Aserbaidschan eröffnet zentrales Terminal für südlichen Gaskorridor

1. Juni 18

Aserbaidschan hat am Dienstag ein Gasterminal eröffnet, das den Startpunkt für die Gaspipeline bilden soll, die Erdgas vom Kaspischen Meer in die EU transportieren soll. Das Sangachal Terminal liegt etwa 55 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Baku, die Eröffnung wurde live im nationalen Fernsehen übertragen. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev sagte bei der Eröffnungszeremonie: „Mit diesem Projekt zeichnen wir eine neue Energiekarte von Europa.

Betrieben wird das Terminal vom britischen Fossilkonzern BP. Aliyev bedankte sich in seiner Stellungnahme für die Unterstützung der Vereinigten Staaten sowie von Großbritannien und der EU und ortete eine starke regionale Kooperation zwischen Aserbaidschan, der Türkei und Georgien.

Aserbaidschan kann durch die neue Infrastruktur seine Gasproduktion am „Shah Deniz“ Feld nun von neun auf 25 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr ausweiten. Dieses soll über den südlichen Gaskorridor in die Türkei und die EU exportiert werden. Der südliche Gaskorridor wird von der EU unterstützt besteht aus drei Pipelines: der südlichen Kaukasus Pipeline durch Aserbaidschan und Georgien, der TANAP durch die Türkei und der Trans-Adriatic Pipeline (TAP) über Griechenland und Albanien nach Italien. Insbesondere der letzte Teil trifft auf massiven Widerstand der lokalen und international vernetzten Zivilgesellschaft. Von Umweltorganisationen wird ein Lock-in durch den Ausbau der Pipelines kritisiert: Durch die Investitionen legt sich Europa für Jahrzehnte auf die Verwendung des klimaschädlichen Erdgases fest und macht sich weiter abhängig von politisch instabilen Diktaturen, die Menschenrechtsverletzungen betreiben. 

 

Euractiv: Azerbaijan inaugurates Southern Gas Corridor key terminal