Bioenergie zur Lösung der Klima- und Biodiversitätskrisen

4. Feb 21

Eine neue, von der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (Joint Research Centre, JRC) am Montag der Vorwoche veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass Bioenergie aus Holz das Potenzial habe, zur Lösung von Klima- und Biodiversitätskrisen beizutragen. Dies sei allerdings nur dann der Fall, „wenn Biomasse nachhaltig produziert und effizient genutzt wird.“ Für die Nutzung seien Nachhaltigkeitsaspekte von besonderer Bedeutung, da „die Waldökosysteme in Europa im Allgemeinen in keinem guten Zustand sind“, heißt es weiter.

Primäre holzartige Biomasse, die Äste, Baumkronen und Baumstämme umfasst, mache mindestens 37 Prozent aus, während sekundäre holzbasierte Biomasse, z.B. Nebenprodukte der Forstindustrie, etwa die Hälfte der gemeldeten holzbasierten Energieproduktion in der EU liefere. 14 Prozent des energetisch genutzten Holzes könne keiner der beiden Kategorien zugeordnet werden. Daher sei es wichtig, die Verfügbarkeit und Qualität der Daten zu verbessern, heißt es in der Stellungnahme.

Der World Wildlife Fund (WWF) nahm die Studie zum Anlass, um die EU-Kommission aufzufordern, die Biomasse-Vorschriften in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED II) mit Blick auf die Holznutzung zu verschärfen. Schließlich habe das JRC nur eines von 24 Szenarien für die Nutzung von Waldbiomasse – nämlich die begrenzte Nutzung von „feinen Ernterückständen“ – als wahrscheinlich eingestuft, um kurzfristige Emissionsreduzierungen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen zu erreichen, ohne die Biodiversität zu gefährden.

Außerdem sei es den Studienautor*innen zufolge aus Klimaperspektive wichtig, was verbrannt wird, nicht wie nachhaltig es produziert wurde oder was mit den Kohlenstoffvorräten der Wälder insgesamt passiert. Aber dieser Aspekt der Beschränkung von Einsatzstoffen fehle derzeit in der RED II, bemängelte der WWF.

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JRC study „The use of woody biomass for energy production in the EU“

WWF EU: Most forest biomass harms climate, biodiversity, or both - EU Commission Circular