Bialowieza: Rodungen gehen trotz Verbot weiter

Die Rodungen im Bialowieza-Nationalpark an der polnisch-weißrussischen Grenze gehen trotz Verbots durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weiter. Damit riskiert Polen ein Rechtsstaatlichkeitsverfahren der EU.

Am 3. August hatte der EuGH verfügt, dass im Nationalpark keine Bäume mehr im großen Stil gefällt werden dürfen. Dieses Verbot ignoriert Polen bisher. Fährt es damit fort, wird der Mitgliedsstaat seine Haltung vor dem Gerichtshof erklären müssen.

Offiziell werden die Rodungen im Nationalpark wegen einer Borkenkäfer-Plage vorangetrieben. Laut Behörden sind mehr als eine halbe Million Bäume von dem Schädling betroffen. Daher änderte das Ministerium den mit der EU abgestimmten Bewirtschaftungsplan für den Wald bis zum Jahr 2021 und erlaubte, die Holzernte um das Dreifache zu erhöhen.

Zudem will der polnische Umweltminister Jan Szyszko, dass der Wald von der UNESCO-Liste als Weltnaturerbe gestrichen wird. Bialowieza sei im Jahr 2014 widerrechtlich und ohne Rücksprache mit der Bevölkerung vor Ort auf die Liste gesetzt worden. Unterstützt wird Szyszko bei seiner Forderung vom polnischen Staatsforstbetrieb.

UmweltschützerInnen und WissenschaftlerInnen kritisieren, dass unter dem Vorwand der Bekämpfung des Borkenkäfers illegale Holzernte betrieben werde. Es gebe Beweise dafür, dass auch gesunde Bäume gefällt würden.

 

Deutsche Welle: Kampf um Europas letzten Urwald

Euractiv: Poland accused of ignoring EU ruling on protected forest logging