COP30: UN-Klimakonferenz 2025

Das Klima ist die größte Baustelle der Menschheit. Nirgendwo sonst entscheidet sich so unmittelbar unsere Zukunft. Derzeit steuern wir auf eine Erderwärmung von deutlich über 2°C, einigen Szenarien zufolge sogar über 3°C zu – mit gefährlichen Folgen für Menschenleben und Ökosysteme. Jedes weitere Zehntelgrad erhöht die Risiken irreversibler Kipppunkte, also Punkte, an denen Veränderungen wie das Abschmelzen von Eisschilden oder das Absterben von Regenwäldern unumkehrbar werden. Trotz aller berechtigten Kritik und vieler Versäumnisse wäre die Welt ohne die UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und die jährlichen COPs heute in einer noch deutlich schlechteren Lage. Der langwierige Prozess hat mit dem Paris-Abkommen ein Fundament hervorgebracht, ohne das wir Hochrechnungen zufolge vor einer globalen Erwärmung von bis zu 4 Grad stünden. Aber wir müssen als Weltgemeinschaft viel effektiver, schneller und ambitionierter handeln. Gerade in Zeiten, in denen Klimapolitik droht, von anderen Krisen überlagert zu werden, ist die COP ein unverzichtbares Forum für internationalen Klimadialog und verbindliche, gemeinsame Zielsetzungen. Aber es ist auch höchste Zeit, dass den Zielsetzungen eine wirksame und nachweisbare Umsetzung folgt.

Belém-Paket der COP30

Die COP30 ist am 22. November – mit einem Tag Verspätung durch eine Verlängerung aufgrund von Uneinigkeiten zwischen den Parteien – mit einer Einigung der anwesenden 194 Vertragsparteien auf ein „Belém-Paket“ zu Ende gegangen. Die politischen Hauptentscheidungen des Belém-Pakets umfassen:

Reduktion der Treibhausgasemissionen: Die Konferenz erkennt die Dringlichkeit an, die Lücke zum 1,5-Grad-Ziel zu schließen. Dabei wird auf die Beschlüsse der COP28 in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) verwiesen, wo der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energien und der Stopp der Entwaldung festgeschrieben wurden. Als zentrale Initiative wurde außerdem die sogenannte „Belém Mission zu 1,5 Grad" ins Leben gerufen, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und Länder zu ambitionierteren nationalen Klimazielen und Anpassungsplänen zu bewegen.

Finanzierung der Anpassung an den Klimawandel: In der Abschlusserklärung wird auf den Beschlüssen der COP29 in Baku aufgebaut und dazu aufgerufen, Anstrengungen zu unternehmen, die Finanzierung der Klimawandelanpassung ab 2035 zu verdreifachen. Dabei wird jedoch keine Vergleichsbasis festgelegt, also kein Jahr oder Betrag genannt, gegenüber dem die Verdreifachung gelingen soll.

Anpassungsindikatoren: Mit den „Belém Adaptation Indicators“ wurden rund 60 Indikatoren beschlossen, die messbar machen sollen, wie gut sich Länder an die Klimakrise anpassen – auch im Bereich der Finanzierung. Zwei Arbeitsprogramme sollen die technischen Details bis zur COP32 in Äthiopien ausarbeiten.

Just Transition – sozial verträglicher Übergang: Im Abschlusstext der COP30 einigte man sich darauf, dass der Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft auf sozial verträgliche Weise umgesetzt werden soll. Dafür haben die Staaten einen Mechanismus beschlossen, um u.a. Wissensvermittlung und die internationale Koordinierung zu fördern.

Technologie: Das auf der COP28 in den VAE beschlossene Technologie-Umsetzungsprogramm wurde konkretisiert. Ziel ist es, Entwicklungsländer beim Einsatz klimafreundlicher Technologien zu unterstützen, sowohl bei der Emissionsreduktion als auch bei der Anpassung. Das Programm läuft zunächst bis 2034.

Bewertung der Ergebnisse der COP30

Mit dem Belém-Paket bekennen sich nahezu alle Staaten dazu, Klimaschutz stärker an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten und schneller in die Umsetzung zu kommen. Entscheidend wird nun sein, ob die ambitionierten Finanzierungsziele und Programme tatsächlich im Alltag ankommen – bei Gemeinden, in Unternehmen und bei jenen, die die Folgen der Klimakrise schon heute am deutlichsten spüren. Die COP30 in Belém gilt zumindest als ein Wendepunkt hin zu einer echten Umsetzungskonferenz. Beobachter heben besonders hervor, dass erstmals der soziale Aspekt des Klimaschutzes so klar im Mittelpunkt stand – etwa durch den Just-Transition-Mechanismus oder die stärkere Einbindung indigener Gruppen. Auch die Beschlüsse zur deutlichen Steigerung der Anpassungsfinanzierung und zum Schutz tropischer Wälder werden als wichtige Fortschritte bewertet. Gleichzeitig bleibt Skepsis, ob die ambitionierten Finanzzusagen tatsächlich eingehalten und die neuen Programme schnell genug umgesetzt werden. 

COP31 in der Türkei

Australien und die Türkei wollten die COP31 ausrichten. Der Kompromiss sieht nun vor, dass die Konferenz vom 9. bis 20. November im türkischen Badeort Antalya stattfindet. Die Türkei stellt den COP-Präsidenten, Australien wird aber den Vize-COP-Vorsitz übernehmen und außerdem den Vorsitz der Verhandlungen. Der Entscheidungsprozess zur Weltklimakonferenz im übernächsten Jahr verlief geräuschlos: Die afrikanische Staatengruppe gab schon bekannt, dass Äthiopien die COP32 ausrichtet.

COP30: UN-Klimakonferenz in Belém 2025

COP30-Abschlusstext ohne fossile Energien

Das Belém-Paket der COP30: Das Jahrzehnt der Umsetzung des Paris-Abkommens startet

Totschnig zur COP30: Minimalkompromiss, aber wichtiges Bekenntnis, Erderwärmung zu begrenzen und Lücke zum 1,5 Grad-Ziel zu schließen