Biodiversitätskonvention: Vage Regulierung von Gene Drives
6. Dez 18
Die 196 Mitgliedsstaaten des UN-Abkommens über Biologische Vielfalt (CBD) beschlossen auf ihrem Treffen in Ägypten (COP 14), Gene Drive-Technologien zu regulieren. Im Beschluss weisen sie auf die Risiken dieser Methode hin und fordern die Vertragsstaaten auf, das Vorsorgeprinzip anzuwenden, sollte es zu Freisetzungen von Organismen kommen, die durch Gene Drive modifiziert wurden. Zudem sollte die Bevölkerung vorab informiert werden, wenn das Gene Drive-Verfahren vor Ort angewendet würde.
Gene Drives sind Manipulationen am Erbgut, durch die eine gentechnisch eingebaute Eigenschaft in Pflanzen oder Tieren dominant vererbt wird und sich dadurch besonders schnell in einer Population ausbreitet.
Vor der COP 14. hatten Hunderte zivilgesellschaftliche Organisationen, Wissenschaftlerinnen, Bauernverbände und indigene Gruppen ein Moratorium verlangt und dafür gekämpft. „Auch wenn diese Entscheidung kein Moratorium bedeutet, wie wir es uns gewünscht hätten, so schiebt sie der Erforschung und Anwendung von Gene Drives doch klare Riegel vor“, kommentierte Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung. Die kanadische ETC Group lobte die im Beschluss verlangte Zustimmung der lokalen Bevölkerung. „Die UN-Entscheidung gibt die Macht zurück in die Hände der örtlichen Gemeinschaften, insbesondere der indigenen Gruppen“, sagte ETC-Geschäftsführer Jim Thomas. Friends of the Earth Africa machten deutlich, dass es die notwendige Zustimmung in Westafrika nicht gebe. In Burkina Faso planen britische Wissenschaftler, finanziert von der Bill und Melinda Gates-Stiftung, die erste Freisetzung von Moskitos, die mit Gene Drive manipuliert wurden.
Angesichts der vagen Änderungen im Vertragstext wird die Debatte um Gene Drives wohl weitergehen.