Carbon Leakage: Kommission präsentiert erste Liste gefährdeter Sektoren

Klima & Energie

Gleichzeitig mit der geplanten Revision des EU-Emissionshandelssystems für 2013-20 will die Europäische Kommission auch das Problem des „Carbon Leakage“ angehen, also die Gefahr der Konkurrenz aus Ländern ohne Reduktionsverpflichtungen. Mitte September 2009 hat sie nun eine erste Analyse dazu vorgelegt, welche Sektoren besonders von Carbon Leakage betroffen sein werden und deshalb mehr Gratis-Zertifikate und längere Übergangsfristen für die Versteigerung der Zertifikate bekommen sollen.

Dabei berücksichtigt die Kommission folgende Faktoren:
- Potentielle Preissteigerungen der Produkte durch den Erwerb von Zertifikaten - sowie mögliche Einschränkungen von Preissteigerungen durch internationale Konkurrenz
- Faktoren wie Transportkosten und die geografische Ausdehnung des Marktes
- Auswirkungen einer möglichen/erwarteten internationalen Klimavereinbarung im Dezember 2009 in Kopenhagen.

Vorerst überprüfte die Kommission die Sektoren Aluminium, Eisen und Stahl, Zement und Kalk. Davon sind demnach insbesondere Aluminium und Zement sowie die Hochofenproduktion von Stahl von Carbon Leakage betroffen, nicht aber die so genannte „sekundäre“ Stahlproduktion (Stahlschrott als sekundärer Rohstoff).

Die vollständige Identifikation gefährdeter Sektoren will die Europäische Kommission bis Mitte 2011 erstellen, aber insbesondere aus dem Europäischen Parlament gibt es laute Stimmen, früher zu handeln.

Der WWF kritisiert an der Berechnungsmethode der Europäischen Kommission vor allem, dass die „historischen“ Investitionsstrukturen der Unternehmen nicht berücksichtigt werden.

Analyse der Kommission (en word 89kb)
Handelskommissar Mandelson zu Handel/Klima