BürgerInnennähe durch ein Computerspiel? – das Europäische Parlament als virtuelle Welt
Ein virtuelles Rollenspiel und soziales Netzwerk soll den BürgerInnen die Arbeitsweise des Europäischen Parlamentes näher bringen. KritikerInnen fürchten hohe Kosten und wenig NutzerInnen.Unter dem Namen „Citzalia“ wurde im Auftrag des Europäischen Parlaments ein Online-Spiel entwickelt, das die Gebäude in Brüssel, Strassburg und Luxemburg nachbildet und den BürgerInnen die Arbeitsweise des Europäischen Parlamentes näher bringen soll. „Citzalia ist Demokratie in Aktion, es ist ein Rollenspiel und ein Soziales Netzwerk, verpackt in eine virtuelle 3D-Welt, die das Wesen des Europäischen Parlaments einfängt“, so eine Stellungnahme auf der Projektwebsite. Die UserInnen können sich eine eigene Figur erschaffen, ein eigenes Büro einrichten, mit anderen UserInnen interagieren, über aktuelle Themen debattieren, eigene Artikel veröffentlichen und den Gesetzgebungsprozess simulieren. Dabei treten sie als ParlamentarierIn, JournalistIn oder StudentIn auf.
VertreterInnen der EU sehen in dem Spiel eine Plattform, auf der aktuelle Themen des Europäischen Parlaments debattiert und diskutiert werden können. Außerdem erwarten sie sich davon mehr Bürgernähe: das Spiel soll helfen, „zu hören was BürgerInnen über aktuelle Themen und die Rolle des Europäischen Parlaments denken.“
KritikerInnen prophezeien jedoch, dass die Webseite zu einem teuren „virtuellen Gespenst“ mit sehr wenigen NutzerInnen werde. Ein auf YouTube veröffentlichter Trailer nährt diese Sorgen. Aktuell werden BürgerInnen dazu ermutigt, eine Testversion auszuprobieren um letzte Mängel zu beseitigen. Die endgültige Version soll dann Ende 2010 online gehen. Laut dem Hersteller ESN (European Service Network) kostet Citzalia in seiner Entwicklung 275.000 Euro.
Weitere Informationen (en)
Video auf Youtube
Citzalia blog
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