Der Bauer in der Wüste – Gemüseanbau mit Meerwasser

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Als ein „Wunder in der Wüste“, beschreibt die britische Zeitung „Observer“ das Glashaus des ehemaligen deutschen Bankers Philipp Saumweber.

Ihm ist gelungen, was sich viele heute noch gar nicht vorstellen können: der Anbau von Gemüse in großem Stil in der Wüste – im australischen Outback – ohne fossile Brennstoffe oder Frischwasser zu verwenden.

Die Energie kommt von der Sonne. Mit Hilfe von riesigen, aus Deutschland importierten Parabol-Spiegeln wird die Energie eingefangen. Das Wasser kommt aus dem nur 100 Meter entfernten Meer. Das Salzwasser wird mit einer Schweizer Entsalzungs-Anlage für den Gemüseanbau aufbereitet und in Frischwasser umgewandelt.

Das Gemüse wird in Hydrokultur gezüchtet, und darf – da es nicht im Boden angebaut wird – deshalb in Australien nicht als biologisches Gemüse verkauft werden. Aber das Gemüse ist frei von Pestiziden. Bienen und nützliche Insekten tummeln sich in dem Glashaus. Die Temperatur und alle Anbaubedingungen werden mit einem Computer gesteuert und können sogar mittels einer Applikation per Handy vom anderen Ende der Welt kontrolliert werden.

Philipp Saumwegers Firma „Sundrop Farms“ hat seit dem Start des Projektes vor rund 18 Monaten mehrere Tonnen Paradeiser, Paprika und Gurken produziert. Zur Zeit wird ein neues, großes Glashaus gebaut, mit dem die Produktion um ein Vielfaches gesteigert werden kann.

Das einzige Zugeständnis an die Supermarktketten, die nicht nur reifes, sondern auch perfekt aussehendes Gemüse verlangen, ist eine mit Gas betriebene Heizanlage, die zugeschaltet werden kann, falls es einmal mehrere Tage lang keine Sonne gibt.

Das Konzept wurde ursprünglich von einem Briten erfunden, Charlie Paton, der auch an der Gründung von Sundrop Farms mitgearbeitet hat, jetzt aber eine eigene Firma – Seawater Greenhouse – betreibt. Patons Ansatz ist noch nachhaltiger als der von Philipp Saumweger, er produziert sein Gemüse zum Beispiel ohne Back-up Generator und stellt keine Ansprüche an die kosmetische Perfektion des Gemüses.

Der „Observer“ widmet dem Projekt einen langen Artikel, auf den auf der Webseite des Zeitung gratis zugegriffen werden kann.

The Observer: Look what I grew in the desert (en)