Biotech-Firmen versuchen Prominente als „Botschafter“ für verdecktes Gentechnik-Lobbying zu rekrutieren

Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)

Prominente Persönlichkeiten sollen für Gen-Lobby werben.

Vertrauliche Dokumente einer PR-Firma, die von der britischen Tageszeitung „Guardian“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, zeigen, dass die Gentechnik-Lobby zu immer verzweifelteren Maßnahmen greift, um in Europa Stimmung für Gentechnik zu machen.

Die PR-Firma versucht laut Guardian für die Firma EuropaBio, die für Monsanto, Bayer und andere Gentechnik-Konzerne in Brüssel Lobbying betreibt, prominente „Botschafter“ zu gewinnen, die in Europa für Gentechnik Stimmung machen sollen.

Der britische Popstar und Menschenrechtsaktivist Bob Geldof und Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, sowie andere bekannte Persönlichkeiten hätten laut Angaben dieser PR-Firma „Interesse“ an dieser Art des verdeckten Lobbyings gezeigt.

Laut Berichterstattung des Guardian sollen die „Botschafter“ nicht direkt bezahlt werden, sondern die Lobbyisten würden Zeitungsartikel schreiben, die dann unter dem Namen der Prominenten veröffentlicht werden würden. Die PR-Firma würde auch Interviews und Vortragstätigkeiten arrangieren, wofür die „Botschafter“ dann bezahlt werden würden. Auf der Liste der geplanten Aktivitäten steht auch ein „offener Brief“, der in der Financial Times veröffentlicht werden soll, berichtet der Guardian.

Ein Entwurf des Briefes, mit dem verdeckte Gentechnik-„Botschafter“ gewonnen werden sollen, sowie eine Zusammenfassung der geplanten Aktivitäten stehen auf der Webseite des Guardian zur Verfügung.

Guardian: Biotech group bids to recruit high-profle GM „ambassadors“ (en)
Executive Summary des GM-Lobby Programms (en)
Entwurf des Briefes an Prominente zur Unterstützung des Programms (en)