Bio Austria: Kritik der EU-Kommission am Agrar-Umweltprogramm muss umgesetzt werden

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

„Die Europäische Kommission hat in ihrer Stellungnahme zum Entwurf für das Österreichische Programm für Ländliche Entwicklung heftige Kritik geübt und auch die Kürzungen für die Bio-Landwirtschaft hinterfragt“ schreibt Bio Austria in einer Pressemitteilung. „Die EU-Kommission hinterfragt völlig zu Recht, warum die Abgeltungen im Vergleich zum aktuellen Programm gekürzt werden, während die Maßnahme förmlich mit zusätzlichen Verpflichtungen überlastet wurde“, so Rudolf Vierbauch, Obmann von Bio Austria.

„Die Abgeltungen der Leistungen der Biobäuerinnen und Biobauern für Umwelt und Gesellschaft auf der Fläche würden mit dem aktuellen Programmvorschlag um bis zu 35 Prozent gekürzt werden, bei einer gleichzeitigen Verkomplizierung der Verwaltung, die EU-weit ihresgleichen sucht“, kritisiert Vierbauch. „Das Programm wird daher dem Regierungsvorhaben einer „Stärkung der Bio-Landwirtschaft“ nicht gerecht. Die Kritik der EU-Kommission muss endlich zum Anlass genommen werden, um die längst überfälligen Korrekturen vorzunehmen“.

Die immer wieder angeführte angebliche Aufstockung der Mittel von 97 auf 112 Millionen Euro für die Bio-Landwirtschaft würde sich bei näherer Betrachtung als reale Kürzung entpuppen: „Während im aktuellen Programm mit 97 Mio. Euro die Bio-Leistungen abgegolten werden, sollen mit den 112 Mio. Euro in Zukunft auch zusätzliche Verpflichtungen abgegolten werden, welche für konventionelle Betriebe über eine eigene Maßnahme ausbezahlt werden. Indem Biobauern davon ausgeschlossen werden, spart man bei Bio-Betrieben 20 Mio. Euro ein und legt dann an anderer Stelle 15 Mio. Euro drauf. In der Folge enthält der Programmentwurf trotz eines sehr geringen Wachstumszieles für die Bio-Landwirtschaft radikale Kürzungen der Hektarsätze für Biobäuerinnen und Biobauern“, kritisiert Bio Austria.

Bio Austria Pressemitteilung