Białowieża-Urwald: EU-Generalanwalt plädiert für Verurteilung Polens
22. Feb 18
Die am Dienstag (20. Februar) veröffentlichten Schlussanträge des EU-Generalanwalts Yves Bot werfen der polnischen Regierung vor, den Białowieża-Urwald nicht ausreichend vor der Abholzung zu schützen. Bot empfiehlt daher dem Europäischen Gerichtshof, zuungunsten Warschaus zu entscheiden. Ein Urteil des Gerichts wird für die kommenden Wochen erwartet. Meist folgen die RichterInnen der Einschätzung der GeneralanwältInnen. Seit Monaten liegt Polen mit der Europäischen Union im Streit um die Abholzung eines der letzten europäischen Urwälder.
Die Regierung in Warschau, die von der nationalpopulistischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) gestellt wird, will den Wald für die Holzindustrie freigeben – unter dem Vorwand, den Borkenkäfer auszurotten. Białowieża gehört zum UNESCOnesco-Weltnaturerbe und ist Teil des europäischen "Natura 2000"-Netzwerks, das dem Schutz wild lebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume dient.
Der 1.400 Quadratkilometer große Urwald liegt auf beiden Seiten der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Die dort lebenden Wisente oder Europäischen Bisons sind die letzten großen Landsäugetiere Europas. Zudem besteht der Wald aus bis zu 600 Jahre alten Eichen und anderen sehr alten Bäumen. Rund 20.000 Tierarten sind in dem Wald zuhause. Die gigantische Holzmasse stellt einen großen natürlichen CO2-Speicher dar.
Quelle: Klimaretter.info: Białowieża-Abholzung EU-rechtswidrig
derStandard: Polen verstößt laut EuGH-Experten mit Urwald-Abholzung gegen EU-Recht