Das amerikanische GPS-System erhält ab 2014 europäische Konkurrenz
Das europäische Satelliten-Navigationssystem „Galileo“ soll Anfang 2014 in Betrieb gehen.Nachdem die Europäische Kommission die wesentlichen Aufträge für das Galileo-Projekt vergeben hat, steht einer Realisierung des europäischen Satelliten-Navigationssystems nichts mehr im Wege. Mit der Vergabe der Aufträge wurden auch Zeitpläne für die Einführung der verschiedenen Galileo-Dienste festgelegt. Mit Anfang 2014 sollen der „offene Dienst“ (kostenlose Signale zur Positionsbestimmung und Zeitsteuerung), der „öffentlich regulierte Dienst“ (zugriffsgeschützter Dienst für staatliche Zwecke – z.B. Polizei & Zoll) sowie der „Such- und Rettungsdienst“ (weltweite Ortung von Notrufen auf wenige Meter) angeboten werden. Der „sicherheitskritische Dienst“ (sicherheitskritische Anwendungen - z.B. Luftfahrt & Seeverkehr) und der „kommerzielle Dienst“ (kostenpflichtige Mehrwertdienste) werden ab 2014 getestet und bereitgestellt sobald Galileo mit 30 Satelliten seine volle Funktionsfähigkeit erreicht.
Das Galileo-Programm gliedert sich in zwei Phasen. Die erste Phase läuft bereits und umfasst die Erprobung und den Betrieb von vier Satelliten und der dazugehörigen Bodeninfrastruktur. Ende November 2010 sollen zwei Satelliten im All stationiert werden und die Umlaufbahnen erkunden. In der zweiten Phase wird dann die restliche Boden- und Weltrauminfrastruktur bis zur vollen Betriebsfähigkeit errichtet. Insgesamt wird das System 30 Satelliten, Steuerungszentren in Europa sowie ein weltweites Netz von Sensor- und Verbindungsstationen umfassen. Die Kosten für das Projekt dürften sich auf über 3 Milliarden Euro belaufen.
Presseaussendung der Kommission
Galileo Webseite
Broschüre zu Galileo
Artikel auf EurActiv.com