Das Grüne Band Österreichs – Chancen für Gemeinden und Natur

Das Umweltbundesamt und der Naturschutzbund analysierten die Besonderheiten des „Grünen Bandes“ in Österreich und das Mobilitätsangebot in den angrenzenden Regionen. In einer Umfrage unter den Anrainer-Gemeinden wurde erhoben, welche Chancen und Herausforderungen dieser einzigartige Naturraum für kommunale Akteurinnen und Akteure bietet. Sie soll die Basis für zukünftige Initiativen am Grünen Band sein.

Das Grüne Band Europas verbindet wertvolle, geschützte Naturräume, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen „Eisernen Vorhangs" erhalten bzw. entwickelt haben. Auf dem rund 1.300 km langen Abschnitt in Österreich sind unter anderem zwei Nationalparks und viele weitere Schutzgebiete zu finden, die zahlreiche wertvolle Arten und Lebensräume beherbergen. Diese naturräumlichen Besonderheiten bieten auch Potenziale für die Regionalentwicklung und den Tourismus.

Ob und wie die 137 Gemeinden am Grünen Band dieses Potenzial kennen, bewerten und nutzen, haben Naturschutzbund und Umweltbundesamt nun erhoben. Jede vierte Gemeinde hat sich an der Umfrage beteiligt. Fast alle (95%) dieser Gemeinden sehen das Grüne Band jedenfalls oder möglicherweise als Chance für ihre zukünftige Entwicklung. Insbesondere im Tagestourismus, in der Erhaltung von Arten und Lebensräumen und für die Stärkung nachbarschaftlicher Beziehungen wird Potenzial geortet. In mehr als der Hälfte dieser Gemeinden bestehen bereits Regionalentwicklungs- bzw. Tourismusprojekte, einige davon sogar schon mit Bezug zum Grünen Band.

Einige Gemeinden am Grünen Band haben bereits grenzüberschreitende Aktivitäten gesetzt und fast die Hälfte der Gemeinden, die sich an der Umfrage beteiligt haben, trägt derzeit aktiv zur Erhaltung und Entwicklung des Grünen Bands als Mahnmal der Geschichte und Ort der Begegnung zweier einst durch eine unüberwindbare Grenze getrennter Nachbarn bei.

Möglichkeiten, das Potenzial des Grünen Bandes weiter auszuschöpfen, gibt es vor allem im Tourismus: Über 90% der Gemeinden verfügen bereits über ein touristisches Angebot mit Schwerpunkt Naturerleben. In zwei Drittel der Gemeinden gibt es Rad- oder Wanderwege am bzw. zum Grünen Band. In einigen Gemeinden sind in den nächsten beiden Jahren Initiativen oder Projekte zur Erhaltung der Natur geplant.

Die Umfrage in den Gemeinden des Grünen Bandes fand im Rahmen des Projektes „Öffentlichkeitsarbeit zum Grünen Band“ statt. Ziel ist, das Bewusstsein für das Grüne Band als Naturjuwel zu vertiefen und in den Anrainer-Gemeinden als Chance für die Regionalentwicklung zu etablieren.

Das Projekt wird vom Umweltbundesamt in Kooperation mit dem Naturschutzbund Österreich mit Unterstützung von BMLFUW und Europäischer Union durchgeführt.

Der  Abschnitt des Grünen Bandes in Österreich ist rund 1.300 km lang und ist Teil zahlreicher Schutzgebiete wie der grenzüberschreitenden Nationalparks Thayatal und Neusiedler See-Seewinkel oder der großflächigen Natura 2000-Gebiete March-Thaya-Auen, Lafnitztal und Böhmerwald.

 

Umweltbundesamt Pressemitteilung