Beitritt der Türkei zur Union? ÖsterreicherInnen sind am negativsten eingestellt
Ein Großteil der Türken hält die EU-Mitgliedschaft noch immer für „eine gute Sache“, doch die Skepsis innerhalb der Union steigt.Eine von TNS (Taylor Nelson Sofres PLC) für Eurobarometer 2007 durchgeführte Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass nur 49% der TürkInnen die EU-Mitgliedschaft für „eine gute Sache“ halten. 25% sehen ihn generell für eine „schlechte Sache“. Viele TürkInnen stellen sich die Frage, warum sie vor dem Beitritt zur EU die geforderten Reformen durchführen sollten, wenn viele EuropäerInnen die Türkei ohnehin nicht in der Union haben wollen. Tatsächlich glaubten im vergangenen Jahr nur 26% der TürkInnen, dass ihr Land schlussendlich der EU beitreten wird. Auch die europäische Ablehnung der türkischen EU-Mitgliedschaft ist im Laufe des vergangenen Jahrzehnts kontinuierlich gestiegen und hat im Jahr 2005 zum ersten Mal die 50%-Grenze überschritten. Diese Entwicklung ist gegenläufig zum allgemeinen Trend einer eher positiven Einstellung zu weiteren Erweiterungen der Union. Die österreichische Öffentlichkeit steht dem Türkei-Beitritt am skeptischsten gegenüber.
Die Beitrittsgespräche mit der Türkei wurden offiziell im Oktober 2005 aufgenommen. Einige europäische Staats- und Regierungschefs betonen, dass der Ausgang unbestimmt sei und nicht automatisch zu einer vollständigen Mitgliedschaft der Türkei führen muss. In den derzeitigen Debatten dominieren die negativen Aspekte eines Türkei-Beitrittes. Die Vorteile, wie eine Stabilisierung des Nahen Ostens und ein Wirtschaftsschub für beide Seiten, werden in der europäischen Öffentlichkeit zurzeit kaum debattiert.