Dänische Regierung schützt BürgerInnen vor Chemikalien
Chemie & Nanotechnologie
Vier Phthalate - Stoffe, die als Weichmacher in Kunststoffen und PVC eingesetzt werden - sind in Dänemark ab Herbst verboten. Die dänische Regierung will mit der Entscheidung nicht warten, bis die EU im Frühjahr 2013 darüber befindet, ob die hormonell wirksamen Substanzen verboten werden sollen oder nicht.Bei dem Verbot handelt es sich um Stoffe, die in Plastikprodukten wie Duschvorhängen, Wachstischdecken und Polyvinylchlorid-Böden verwendet werden. Mit dem Alleingang eines Verbotes von DEHP (Di-ethylhexylphthalat), DBP (Dibutylphthalat), DBP (Benzylbutylphthalat) und DIBP (Diisobutylphthalat) setzt sich die dänische Regierung über die Entscheidungen auf EU-Ebene hinweg und definiert national höhere Standards.
Die Umweltministerin Ida Auken riskiert damit rechtliche Schritte, weil Dänemark bewusst nicht das Erscheinen einer Studie abwarten will, welche die EU-Kommission und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) im Frühjahr vorlegen sollen. Sinngemäß sagte sie, dass EU-Vorschriften einzelne Mitgliedstaaten nicht daran hindern dürften, ihre BürgerInnen zu schützen, besonders, wenn es auf EU-Ebene noch keine geeigneten Vorschriften gäbe.
Umwelt- und Gesundheitsverbände wie der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder Women in Europe for a common future (WECF) fordern seit langem ein Verbot von endokrinen Disruptoren (Umwelthormonen). Sie stehen im Verdacht, das Hormonsystem von Wasserorganismen und von Menschen negativ zu beeinflussen. Studien haben ergeben, dass hormonelle Schadstoffe zu Fettleibigkeit, Diabetes und frühzeitiger Pubertät führen und die Fruchtbarkeit schädigen können. [DNR,ih]
DRN: Dänische Regierung schützt BürgerInnen vor Chemikalien
Pressemitteilung der dänischen Regierung (dänisch)
Pressemitteilung BUND
BUND-Studie "Dickmachende Weichmacher" (pdf)