APG Naturschutztagung 2026
Auch heuer spannt die Veranstaltung einen inhaltlichen Bogen über drei thematische Blöcke und zwei praxisnahe Exkursionen:
Block 1: Temporäre Lebensräume strategisch gedacht – „Natur auf Zeit“ zwischen Politik, Recht und Praxis
„Natur auf Zeit“ zeigt, dass Artenschutz nicht immer dauerhaft sein muss, um wirksam zu sein. Temporäre Lebensräume auf ungenutzten oder „brachliegenden“ Flächen ermöglichen es, dass sich Natur spontan entwickeln kann und seltene Arten vorübergehend wertvolle Habitate finden. Solche dynamischen Natur-Ansätze schaffen zusätzliche ökologische Vielfalt und ergänzen klassische Schutzmaßnahmen, indem sie temporär verfügbare Betriebsflächen für den Artenschutz nutzbar machen, ohne die spätere Nutzung auszuschließen. Beispiele belegen den Erfolg von „Natur auf Zeit“. Voraussetzungen für eine Umsetzung in Österreich sind jedoch klare rechtliche Vorgaben und Planungssicherheit für Projektwerber.
Block 2: Renaturierung in Österreich – Verordnung, Praxis & ökologische Wirkung
Die EU-Renaturierungsverordnung gibt den Rahmen vor – doch wie weit ist ihre Umsetzung in Österreich tatsächlich, und was bedeutet sie konkret für die Praxis? In diesem Block verbinden wir die rechtlichen Zielsetzungen mit realen Umsetzungsbeispielen. Renaturierung ist kein Neuland und kein theoretisches Konzept: Viele Akteur:innen – von den Ländern bis zu Infrastrukturunternehmen – verfügen bereits über umfangreiche Erfahrung und funktionierende Ansätze. Anhand ausgewählter Best-Practice-Beispiele aus unterschiedlichen Lebensräumen zeigen wir, wie Renaturierungsmaßnahmen heute schon wirksam umgesetzt werden können – auch im Umfeld der Netzinfrastruktur.
Block 3: Biodiversität auf vier Beinen – Ökologische Effekte und strategische Chancen für Infrastrukturflächen
Extensive Beweidung ist ein erprobtes Instrument zur Förderung der Artenvielfalt – besonders spannend wird der Blick auf Freileitungsflächen: Wie funktionieren Beweidungsprojekte hier, welchen Beitrag leisten sie zu vernetzten Strukturen und welchen Nutzen haben sie für seltene Arten und naturnahe Vegetation?
Die Exkursionen beinhalten eine Führung durch das Natura 2000 Europaschutzgebiet Obere Drau sowie eine Vorführung von Spürhunden im praktischen Einsatz bei der Erhebung von naturschutzfachlichen Daten.
Neben dem vielfältigen Programm bietet die Fachtagung ausreichend Raum für den Austausch und Diskussionen mit anderen TeilnehmerInnen und den Speakers.
Kosten: EUR 300,- (zzgl 20 % MwSt.)