China: Konflikt um seltene Rohstoffe dauert an
Verkehr & Luft & Industrie, Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
Engpaß in der Versorgung mit „Seltenen Erden“ durch China ist Initiator für neue Versorgungsstrategien.Grenzstreitigkeiten zwischen China und Japan über die Seegrenze im Ostchinesischen Meer führten im September dazu, dass China den Export von 17 in der Industrie dringend benötigten Rohstoffen, den sogenannten Seltenen Erden, an Japan einstellte und generell den Export in andere Länder einschränkte. Das führte zu sofortigen Engpässen, da China rund 95% dieser Rohstoffe abbaut.
Der Konflikt machte der internationalen Staatenwelt die Abhängigkeit von China schmerzlich bewußt und führte dazu, dass viele Staaten und Konzerne jetzt nach alternativen Abbaugebieten suchen. Vor allem Japan, das selbst nur wenige Rohstoffe hat, bemüht sich um strategische Kooperationen, unter anderem mit Vietnam und der Mongolei.
China besitzt Schätzungen zufolge nur rund 45% der Seltenen Erden. Wegen der billigen Arbeitskräfte im Land hat China jedoch einen enormen Wettbewerbsvorteil am internationalen Markt, da der Abbau in anderen Ländern merklich teurer ist.
Die USA stellten zum Beispiel aus Kostengründen die Förderung von Seltenen Erden im kalifornischen Mountain Pass Bergwerk ein, das bis in die 80er Jahre hinein der weltweit größte Produzent von Seltenen Erden war. Viele amerikanische Unternehmen verlegten außerdem ihre Industrieproduktion nach Asien und die USA verloren so nach und nach ihre Führungsrolle in der für den Abbau von Seltenen Erden notwendigen Technologieentwicklung. Diese Strategiefehler rächen sich jetzt, und es ist nicht zu erwarten, dass Chinas Dominanz im Abbau von Seltenen Erden in nächster Zeit gefährdet ist.
The Jamestown Foundation - Hintergrundinformationen zum Konflikt (en)