COP 23: Klima-„Arbeitskonferenz“ in Bonn geht zu Ende

23. Nov 17

Gemessen an den geringen Erwartungen konnten die zweiwöchigen Verhandlungen in Bonn einige Fortschritte im Bereich des  Klimaschutzes und in der Anpassung an die Folgen der Klimaerhitzung erzielen. In der zweiten Konferenz nach Paris ging es an die Umsetzung des Abkommens. So konnten erste wichtige Schritte zur Vergleichbarkeit und Transparenz der Klimapolitik der Staaten gegangen werden.

Außerdem war Bonn der Startschuss für die nächste Zielerhöhungsrunde: Laut einer Studie des UNO-Umweltprogramms reichen die bisherigen nationalen Emissionseinsparziele nicht annähernd aus, um die globale Erhitzung auf 2 bzw. 1,5 Grad zu begrenzen. Mit dem nun startenden „Talanoa-Dialog“ sollen bis zum nächsten Klimagipfel 2018 in Polen die Länder ihre Klimaziele nachjustieren.

Große Beachtung bekam die in Bonn vorgestellte „Allianz zum Kohleausstieg“. Über 20 Länder und Regionen, unter ihnen Österreich, erklärten ihren Ausstieg aus der Kohle im nächsten Jahrzehnt. Nicht dabei ist Deutschland: obwohl international als Vorreiterin der Energiewende diskutiert, hält Kanzlerin Merkel an der Kohleverstromung fest.

Druck auf die Verhandlungen waren aus allen Richtungen der Zivilgesellschaft zu spüren. Zum Auftakt zogen am ersten Wochenende 25.000 DemonstrantInnen mit dem Motto „Kohle stoppen - Klima schützen“ durch die Bonner Innenstadt. Am Sonntag blockierte das Bündnis „Ende Gelände“ mit über 4.500 AktivistInnen erfolgreich die Kohlebagger im Tagebau Hambach. Sie machten darauf aufmerksam, dass nur 50 km vom Ort der Klimaverhandlungen die größte CO2-Quelle Europas liegt und forderten den sofortigen Ausstieg aus fossiler Energie.

Klimagerechtigkeit und eine verantwortungsvolle weltweite Klimapolitik braucht Regierungen, die Verantwortung übernehmen und nicht jährliche Lippenbekenntnisse pünktlich im Herbst zur jährlichen Klimakonferenz.

 

Ein erstes Fazit zur COP23: Klimagipfel bringt Fortschritte und zeigt Deutschland seine Schwächen auf

Spätes Ende mit kleinen Fortschritten bei der Klimakonferenz

25.000 Menschen demonstrierten für Klimaschutz und Kohleausstieg!

Ende Gelände im Tagebau Hambach