Biodiversitätsverlust: Prävention merklich billiger als späte Rettungs-Maßnahmen

Natur & Biodiversität

Studie vergleicht die Kosten von proaktiven und reaktiven Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität.

Der Verlust von Biodiversität kommt für die Mitgliedstaaten teuer. Laut Habitats-Richtlinie sind bestimmte Arten streng geschützt, und die Mitgliedsländer der EU müssen oft teure Maßnahmen ergreifen, um vor dem Aussterben bedrohte Arten zu retten.

Dabei wären laut neuesten Forschungsergebnissen präventive Maßnahmen viel billiger als Rettungsversuche in letzter Minute.

Eine Gruppe von WissenschafterInnen analysierte die Kosten für den Schutz und die Rettung des Feldhamsters in der Gegend rund um Mannheim in den Jahren 2001-2010. Der Feldhamster ist streng geschützt, und diese Tierart kam in der Gegend um Mannheim früher häufig vor.

Auf Grund der urbanen Landschaftsentwicklung verloren die Tiere allerdings immer größere Teile ihres Lebensraums und ihre Zahl wurde stark dezimiert. Die deutsche Regierung musste in Folge Maßnahmen zum Erhalt des Lebensraums und der Umsiedelung der Tierpopulation ergreifen, und ein Zuchtprogramm finanzieren. An Bauern mussten Entschädigungszahlungen geleistet werden, da diese ihre Felder jetzt nicht mehr bewirtschaften konnten, sondern diese als Habitat für die Feldhamster bewahren mussten.

Die WissenschafterInnen kommen zu dem Schluss, dass präventive Maßnahmen zum Erhalt des Feldhamsters in der Gegend von Mannheim zwischen 17 und 36 Millionen Euro billiger gewesen wären, als die Rettung der Tiere in letzter Minute.

Science for Environment Policy: Biodiversity loss: prevention is cheaper than the cure. (en,pdf)