Call for Action for Circular Construction für Baubranche

Im Ausschuss der Regionen in Brüssel fanden Gespräche statt. Vertreter:innen von EU-Städten, Regionen und Organisationen - darunter Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky – trafen sich zu einer Konferenz und übergaben eine Reihe von Forderungen an EU-Vertreter:innen. Im Mittelpunkt stand dabei die Kreislaufwirtschaft im Baubereich, die nach Ansicht der insgesamt 90 EU-Städte, Regionen, Unternehmen und Organisationen bessere Rahmenbedingungen benötigen. Mit dem „Call for Action for Circular Construction“ machen die Unterzeichner:innen darauf aufmerksam, dass die Baubranche einer der wichtigsten Hebel für die Kreislaufwirtschaft ist. Deshalb sollte zirkuläres Bauen – also das ressourcenschonende Planen, Errichten und Betreiben von Gebäuden - künftig die Norm werden. „Unser Ziel in Wien ist klar: eine hohe Lebensqualität für alle zu sichern und gleichzeitig die Grenzen unseres Planeten zu respektieren. Zirkuläres Bauen ist eines der wirkungsvollsten Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Es hilft uns, Abfälle zu reduzieren, die Versorgungssicherheit zu stärken, Umweltbelastungen zu senken und die Krisenfestigkeit zu erhöhen.“ Rohstoff-Knappheit und fehlende Kreislaufwirtschaft seien derzeit auch große Hindernisse für die EU-Wettbewerbsfähigkeit und die Klimaneutralität bis 2050. „Städte und Regionen erleben das aus erster Hand und brauchen Rahmenbedingungen auf EU-Ebene, um den Weg zur Kreislaufwirtschaft einzuschlagen“, so Czernohorszky. „Gerade Städte können das nicht alleine bewältigen. Viele der Hürden, mit denen wir konfrontiert sind – zum Beispiel regulatorische Hindernisse und das Fehlen gleicher Wettbewerbsbedingungen für Sekundärrohstoffe – können nur auf europäischer Ebene überwunden werden.“

Wiener Zirkularitätsfaktor

Wien verfolge das Ziel, eine hohe Lebensqualität für alle zu sichern und gleichzeitig Ressourcen so weit wie möglich zu schonen, so Czernohorszky. „Deshalb haben wir als erste Stadt ein umfassendes Bewertungsinstrument für die Zirkularität von Gebäuden und Stadtentwicklungsprojekten entwickelt – den Wiener Zirkularitätsfaktor. Er soll die zirkuläre Leistung von Gebäuden messbar machen, Transparenz schaffen und objektive Kriterien für Wettbewerbe bereitstellen.“ Ressourceneffizienz könne auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden: durch geringeren Materialeinsatz, anpassungsfähige und langlebige Gebäude, die Möglichkeit des späteren Rückbaus und der Wiederverwendung, den Einsatz von Sekundärrohstoffen oder die Verwendung regenerativer Materialien. Erste Erfolge seine bereits sichtbar: Zirkuläre Methoden werden in großen Stadtentwicklungsgebieten wie Rothneusiedl und dem Nordwestbahnhof integriert.

Wien und viele andere Städte seien bereit, voranzugehen und zu investieren. „Um jedoch das volle Potenzial des zirkulären Bauens zu entfalten, benötigen wir einen starken europäischen Rahmen sowie eine Förderlandschaft, die gezielt auf dieses Ziel ausgerichtet ist. Nur dann kann zirkuläres Bauen zum neuen Standard werden und gleichzeitig Ressourcensicherheit, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gewährleisten“ so Czernohorszky abschließend.

Presse Wien, 26.06.2026