BMLFUW: Agrarminister einigen sich auf Kompromiss bei EU-Bioverordnung
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Nach langwierigen Verhandlungen haben sich die EU-AgrarministerInnen auf einen Kompromiss bei der EU-Bioverordnung geeinigt. Das berichtet das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in einer Pressemitteilung.Bundesminister Andrä Rupprechter bewertet die Neuregelung positiv. "Die Einigung auf eine praktikable Regelung war dringend notwendig, da die Bäuerinnen und Bauern bereits stark verunsichert waren. Jetzt sind verlässliche Rahmenbedingungen garantiert", sagt der Minister.
Niederösterreichs Agrarlandesrat Stephan Pernkopf, der als Vorsitzender der Landesagrarreferentenkonferenz an der Sitzung in Brüssel teilnahm, sagt: "Wir wollten praxisnahe Regelungen für unsere Bäuerinnen und Bauern, ohne dabei die hohe Qualität unserer Produkte aufs Spiel zu setzen."
Strittig waren laut BMLFUW bis zuletzt Grenzwerte für Schadstoffe und die Kontrollhäufigkeit, berichtet das BMLFUW. Bei den Grenzwerten für Schadstoffe stand im Raum, dass Betriebe bei Überschreitung ihre Biozertifizierung verlieren, auch wenn die Verunreinigung durch Luftverfrachtung erfolgt. Der Kompromiss sieht vor, dass die betroffene Parzelle gesperrt wird und diese Produkte nicht als biologisch vermarktet werden dürfen.
Routinemäßige Kontrollen finden künftig alle 30 Monate statt. Um die Qualität zu garantieren, gibt es dazwischen jedoch sogenannte risikobasierte Kontrollen. Erlaubt bleibt auch, dass Landwirte nur einen Betriebszweig (etwa Gemüsebau) biologisch betreiben, in anderen Bereichen aber konventionell wirtschaften. Die Bauern müssen sich jetzt entscheiden, ob sie noch in der neuen EU-Förderperiode bis 2020 als Bio-Bauern einsteigen oder nicht.
Der von den AgrarministerInnen erzielte Kompromiss wird in einem nächsten Schritt mit dem EU-Parlament abgestimmt.