AKW in Japan: Panne beim Wiederanfahren

Energie

Beim Wiederanfahren des Atomkraftwerks Sendai im Süden Japans ist es zu einer Panne gekommen, berichtet die Internet-Plattform „klimaretter.info“. „Offenbar trat Meerwasser durch ein Loch im Kondensator in den Kühlkreislauf ein. Der Betreiber Kyushu Electric stoppte das weitere Hochfahren. Der Reaktor läuft dadurch nur mit 75 Prozent seiner Leistung. Man beobachte die Lage, hieß es bei Kyushu Electric. Das AKW in der Stadt Satsumasendai ist der erste Reaktor in Japan, der unter den neuen Sicherheitsbestimmungen nach der Katastrophe von Fukushima 2011 wieder hochgefahren wird. Mit der Wiederinbetriebnahme hatte das Unternehmen Mitte August begonnen. Im September soll der Block wieder im vollen Umfang Strom liefern, Mitte Oktober soll dann der zweite Sendai-Reaktor folgen.“

Es würde allerdings noch mehr Probleme geben, berichtet „klimaretter.info“. „Der nur 50 Kilometer entfernte Vulkan Sakurajima steht offenbar kurz vor einem Ausbruch. Der Vulkan gilt als sehr aktiv. Der Wetterdienst gab die Warnstufe 4 auf einer Skala bis 5 aus. Knapp 80 Einwohner in einem Drei-Kilometer-Umkreis wurden evakuiert. Die Vulkanaktivität wirke sich auf den Betrieb des AKW Sendai nicht aus, heißt es dagegen bei Kyushu Electric.“

Atomkraftgegner fordern die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks. „Die Probleme beim Wiederanfahren des Reaktors hielten Ingenieure für genauso vorhersehbar wie die Probleme bei einem starken Ausbruch des Sakurajima“, sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der österreichischen Umweltorganisation Global 2000. "Das Wiederanfahren des AKW Sendai ist nur dem Kampf des pro-atomaren Premierministers Shinzo Abe geschuldet, der sich im Interesse einiger weniger AKW-Betreiber und gegen die überwältigende Meinung der japanischen Bevölkerung an der Hochrisiko-Technologie Atomkraft festklammert." Drei Fünftel der Japaner seien gegen die Wiederinbetriebnahme der nach Fukushima stillgelegten Atomkraftwerke.

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