Atomenergie I: EU-Ausstieg machbar und vorteilhaft

8. März 18

„Ein europaweiter Ausstieg aus der Atomenergie in Verbindung mit einer mutigen Nachhaltigkeitspolitik hätte positive Auswirkungen auf alle wesentlichen wirtschaftlichen Indikatoren wie auch auf den Klimaschutz.“ So lautet das Fazit einer Studie des SERI-Instituts und der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), die vom Land Oberösterreich in Auftrag gegeben wurde. Sie zeigt, dass ein Atomausstieg der Europäischen Union keinesfalls zu wirtschaftlichen Nachteilen führen würde. Im Gegenteil:  „Würde Europa eine konsequente Klimapolitik des weitgehenden Ausstiegs aus Öl, Gas, Kohle und Atom betreiben, hätte das positive Auswirkungen auf Wachstum, Jobs bei gleichzeitiger Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgase auf 20% des Werts von 1990“, so der Studienautor und SERI-Leiter Fritz Hinterberger.

Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) gründete 2016 die „Allianz der Regionen für einen schrittweisen europaweiten Atomausstieg“, einem Zusammenschluss von acht Regionen aus vier EU-Ländern. Die Präsentation der SERI-Studie ist gleichzeitig der Start einer europaweiten Kampagne der Allianz um einen europaweiten Ausstieg aus der Atomkraft voranzutreiben. Ziel ist es, Diskussionsprozesse, vor allem mit „Atom-Hardliner-Länder“ wie Frankreich auszulösen. Langfristig wird ein europaweites Verbot von Subventionen für AKW-Neubauten, klare EU-Regelungen für Laufzeitverlängerungen in Form verpflichtender grenzüberschreitender Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Anträgen auf Laufzeitverlängerungen und eine maximale Laufzeit von 40 Jahren für Atomreaktoren gefordert.

„Der Zeitpunkt unserer Kampagne ist sehr günstig: die Kosten für Atomstrom explodieren, die Erneuerbare Energie wird immer preisgünstiger. Ohne Subvention hat Atomstrom mittlerweile keine Konkurrenzchance. Daher ist der entscheidende Hebel das Verbot der Subventionen. Und daher wird der Ausgang der von uns durchgesetzten österreichischen Klage gegen die Subventionen beim britischen AKW-Projekt Hinkley Point entscheidend sein. Das Europäische Gericht wird bis Sommer darüber entscheiden.“, so Rudi Anschober, Initiator der Kampagne und Umweltlandesrat in Oberösterreich (Grüne).

 

ORF.at: Kampagne für Ausstieg aus Atomkraft

Rudi Anschober: Start der Kampagne für einen schrittweisen europaweiten Atomausstieg mit einer Pressekonferenz in Prag

SERI: Präsentation von Studie zu europaweitem Atomausstieg in Prag