Der Standard: Hinkley Point als Dominostein der EU-Atompolitik

Als „Dominostein der EU-Atompolitik“ bezeichnet „Der Standard“ das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C. Die neue britische Premierministerin Theresa May hat eine Überprüfung des Projektes angeordnet. Der Betreiber des geplanten Atomkraftwerks ist die französische Elektrizitätsgesellschaft EdF, die Ende Juli die Investitionsentscheidung für den Bau verkündete. Bereits am folgenden Tag ordnete die britische Premierministerin Theresa May eine neuerliche Prüfung des Projektes an.

 Die Baukosten für das geplante Atomkraftwerk werden mit Finanzierungskosten auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt, berichtet „Der Standard“. Ein parlamentarischer Kontrollbericht weist noch höhere Kosten aus, so „Der Standard“: „Darin wird der Zuschussbedarf für Hinkley Point C für die Laufzeit von 60 Jahren auf 36 Milliarden Euro geschätzt. In demselben Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Stromproduktion durch Wind- und Solarenergie deutlich billiger wäre“. Zu den hohen Kosten kommen auch noch Sicherheitsbedenken, unter anderem aufgrund der Beteiligung chinesischer Investoren. Auch internationale Proteste gegen das geplante Atomkraftwerk gibt es, „die Republik Österreich beteiligte sich im Juli 2015 an einer Nichtigkeitsklage wegen Wettbewerbsverzerrung durch Subventionierung der britischen Atomkraft beim Europäischen Gerichtshof. London drohte daraufhin offen mit Gegenmaßnahmen“. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes wird für das erste Halbjahr 2017 erwartet, und das würde einen Dominoeffekt auslösen, sagt der grüne Landesrat Rudi Anschober dem „Standard“, denn damit würden Ausbaupläne an den österreichischen Grenzen, etwa in Dukovany und Temelín, scheitern: "Ohne Subvention hat kein AKW-Neubau in der EU mehr eine Chance."

 
Der Standard: Hinkley Point als Dominostein der EU-Atompolitik