Das Misstrauen der Entwicklungsländer: Woran die Klimakonferenz in Kopenhagen gescheitert ist.

Klima & Energie

In einer Anhörung im Europäischen Parlament berichtete UN-Klimachef Yvo de Boer über die Hintergründe des Scheiterns des UN-Klimagipfels von Kopenhagen im Dezember 2009. Demnach gäbe es großes Misstrauen der Entwicklungsländer gegenüber den industrialisierten Ländern und auch gegenüber der EU, die sich selbst gern als Vorreiterin in Sachen Klimaschutz sieht.
So etwa sind die zähen internen Diskussionen um das EU-Reduktionsziel bis 2020 nicht unbeobachtet geblieben und haben die Glaubwürdigkeit der EU nicht erhöht. Auch, dass die EU ihr Kyoto-Ziel nur dank der Deindustrialisierung in den neuen Mitgliedstaaten erreicht, während viele „alte“ EU-Staaten ihre Ziele nicht erreichen, nährt Zweifel daran, dass die EU es wirklich ernst meint.

Ein großes Problem ist auch die in Kopenhagen vereinbarte Finanzhilfe für Entwicklungsländer in Klimafragen. Viele Entwicklungsländer haben das nicht unbegründete Gefühl, so de Boer, dass die vereinbarten 100 Mrd. Dollar lediglich von der bisherigen Entwicklungshilfe abgezogen werden und sie daher auch weiterhin nicht wirklich dabei unterstützt werden, ihr Wirtschaftswachstum grüner zu gestalten.

Artikel EurActiv.com