CITES: Neue Arten unter Schutz, Kritik am Handel mit Löwen
Die "größte jemals abgehaltene Konferenz für Artenschutz" mit 152 teilnehmenden Regierungen und insgesamt 3.500 Personen endete am 5. Oktober 2016 im südafrikanischen Johannesburg mit wichtigen Entscheidungen für den weltweiten Schutz wildlebender Tiere und in der Natur vorkommenden Pflanzen. Umweltschutzverbände ziehen eine positive Bilanz mit einzelnen Kritikpunkten.
Nach zwei Wochen Verhandlungsmarathon über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) sind Hunderte von Arten strenger geschützt. Alle acht Schuppentierarten sowie Berberaffen erhielten den höchsten Schutzstatus, der internationale Handel mit Elfenbein ist verboten, zudem sollen nationale Elfenbeinmärkte geschlossen werden. 55 seltene Reptilienarten wurden besser geschützt und auch der Handel mit Graupapageien aus Wildfängen ist nun verboten. Der Antrag Swasilands, erstmals seit 1977 den Handel mit Rhinozeros-Horn zu erlauben, scheiterte. Der Handel mit gezüchteten Löwen und Löwenknochen sowie die Löwenjagd werden allerdings auch in Zukunft weitgehend unkontrolliert bleiben, kritisieren Umweltverbände.
Zum ersten Mal gab es Resolutionen und Entscheidungen über Korruption und Cyberkriminalität im Wildtierhandel sowie die bessere Beteiligung Jugendlicher und ländlicher Gemeinschaften. Die Europäische Union trat als ordentliches CITES-Mitglied auf und erntete sowohl Lob als auch Kritik. Denn die EU unterstützte den Wunsch der großen Mehrheit afrikanischer Staaten, alle Elefanten in die höchste Schutzkategorie aufzunehmen, nicht. Der NABU kritisierte die "unrühmliche Rolle", welche die EU hier gespielt hat. Ansonsten ging die EU mit ihrem Anfang des Jahres vereinbarten "Aktionsplan gegen den illegalen Artenhandel" in einer sehr aktiven Rolle in ihre erste CITES-Konferenz.
Ein weiteres Ergebnis ist die Handelsbeschränkung für Fuchshaie, Seidenhaie sowie Teufelsrochen, um deren Überfischung zu stoppen. Ebenfalls sind nun über 300 Rosenholz-Arten (Gattung Dalbergia) international handelsbeschränkt - ein Erfolg für den Schutz von gefährdeten Tropenholzarten. Das nächste Weltartenschutztreffen der CITES-Mitglieder (COP18) wird 2019 in Sri Lanka stattfinden.
1973 wurde das "Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen" oder, kurz, das "Washingtoner Artenschutzübereinkommen" beschlossen. Die Abkürzung CITES ist vom Englischen abgeleitet: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. Die EU hat das Übereinkommen 1984 in EU-Recht übernommen und 1997 überarbeitet. [ih, Quelle, DNR]
Quelle, DNR: CITES: Neue Arten unter Schutz, Kritik am Handel mit Löwen
Pro Wildlife-Bericht über die Rolle der EU beim Kampf gegen Wildartenschmuggel (Englisch)
Petition von Rettet den Regenwald gegen Elfenbeinhandel und die Position der EU