AktivistInnen prangern Verletzung von Umweltschutz und Menschenrechten in Myanmar an

Natur & Biodiversität

Rechte von indigenen Völkern werden verletzt, große Waldflächen für Plantagen gerodet, viele Staudammprojekte in Planung.

Das Regime in Myanmar (ehemals Burma) würde die Natur in seinem Land ohne Rücksicht auf Umweltschutz und Menschenrechte ausbeuten, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) mit Verweis auf die „Burma Umwelt-Arbeitsgruppe“ (BEWG), ein Zusammenschluss aus im Exil lebenden Umweltschützern Myanmars, die am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Bangkok eine Studie über den Naturschutz in ihrem Land präsentierten.

Die BEWG wirft dem Regime laut FTD vor, dass dieses zwar internationale Verträge zum Schutz der indigenen Völker unterschreibt, diese dann aber ignorieren würde. Rund 15.000 Menschen seien weiters aus ihren Siedlungen vertrieben worden, damit neue Staudammprojekte realisiert werden können. Große Waldflächen würden für den Bau von Plantagen gerodet werden. Auch der Schmuggel mit seltenen und geschützten lebenden Tieren (Leoparden, Tiger, Bären, Kobras) sowie der Handel mit Tierprodukten (Felle, Hörner) sind laut BEWG ein großes Problem in Myanmar.

Die Arbeitsgruppe appelliert an ausländische Investoren, Projekte so lange zu stoppen, bis die Bevölkerung ein Mitspracherecht bekommt. Eine weitere Forderung ist die Einhaltung internationaler Standards, wie zum Beispiel Studien zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Laut Berichterstattung des „Asian Correspondent“ belaufen sich die ausländischen Investitionen im letzten Jahr auf rund 20 Milliarden US-Dollar.

Die Studie in englischer Sprache steht online auf der Webseite der „Burma Environmental Working Group“ gratis als Download zur Verfügung.

FTD: Natur in Birma wird rücksichtslos ausgebeutet
Asian Correspondent: Environment Working Group criticizes Burma on environment policy
BEWG-Studie: Burma’s Environment: People, Problems, Policies