Agrarumweltprogramm ÖPUL fördert Artenvielfalt

„Vor dem Hintergrund des europaweiten Rückgangs der Biodiversität stellen die EU-Zukunftsstrategien ´Biodiversität 2030+´ und ´Vom Hof auf den Tisch´ den Agrarsektor vor große Herausforderungen“, sagt Elisabeth Süßenbacher, Mitarbeiterin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in der Abteilung für Agrarumwelt, Bergbauern und benachteiligte Gebiete und biologische Landwirtschaft. Durch die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) soll die Landwirtschaft auf dem Weg zur Erreichung dieser ambitionierten Biodiversitätsziele bestmöglich unterstützt werden. In Österreich nimmt hier insbesondere das Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) eine wichtige Rolle ein.

Förderung der Biodiversität

Das ÖPUL 2023+ soll möglichst flächendeckende Umweltleistungen ermöglichen. Teilnehmende Bäuerinnen und Bauern erhalten Ausgleichszahlungen für geringere Erträge, Mehraufwendungen oder zusätzliche Kosten, die mit der Einhaltung biodiversitätsfördernder Auflagen einhergehen. Wie bisher sollen artenreiche Landwirtschaftsflächen durch die Förderung des bäuerlichen Naturschutzes, die Bewirtschaftung von Bergmähdern, Almen und artenreichen Wiesenflächen gefördert werden. Zusätzlich sollen (Obst-)Bäume, Büsche, Blühflächen und Bienenweiden angelegt, erhalten und gepflegt werden. Auch Landwirt*innen, welche gefährdete Nutztierrassen wie das Kärntner Blondvieh oder das Tiroler Steinschaf halten bzw. seltene Kulturpflanzen wie beispielsweise den Ötztaler Lein oder das Vorarlberger Riebelmais anbauen, sollen gefördert werden.

In der kommenden Förderperiode wird der Anteil der verpflichtend anzulegenden Biodiversitätsflächen im Grünland und Acker im Rahmen der horizontalen ÖPUL-Maßnahme „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung und Biologische Wirtschaftsweise“ (UBBB) von aktuell 5 Prozent auf 7 Prozent erhöht. Überdies müssen auch Biobetriebe Biodiversitätsflächen anlegen. Es besteht die Möglichkeit für eine freiwillige Anlage von Biodiversitätsflächen über das geforderte Mindestmaß hinaus. Gemeinsam mit Landwirtschafts- und Naturschutzexpert*innen wurden für Biodiversitätsflächen ambitioniertere Bewirtschaftungsauflagen festgelegt. Im Acker wie auch im Grünland besteht zudem die Möglichkeit, Biodiversitätsflächen mit sehr artenreichen, regionalen Saatgutmischungen (mindestens 30 Arten aus 7 Pflanzenfamilien) neu einzusäen.

Landwirt*innen sollen Pflegemaßnahmen selbst bestimmen

„Der geplante Ausbau der Ergebnisorientierung im künftigen ÖPUL rückt die Auseinandersetzung mit Zielen und fachlichen Gründen für Bewirtschaftungsmaßnahmen stärker in den Mittelpunkt“, betont Süßenbacher. Dabei ist eine eigenständige ÖPUL-Maßnahme „Ergebnisorientierte Bewirtschaftung“ vorgesehen, die neben der Biodiversität auch das Schutzgut Boden anspricht. Landwirt*innen sollen mittels praktischer Erfahrungen selbst entscheiden, welche Pflegemaßnahmen sie auf ihren Flächen umsetzen, um die vereinbarten Naturschutzziele zu erreichen. „Das gibt ihnen mehr Flexibilität, was zum Beispiel Wetterbedingungen oder Düngung betrifft, und außerdem bekommen sie ein besseres Verständnis für Zusammenhänge zwischen der Flächenbewirtschaftung und dem Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten“, so Süßenbacher.

Das ÖPUL soll für die Erhaltung und Entwicklung von ökologisch besonders wertvollen Landwirtschaftsflächen schließlich eine Schlüsselrolle spielen. Ökolog*innen und Landwirt*innen und Landwirte sollen gemeinsam betriebs- und flächenindividuelle Bewirtschaftungskonzepte entwickeln. Zur Stärkung regionaler Ansätze und der Lernmöglichkeiten sollen bestehende Projekte wie der „regionale Naturschutzplan“ oder „Vielfalt auf meinem Betrieb“ ausgebaut und durch weitere Projekte zur Bewusstseinsbildung und zum Monitoring ergänzt werden.
 

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