BUND: Agrarwende muss bei der Tierhaltung ansetzen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin Mitte Jänner stellte das AgrarBündnis – ein Bündnis von 24 deutschen Verbänden aus Landwirtschaft, Umweltschutz, Tierschutz und Entwicklungsarbeit – den Kritischen Agrarbericht 2014 vor und nahm Stellung zu aktuellen agrarpolitischen Themen. Schwerpunkt des 300-Seiten starken Jahrbuches, das als Download gratis auf der Webseite des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Verfügung steht, ist diesmal die Tierhaltung.Hubert Weiger, Vorsitzender des BUNDes ging auf das derzeit in Verhandlung stehende Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen den USA und der EU ein: "Dieses Abkommen gefährdet die dringend benötigte ökologische Agrarwende. Derzeit ist es möglich, den Landwirten Anreize zu geben, damit sie Tiere artgerecht halten und für den heimischen Markt produzieren. Kommt aber das Freihandelsabkommen, gelten auch bei uns endgültig die Regeln des Weltmarktes – und der kennt keinen Tier- und Umweltschutz. Um bei Niedrigpreisen für Fleisch mithalten zu können, werden noch mehr Investitionen in neue riesige Mastanlagen die Folge sein."
Hubert Weiger forderte neue Kennzeichnungsregeln für Fleischprodukte, um Tierleid, Umweltschäden und Gesundheitsrisiken durch die Fleischproduktion zu reduzieren: "Verbraucher müssen auf jedem Fleischprodukt Herkunft und Haltung der Tiere erkennen können. Sie müssen wissen, ob das Futter gentechnisch verändert war." Aber nicht nur die KonsumentInnen müssen in die Lage versetzt werden, selbst entscheiden zu können. Weiger sieht viel Handlungsbedarf für die Politik: "Das Tierschutzgesetz, das Baurecht, das Düngerecht, der Wasserschutz und das Arzneimittelgesetz müssen so verbessert werden, dass Massentierhaltung letztlich abgeschafft wird."