerdings erfolglos, die Aktivisten gingen ihnen nicht ins Netz.

„Im Februar war – durch die Einstellungsverfügung – bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Magdeburg eineinhalb Jahre lang gegen die Gentechnik-Aktivisten Jörg Bergstedt und Benjamin Volz ermittelt hatte. Im Rahmen der Ermittlungen wegen zweier Feldbefreiungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt war auch die Kommunikation der Beiden abgehört worden, unter anderem Gespräche mit Landtagsabgeordneten, Anwälten und Journalisten.“

Die Verfahrensdokumente würden zeigen, „dass die Ermittlungen gegen Bergstedt auf eine Denunziation des früheren sachsen-anhaltinischen Wirtschaftsministers und Gentechnik-Lobbyisten Horst Rehberger (FDP)“ zurückgingen. Die Anklage gegen die beiden Aktivisten blieb jedoch erfolglos, und „kurz vor der Einstellung des Verfahrens versuchte es das Landeskriminalamt mit einem Trick“, berichtet „Genfood? Nein Danke!“.

Es „wurde in Gatersleben ein präpariertes Versuchsfeld angelegt, um mit speziellen kriminaltechnischen Fallen, Täter, welche das Feld angreifen, zu überführen“, wird aus den Ermittlungsakten zitiert. „Ziel war es u.a. auch, Täter bezüglich der hier im Verfahren zu verfolgenden Straftaten abzugleichen und diesem zuzuordnen. Inzwischen wurde das Feld abgeerntet und die Fallen ohne Erfolg zurückgebaut.”

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