Britisches Parlament will Klimanotstand ausrufen
3. Mai 2019
Das britische Parlament hat sich am Mittwoch für das Ausrufen des Klimanotstandes ausgesprochen. Ein Antrag der Labour Partei von Jeremy Corbyn wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Er ist allerdings nicht bindend für die Regierung.
Der Labour-Chef bezeichnete die Entscheidung des Parlaments als einen „Riesenschritt vorwärts“, der eine „Welle des Handelns von Parlament und Regierungen weltweit“ auslösen könne.
Corbyn fügte in einer Erklärung nach der Debatte hinzu: "Wir verpflichten uns, so eng wie möglich mit Ländern zusammenzuarbeiten, die es ernst meinen, die Klimakatastrophe zu beenden, und machen Donald Trump klar, dass er internationale Vereinbarungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise nicht ignorieren kann.
Zuvor hatten bereits Schottland und Wales jeweils separat den Klimanotstand ausgerufen. Das Vereinigte Königreich wäre der erste Nationalstaat, der diesen Schritt ergreift. Am Montag kündigte der walisische Umweltminister Lesley Griffiths die Regierungserklärung an und verwies auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der BürgerInnen, die Wirtschaft und die Umwelt.
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon gab auf dem Parteitag ihrer Partei am Sonntag eine ähnliche Erklärung ab. In einer Rede in Edinburgh sagte sie, dass junge KlimaaktivistInnen, die in den letzten Monaten in vielen europäischen Städten auf die Straße gegangen sind, „Recht haben“. Schottland hat Fracking bereits verboten und sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden.
orf.at: Britisches Parlament für Ausrufung von „Klima-Notstand“
The Guardian: MPs endorse Corbyn’s call to declare climate emergency