Alternative ÖkonomInnen zu Lissabon-Prozess und EU-Verfassung
Die EuroMemorandum-Gruppe ist eine Gruppe von etwa 75 alternativen WirtschaftswissenschaftlerInnen aus ganz Europa, die jährlich ein "EuroMemorandum" erarbeiten. Das am 18.12.2004 veröffentlichte Memorandum 2004 "Jenseits von Lissabon" befasst sich mit den ökonomischen und sozialökonomischen Teilen des Entwurfs für eine EU-Verfassung und dem dem EU-Lissabon-Prozess (mit dem die EU unter Berücksichtigung von Umwelt und Sozialem bis 2010 zum mächtigsten Wirtschaftsraum der Welt gemacht werden soll).Demnach ist der Lissabon-Prozess gescheitert und eine neue Entwicklungsstrategie muss erarbeitet werden. Dazu müssen Ziele und Standards festgelegt werden, die sich nicht dem überragenden Ziel Wettbewerbsfähigkeit unterordnen, sondern sich auf soziale Inhalte und ökologische Nachhaltigkeit beziehen.
Der Entwurf für eine EU-Verfassung schreibe den aktuellen Kurs der Wirtschafts- und Sozialpolitik fest und schließe in der Praxis jede Kursänderung aus. Dies sei prinzipiell abzulehnen, da Wirtschaftspolitik grundsätzlich offen für wissenschaftliche und politische Diskussionen sein sollte.
Euromemorandum-Gruppe
"Jenseits von Lissabon" (pdf 85kb)
Interview mit Prof. Huffschmid, Koordinator der EuroMemorandum-Gruppe