CO2-Handel: Kommission will strengere Regeln bei Investitionen in Entwicklungsländern

Klima & Energie

Bei der Herstellung des Kühlgases HCFC-22 entsteht auch das potente Treibhausgas HFC-23. Anlagen zur Zerstörung dieses Gases werden oft in Entwicklungsländern gebaut und bringen den Investoren CO2-Zertifikate, die im EU-internen Emissionshandel bares Geld wert sind.
Umweltorganisationen zu Folge nutzen manche Unternehmen nun das System aus, indem sie die Produktion des Kühlgases künstlich hochfahren – nur um an die begehrten Zertifikate zu kommen.

Die Europäische Kommission reagiert auf die Vorwürfe, indem sie für 2012 neue Qualitätsstandards für Emissionszertifikate für industrielle Gasprojekte in Entwicklungsländern ankündigt. Erster Schritt dazu ist ein Folgenabschätzungsverfahren, der Vorschlag der Kommission soll noch vor der internationalen Klimakonferenz in Cancun (November/Dezember 2010) vorgelegt werden.

Hintergrund: Im EU-Emissonshandelssystem müssen Unternehmen CO2-Zertifikate für ihre Emissionen vorweisen. Einen Teil dieser Zertifikate dürfen sie aus CDM-Projekten gewinnen, also mit Investitionen in emissionssenkende Projekte in Entwicklungsländern (Clean Development Mechanism des Kyoto-Protokolls). Allerdings muss dazu nachgewiesen werden, dass es durch das Projekt tatsächlich zu Emissionsreduktionen kommt.

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