BUND: Rund 200 deutsche Chemiekonzerne produzieren gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien

Chemie & Nanotechnologie

Insgesamt 207 deutsche Konzerne bringen Chemikalien auf den Markt, die unter anderem Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen, berichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Daten stammen aus einer Liste mit insgesamt 709 internationalen Firmen, die von der schwedischen NGO Chemikaliensekretariat (ChemSec) Anfang März veröffentlicht wurde.

Viele der gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien würden nach wie vor in Alltagsprodukten wie Farben, Spielzeug oder Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden, warnt der BUND.

"Konzerne wie BASF und Bayer betonen gerne ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei produzieren sie auch Chemikalien, die der menschlichen Gesundheit und der Umwelt massiv schaden. Wer Anspruch auf Nachhaltigkeit erhebt, muss diese auch im Kerngeschäft umsetzen", sagt Ann-Katrin Sporkmann, BUND-Chemie-Expertin. Der Chemiekonzern BASF produziert allein 45 solcher Chemikalien.

Viele von den Herstellern produzierte Chemikalien wie beispielsweise Bisphenol A (BPA) und der Weichmacher DINP würden die Kriterien der "besonders Besorgnis erregenden Stoffe" erfüllen, sagt der BUND. Für diese könnten im Zuge der Umsetzung der Europäischen Chemikalienverordnung REACH künftig Vermarktungsverbote ausgesprochen werden.

BUND Pressemitteilung
Datenbank ChemSec
ChemSec Hintergrundinformationen und Produzentenliste (engl.)