Arktischer Ozean: wirtschaftliche Ausbeutung durch Ölförderung und Fischerei kann beginnen
Natur & Biodiversität
Russland und Norwegen haben den 40-jährigen Streit über den Verlauf ihrer Seegrenze in der Arktis beigelegt und damit den Weg für die Öl- und Gasförderung in der Barentssee frei gemacht.Am 15. September 2010 konnten sich Norwegen und Russland auf eine endgültige Festlegung ihrer maritimen Grenze im Bereich der Barentssee einigen. Das nun aufgeteilte Gebiet ist etwa halb so groß wie Deutschland, es werden große Erdöl- und Erdgasvorkommen erwartet. Die unklare Grenzsituation hat bisher eine kommerzielle Erkundung der Öl- und Gasressourcen in dem Gebiet verhindert.
Wenn nun auch die nationalen Parlamente dem Übereinkommen zustimmen, steht Projekten in der Öl- und Gasindustrie sowie in der Fischerei nichts mehr im Wege. „Durch das Übereinkommen können die Geschäfte in der Region beginnen“, so der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg.
Auch der norwegische Öl- und Energieminister Terje Riis-Johansen freut sich auf eine „goldene Zeit“ für die norwegische Industrie und das gesamte Land. Er kündigte aber gleichzeitig auch an, dass Norwegen auch weiterhin an seinem Ziel festhalten wird, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Von offizieller Seite wird erhofft, dass Norwegen durch die neuen Vorkommen seinen Ölboom fortsetzen kann. Ministerpräsident Stoltenberg räumt jedoch ein, dass es noch Jahre dauern wird, bis in der Region tatsächlich Erdöl- und Erdgas gefördert werden können. Auch Helge Lund vom norwegischen Mineralölkonzern Statoil erwartet, dass „massive Erkundungsbemühungen“ in dem Gebiet notwendig sein werden.