CO2-Emissionen neuer Autos: UmweltministerInnen uneinig

Klima & Energie, Verkehr & Luft & Industrie

In einer öffentlichen Debatte haben die EU-UmweltministerInnen am 5.3.2008 die Vorschläge der Europäischen Kommission zu CO2-Zielen für neue Autos grundsätzlich begrüßt. Hauptkritikpunkte der Mitgliedstaaten bleiben die Aufteilung des Ziels auf die Hersteller je nach durchschnittlichem Gewicht ihrer EU-Flotte und die Höhe der Strafen, wenn das Ziel (insgesamt 130 g/km bis 2012) nicht erreicht wird.

Deutschland, das ja "seine" Autohersteller verteidigen muss, sprach von "Wettbewerbsnachteilen" für die Hersteller schwerer Autos. Frankreich und Italien hielten dagegen, dass schwerere Autos so weiterhin mehr emittieren dürften.
Andere Staaten bezeichneten die vorgeschlagenen Strafen als zu hoch, Rumänien brachte erneut das Argument von den teureren Neuautos und der steigenden Emissionen durch verzögerte Erneuerung der Fahrzeugflotte.

Andere Staaten - insbesondere solche ohne "eigene" Autohersteller - greifen aber auch Forderungen von Umweltorganisationen auf: Dänemark und die Niederlande etwa sprachen sich für langfristige Ziele bis 2020 aus (80-100 g/km).

Transport and Environment T&E zeigte sich erfreut, dass der Vorschlag der Kommission prinzipiell positiv aufgenommen wurde und fordert für die weitere Diskussion: langfristige CO2-Ziele bis 2020, individuelle Ziele nicht nach Gewicht sondern der Fahrzeugstandfläche und strenge Strafen.

Presseprotokoll Umweltministerrat (en pdf 275kb)
Hintergrundpapier Umweltministerrat (en pdf 147kb)
Reaktion Transport and Environment zum Umweltministerrat (en)